Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Christin Koch (l.) und Johanne Hobel. Fotos: cec
Christin Koch (l.) und Johanne Hobel. Fotos: cec

Studenten-Initiative Policy Lab kürt Gewinner des Fotowettbewerbs + + + Mit LZplay-Video

cec Lüneburg. Gegen die vermeintliche Politikverdrossenheit unter Jugendlichen angehen möchte die studentische Initiative „Policy Lab“. Neustes Projekt des Vereins, um diesem Ziel näher zu kommen, war der Fotowettbewerb „Wer mischt Lüneburg auf ?“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! — Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. 14- bis 18-Jährige waren aufgefordert, Fotos einzureichen, die auf einen Blick aussagen, was ihnen an Lüneburg verbesserungswürdig erscheint oder auch gefällt. „Was wollte ich den Politikern immer schon mal sagen?“, beschreibt Antje Tieze von Policy Lab die Kernfragestellung in einem Satz. Jetzt wurden im Museum Lüneburg die Gewinner geehrt. Dabei ging es aber nur mäßig ins Politische. Über Plakate, Flyer und Facebook hatte die Initiative für ihren Wettbewerb geworben. Nur sieben Jugendliche reichten ihre Beiträge ein, 18 Fotos insgesamt. Bei der Abschlussveranstaltung wollte die Jury ihnen Gelegenheit geben, über ihre im Bild fest gehaltenen Anliegen mit Kommunalpolitikern ins Gespräch zu kommen. Von vier offiziell Angefragten war allerdings nur einer gekommen — Bürgermeister Eduard Kolle (SPD). Der zeigte sich zwar begeistert über die Schönheit der Lüneburg-Motive und den „tollen Blickwinkel“ der jungen Menschen. Es fehle ihm aber der kritische Blick: „Das Thema ist doch: Lüneburg aufmischen. Da müsstest du doch jetzt irgendwelche Bilder sehen mit wirklichen Missständen. Wo man sagt, hier müssen wir doch was tun“, sagte der Bürgermeister beim Betrachten der Ausstellung.

Besonders kritisch vorzugehen stand bei Johanne Hobel, einer der beiden Gewinnerinnen des Wettbewerbs, auch nicht an erster Stelle. Die 15-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne fotografiert, war einfach losgegangen und hat nach Motiven gesucht, die ihr ins Auge fallen. Ihr Siegerbild, ein voller Fahrradständer mit dem Rathaus im Hintergrund, sei ein Zufallstreffer gewesen: „Ich fand das einfach schön. Ich fahre selbst immer Fahrrad und finde es toll, dass hier in der Stadt so viel Fahrrad gefahren wird.“ Die zweite Gewinnerin, Christin Koch, hatte eher ein grundsätzliches als ein Lüneburg-typisches Anliegen. Auf ihrem besten Foto zeigt der Monitor der Kamera, die im Vordergrund des Bildes zu sehen ist, ein anderes Motiv, als das, welches sie gerade aufzunehmen scheint. „Mir ging es darum, zu zeigen, dass in der Realität nicht immer alles so ist, wie es auf den Bildern scheint“, sagt die 17-Jährige.