Donnerstag , 8. Dezember 2016
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An vier Standorten in der Samtgemeinde Amelinghausen sind Windparks mit insgesamt 21 Windkraftanlagen geplant. Die Genossenschaft von Eckhard Winkelmann hat eine Kaufoption für fünf Anlagen. Foto: t&w, Grafik: nh
An vier Standorten in der Samtgemeinde Amelinghausen sind Windparks mit insgesamt 21 Windkraftanlagen geplant. Die Genossenschaft von Eckhard Winkelmann hat eine Kaufoption für fünf Anlagen. Foto: t&w, Grafik: nh

Bürger-Windpark Amelinghausen: Neue Genossenschaft geplant

dth Rehlingen. Die vier geplanten Windparks mit 21 Anlagen existieren zwar bisher nur auf dem Papier, sollen sich aber schon 2016 drehen. Dafür sammelt der Rehlinger Eckhard Winkelmann Geld und hat eine in Gründung befindliche Genossenschaft „Bürger-Windpark Amelinghausen“ auf den Weg gebracht. Die Eintragung soll noch vor Jahresende erfolgen. Ziel der Genossenschaft ist die Beteiligung von Bürgern an den geplanten Windparks in Ehlbeck, Wetzen, Tellmer/Diersbüttel und Etzen.

Dort haben sich bereits verschiedene Projektgesellschaften gegründet, in denen sich lokale Flächeneigentümer zusammengeschlossen haben – mit Unterstützung vom Bauernverband Nordostniedersachsen oder der Landberatung Lüneburg. Laut Winkelmann hat die Genossenschaft Kaufoptionen vereinbart für fünf der 21 geplanten Windräder.

Derzeit werden von den Kommunen die vorhabenbezogenen Bebauungspläne für die Windparks bearbeitet. Der Bauausschuss der Samtgemeinde Amelinghausen beschäftigt sich am Dienstag, 17. November, weiter mit dem planerischen Überbau, der Änderung des Flächennutzungsplanes. Darin orientiert sich die Samtgemeinde an den Windkraft-Vorrangflächen, die der Landkreis Lüneburg vorgegeben hat.

Ein Fokus der Genossenschaft mit derzeit 30 Mitgliedern liegt auf dem geplanten Windpark Ehlbeck. Dort sind insgesamt sieben Windräder geplant. Davon hat sich die Gemeinschaft per Vorvertrag eine Kaufoption auf zwei Anlagen gesichert. Verantwortlich ist die „Bürger-Windpark Ehlbeck GmbH & Co. KG“ mit Geschäftsführer Jürgen Vogt. Begleitet wird die Gesellschaft vom Bauernverband.

„Wir warten unter anderem auf die rechtskräftige Veröffentlichung des Regionalen Raumordnungsprogramms des Kreises“, sagt Wolf Winkelmann – weder verwandt noch verschwägert mit dem Genossenschafts-Initiator. Parallel zur Bauleitplanung der Kommunen stellt der Bauernverband Bauantrag für die 199 Meter hohen Anlagen. Wolf Winkelmann sagt: „Das ist noch ganz frisch. Wir haben mit dem Landkreis das Bauantragsverfahren für die Windkraftanlagen nach Bundes-Immissionsschutzgesetz angeschoben, es soll vor Weihnachten beginnen.“

Vorgesehen sind in Ehlbeck Anlagen mit 139 Meter Nabenhöhe und einem Rotorradius von 60 Metern. Finanziert von der Projektgesellschaft der Flächeneigentümer.
Davon könnte sich die Genossenschaft zwei Exemplare sichern, wenn genug Geld zusammenkommt. Eckhard Winkelmann: „Wir haben schon 30 Mitglieder, die Anteile zwischen 1000 und 5000 Euro gezeichnet haben.“ Insgesamt 45 000 Euro. Zudem lägen ihm Zusagen über weitere 550 000 Euro vor. „Damit wären wir fast in der Lage, eine Anlage zu kaufen.“ Bei einem Eigenkapitalanteil von zirka 15 Prozent, der Rest wären Kredite.

Der Bauernverband rechnet mit einem Investitionsvolumen zwischen 4,5 bis fünf Millionen Euro pro Anlage. Die Kaufentscheidung soll bis Jahresende getroffen werden. Sollte das Projekt scheitern, wird das Genossenschafts-Geld auf ein von einem Notar geführten Konto eingezahlt und soll so vor einer möglichen Liquidierung bewahrt werden.

Eckhard Winkelmann sagt: „Die Genossenschaft richtet sich an alle Amelinghausener, nachrangig auch an alle aus dem Landkreis Lüneburg.“ Denn: „Wenn wir schon Windkraft vor Ort haben, wollen wir auch die Wertschöpfung haben.“ Für sein Ziel wirbt er auf Flyern und im Internet unter www.bürger-windpark-amelinghausen.de. Die Resonanz war aber bisher bescheiden.

Weiter sind in Etzen vier Windräder geplant von der „Bürgerwindpark Etzen GmbH & Co. KG“ mit Jochen Studtmann als Geschäftsführer. In Tellmer/Diersbüttel sind vier und bei Wetzen sechs Anlagen von lokalen Planungsgesellschaften geplant, die von der Landberatung Lüneburg begleitet werden. Auch dort hat die Genossenschaft Kaufoptionen.

One comment

  1. Nur auf dem Papier? Existieren Vergütungsverträge, Laufzeiten? Welche Sicherheiten bestehen für den Zeitraum nach dem diese Anlagen technisch überholt sind? Gibt es rechtlichen Lücken, die dem Stromabnehmer den Ausstieg ermöglichen? Gibt es Umweltgutachten?… Die Liste der Fragen ist so lang wie offen.

    Investitionen in halb-/staatliche Versprechen sind waghalsig. Rückwirkende Steuererhöhungen sind nur ein Beispiel für Rechtsunsicherheit im Kontakt mit dem Staat.