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Als Vorspeise steht ein Tomaten-Brot-Salat mit Quinoa auf dem Esstisch von Eva (2.v.l.) und Helmut Morgenroth (4.v.l.). Die gemütliche Atmosphäre beim Essen mit neuen Bekannten genießen ihre Gäste (v.l.) Mona Wiese, Matti Pannenbäcker, Johanna Behrend und Teresa Kulenkampff. Foto: be
Als Vorspeise steht ein Tomaten-Brot-Salat mit Quinoa auf dem Esstisch von Eva (2.v.l.) und Helmut Morgenroth (4.v.l.). Die gemütliche Atmosphäre beim Essen mit neuen Bekannten genießen ihre Gäste (v.l.) Mona Wiese, Matti Pannenbäcker, Johanna Behrend und Teresa Kulenkampff. Foto: be

Bei „Rudi rockt“ machen fast 100 Lüneburger mit + + + Mit LZplay-Video

mm Lüneburg. Samstagabend, 18 Uhr, zu Hause bei Eva und Helmut Morgenroth: Das Ehepaar, sie ist 47 Jahre alt, er, 52, beide sind Akademiker, erwartet Gäste. Vier sollen kommen, die Morgenroths kennen sie noch nicht. Sie wissen gerade so viel: Zwei sind Vegetarier und alle vier werden nur bis zum Hauptgericht bleiben.
Es ist nicht nur für Eva und Helmut Morgenroth das erste Mal, dass sie unbekannte Gäste bekochen. Auch für 92 weitere Lüneburger, jeder von ihnen besucht an diesem Abend zwei fremde Küchen und lädt ein in die eigene. Sie machen mit bei „Rudi rockt“. Auf dem Essensplan stehen Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Und nach den Gängen von Haus zu Haus und von Teller zu Teller sehen sich die Köche alle noch einmal wieder.

Dann gibt es schon zahlreiche neue Bekanntschaften, die sich vielleicht zu Freundschaften entwickeln. Das hofft Eva Morgenroth. Erst vor einem halben Jahr ist sie mit ihrem Ehemann wieder nach Lüneburg gezogen. Sie wohnen in einer Eigentumswohnung nahe der Ilmenau. Jetzt haben sie in ihre vier Wände eingeladen. Und Eva Morgenroth sagt: „Ich freue mich darauf, neue Gesichter zu sehen und zu hören, was in der Stadt so passiert.“

Für ihren Besuch ist alles vorbereitet. Es gibt Tomaten-Brot-Salat mit Quinoa. Wichtig: Vegetarisch sollte die Vorspeise sein. Zwei Gäste hatten das auf ihrem Anmeldebogen vermerkt. Und Helmut Morgenroth, eigentlich Fleischesser sagt: „Auch als Nicht-Vegetarier muss man nicht ständig Tiere essen“. Ohnehin achten die Morgenroths auf eine ausgewogene Ernährung: Frisch, saisonal und regional soll ihre Kost sein. Sie gehen oft auf dem Wochenmarkt einkaufen. Der sei sogar ein Grund gewesen, warum sie sich entschieden, in die Stadt zu ziehen: „Mich hat die Vorstellung gereizt, am Wochenende auf dem Markt einkaufen zu gehen und dort immer Bekannte zu treffen, ohne sich vorher verabreden zu müssen“, sagt Helmut Morgenroth.

Jetzt haben sich vier Lüneburger bei den Morgenroths angemeldet. Klar seien sie aufgeregt, geben die Eheleute zu. Die Aufregung legt sich schnell.

Zwei Studentinnen, Teresa Kulenkampff und Johanna Behrend, sind zusammen gekommen. Hinzu gesellen sich Mona Wiese, auch sie ist Studentin, und Matti Pannenbäcker, er ist Selbstständiger. Schnell bricht das Eis. Beruf, Studium, Ernährung und das Leben in Lüneburg sind Tischgespräch. Und Eva Morgenroth stellt fest: „Es ist immer erstaunlich, wie sich die Leute in Lüneburg über verschiedene Ecken kennen.“ Nach „Rudi rockt“ sind neue Ecken dazugekommen.

Denn die Zweier-Teams haben während der drei Gänge die Chance, mindestens zwölf neue Leute kennenzulernen. Es gibt auch Tandems mit Flüchtlingen. Am Esstisch im Wohnzimmer der Morgenroths sind die Teller schnell leer geputzt. Und gleich geht es schon weiter. Zum Hauptgang.

Zu ihren ersten Gastgebern an diesem Abend fahren Helmut und Eva Morgenroth mit dem Fahrrad. Sie kennen nur die Adresse im nahen Umkreis, wo sie hinmüssen und was sie erwartet, wissen sie noch nicht. So geht es allen Teilnehmern.

Was sie aber sicher wissen, ist, dass den Schlusspunkt eine Party im Restaurant „Mälzer“ setzt. Dort spielt die Lüneburger Nachwuchsband Kota Connection. Zur Musik tanzen die Gäste, unterhalten sich mit ihren neuen Bekannten und Freunden und hoffen, einige tauschen Nummern aus und alle hoffen, dass es eine Fortsetzung von „Rudi rockt“ geben wird. Auch Eva Morgenroth. Sie zieht ihr Fazit: „Wenn man gerne kocht und neue Leute kennenlernt, ist das ein super Konzept“.