Aktuell
Home | Lokales | Barum: Vereine und Verbände sollen auch künftig einen Ort für Veranstaltungen haben
Alt und Jung beim Treffen der Vereine im Gasthaus Flindt in Barum. Auch in Zukunft soll das Gemäuer als Treffpunkt für die Barumer dienen. Die Gemeinde plant den Kauf und die Modernisierung des Gasthauses, um auch künftig über eine Lokalität mit Saal im Ort zu verfügen. Foto: be
Alt und Jung beim Treffen der Vereine im Gasthaus Flindt in Barum. Auch in Zukunft soll das Gemäuer als Treffpunkt für die Barumer dienen. Die Gemeinde plant den Kauf und die Modernisierung des Gasthauses, um auch künftig über eine Lokalität mit Saal im Ort zu verfügen. Foto: be

Barum: Vereine und Verbände sollen auch künftig einen Ort für Veranstaltungen haben

kre Barum. Für den vor wenigen Tagen verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt war die Sache klar: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“: Nun, Torsten Rödenbeck (CDU) hat Visonen, fühlt sich dabei aber putzmunter — und genießt mit seinen Ideen zudem großen Rückhalt in der Bevölkerung. Der Barumer Bürgemeister plant gemeinsam mit den Ratsmitgliedern Großes — nämlich den Kauf, Umbau und die Modernisierung des Gasthauses Flindt in Barum. Am Rande des Treffens der Vereine und Verbände im Saal des traditionsreichen Gasthauses am vergangenen Sonnabend stellte der CDU-Politiker während eines Rundganges durch das Gebäude der LZ das Vorhaben in groben Zügen vor. Zwar gibt es schon erste Pläne des Architekten, doch die hält Rödenbeck noch unter Verschluss: „Das wäre nicht der richtige Weg, wenn die Ratsmitglieder die Pläne als Erstes in der Zeitung sehen würden“.

Dass die rund 1900 Einwohner zählende Gemeinde einen Ort für Versammlungen und Feiern braucht, wurde am Sonnabend mehr als deutlich: Die Feuerwehren aus den Ortsteilen Barum, Horburg und St. Dionys nebst ihrer Kinder- und Jugendfeuerwehr nutzten ebenso die Veranstaltung, sich den Bewohnern des Dorfes vorzustellen, wie die Kirchengemeinde, das Rote Kreuz, der Sportverein, der Tennisclub, der Schießclub Barum und die Landfrauen Horburg-Bütlingen. „Schauen Sie sich um, wie viele Bürger heute der Einladung der Gemeinde zu dieser Veranstaltung gefolgt sind,“ sagt Rödenbeck stolz: „Die Dorfgemeinschaft funktioniert!“

Wohl auch, weil die Gemeinde mit dem Gasthaus Flindt eine gute Adresse hat. Noch! Denn Werner Flindt, Gastwirt und Inhaber des Gasthauses, geht stramm auf die 70 zu und findet, dass es doch langsam an der Zeit sei, sich auf das Altenteil zurückzuziehen.

Einen Nachfolger gibt es nicht. Und wenn die Gemeinde keine Pläne für die Immobilie entwickeln würde, „dann würde wohl ein Investor das Gasthaus kaufen, es abreißen und Wohnhäuser auf das Grundstück stellen“, glaubt Rödenbeck. Es wäre das Ende einer 130-jährigen Gasthaus-Ära. Und die Barumer hätten außerdem keinen größeren Saal mehr im Ort für Vereins- und Familientreffen.

Deshalb hatte die Gemeinde nach den Worten des Bürgermeisters schon früh die Idee, das Gebäude zu kaufen. Das Plazet dazu hatten sich Rat und Verwaltung vorab in einer laut Rödenbeck „sehr gut“ besuchten Bürgerversammlung geholt. Die Frage, die dort häufig gestellt worden sei: Kann sich die Gemeine diese Investition leisten? „Ja, sie kann!“, stellte der Bürgermeister klar. Denn zum einen sei Barum schuldenfrei, zum anderen hofft der Rathauschef auf öffentliche Fördergelder in Höhe von bis zu 50 Prozent. „Die Alte Dorfstraße ist schon im Dorferneuerungsprogramm und wird mit entsprechender Förderung saniert“, berichtet Rödenbeck, der nun auch bis Februar 2016 den Förderantrag für den Umbau des Gasthauses Flindt auf den Weg bringen will.

Wie teuer Kauf- und Umbau die Kommune voraussichtlich kommen wird, darüber hüllt sich der Christdemokrat in Schweigen: „Zahlen werde ich hier und heute nicht nennen!“

Doch angesichts zurzeit günstiger Kredite, der Fördermittel und der Miet- und Pachteinnahmen, die das Haus nach dem Umbau abwerfen sollen, zeigt sich der Bürgermeister geradezu tiefenentspannt: ,,Wir schaffen das!“ Und Umbau und Modernisierung käme die Kommune auch nicht teurer als Abriss und Neubau“, zitiert Rödenbeck den beauftragten Planer.

Der Gemeinderat möchte nicht nur den großen Saal als Veranstaltungsort erhalten, sondern dem alten Gasthaus im wahrsten Sinne des Wortes zu neuem Glanz verhelfen– mit neuer Küche, neuen Sanitärräumen, neuen Gästezimmern und mehreren etwa 40 Quadratmeter großen Mietwohnungen für junge und alleinstehende Menschen. Auch um die Bewirtung macht sich Rödenbeck keine Sorgen: „Wir haben bereits ein Gastronomen-Paar an der Hand.“