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Birte Schellmann wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Oberbürgermeister Ulrich Mädge überreichte Orden und Urkunde. Foto: t&w
Birte Schellmann wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Oberbürgermeister Ulrich Mädge überreichte Orden und Urkunde. Foto: t&w

Birte Schellmann erhält Bundesverdienstkreuz für kommunalpolitisches Engagement

ap Lüneburg. „Sie waren und sind eine der wichtigen Repräsentantinnen der Stadt“, lobte Oberbürgermeister Ulrich Mädge, als er Birte Schellmann im Rathaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik anheftete. Vertreter aus der Kommunalpolitik, Kollegen aus der DRK-Familie, Freunde und Verwandte applaudierten der Lüneburgerin, die Mädge als „neugierigen, anteilnehmenden und zupackenden Menschen“ charakterisierte.

Mädge verlieh ihr das Verdienstkreuz im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck für hervorragende Leistungen für das Gemeinwesen. Der Verwaltungschef selbst war es, der sie für diese Ehrung vorgeschlagen hatte — eine Geste, die sie ihm hoch anrechnet. „Er steht ja nicht unbedingt im Ruf, seinen politischen Widerpart mit Samthandschuhen anzufassen“, sagte Birte Schellmann — und sorgte damit für Lachen im Saal. „Aber wie wir heute feststellen konnten, vollbringt er selbst dieses mit größter Bravour.“

Nicht nur ihm brachte sie Dankesworte entgegen, viele Wegbegleiter erhielten ebenfalls anerkennende Worte für die tatkräftige Unterstützung über die Jahre. Überhaupt erst möglich mache ihr Engagement die Familie, allen voran Ehemann Wolfgang Schellmann, der die Zeremonie musikalisch mit einem Quartett aus Violinen, Bratsche und Cello begleitete. „Ihr musstet viele Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, denn das zeitliche Ausmaß, das mit diesen Ehrenämtern einherging und einhergeht, das auch keinen Halt vor Wochenenden macht, kann ein Familienleben schon beeinträchtigen.“

Seit 30 Jahren ist Birte Schellmann in unterschiedlichen Funktionen für Landkreis und Stadt tätig, seit 24 Jahren gehört sie dem Rat der Stadt an, aktuell als einzige Liberale.

„Was mir besonders gefallen hat: Sie haben Vorlagen nicht nur durchgewunken“, lobte Mädge. Birte Schellmann habe so viele wichtige Entscheidungen für die Stadt auf den Weg gebracht. Auch zwischen ihnen sei es das eine oder andere Mal zu „heftigen Diskussionen“ gekommen, erinnerte Mädge, „aber zum Wohle der Stadt haben wir stets einen gemeinsamen Nenner gefunden. Ihnen ging es um die Sache“.

Birte Schellmann startete einst ganz woanders: Sie studierte Anglistik und Romanistik in Freiburg, schloss Jura in Kiel und Marburg an. Sie zog weiter nach Essen, später nach Köln, wo sie als Anwältin tätig wurde. 1983 kam die spätere FDP-Quereinsteigerin nach Lüneburg, wurde „sesshaft“ und machte sich schnell einen Namen. In der Kommunalpolitik war sie in vielen Positionen tätig: als Ortsvorsteherin in Häcklingen, als Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes, von 1996 bis 2011 als Fraktionsvorsitzende im Rat, von 2011 bis 2014 als Mitglied im Kreistag, zusätzlich war sie von 2001 an für eine Legislaturperiode Bürgermeisterin.

„Nach dem Zusammenschluss der Gruppe FDP/Rentner waren Sie bis 2014 Gruppensprecherin und nun aktuell stellvertretende Gruppensprecherin der Gruppe FDP/Piraten“, schloss Mädge die Zusammenfassung ihres politischen Werdegangs ab.

Darüber hinaus engagiert sich Birte Schellmann für das Deutsche Rote Kreuz. Seit 2009 ist sie Vorsitzende des Ortsvereines Lüneburg-Stadt. Schellmann habe „immer ein offenes Ohr“, sie sei prädestiniert dafür gewesen, Verantwortung beim DRK zu übernehmen. „Es sind viele Felder, die Sie beackern“, sagte Mädge abschließend. „Und das ist sehr gut so, vor allem für Lüneburg.“