Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Wolfgang Koltermann (4.v.l.) leitet das Entkusselungsteam in der Schwindebecker Heide an. Mit dabei sind auch Marianne Draeger (3.v.r.) und Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker (r.). Foto: ina
Wolfgang Koltermann (4.v.l.) leitet das Entkusselungsteam in der Schwindebecker Heide an. Mit dabei sind auch Marianne Draeger (3.v.r.) und Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker (r.). Foto: ina

Einsatz bei Naturparktag in Schwindebecker Heide

ina Soderstorf. Trotz Nieselregen und neun Grad Außentemperatur fanden sich am Wochenende zahlreiche Helfer in der Schwindebecker Heide ein. Die Fläche zwischen Soders­torf und Steinbeck war einer von insgesamt 22 zu verschönernden Plätzen in der Lüneburger Heide. Doch nicht nur Optik steht im Vordergrund.

„Die Heideflächen würden allesamt sofort wieder zuwachsen, wenn wir die Flächen nicht regelmäßig entkusseln würden“, sagte Wolfgang Koltermann, Vorsitzender des Vereins „Regionale Kulturlandschaft Samtgemeinde Amelinghausen e.V.“ (RegioKult), die die Aktion im Rahmen des fünften Naturparktages initiierte.

Mit „Entkusseln“ ist das Entfernen von Sprießlingen heimischer Baumarten mit Spaten, Sägen und Astscheren gemeint. Denn auf vielen Naturschutzflächen stellt Gehölzaufwuchs ein Problem dar: Hier sprießen junge Birken, dort halten sich tapfer Kiefern und Eichen. Die Bäume entziehen dem Boden Wasser und erschweren Wiedervernässungsmaßnahmen.

Der November ist die optimale Zeit, die Gehölze zu entfernen, das Moor zu „entkusseln. „Ab Kniehöhe werden sie von uns weggeschnitten oder ausgegraben“, erklärte die ebenfalls in Gummistiefeln aktive Marianne Draeger von der Geschäftsstelle der Stiftung Naturpark Lüneburger Heide.

Besonders schwierig ist das Entfernen junger Birken. Koltermann: „Sie müssen mit der Wurzel entfernt werden, denn schneidet man sie nur ab, entstehen sieben bis zehn neue Sprießlinge und mit ihnen ein dicker Busch, den man dann nur mit viel Mühe ausgraben kann.“ Alle kürzeren Pflanzen auf der Fläche werden von Heidschnuckenherden abgeweidet.

Bereits am Morgen hatten sich 40 Freiwillige eingefunden, darunter Heidekönigin Victoria Glaser. Geholfen hat bei der Aktion auch Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker. „Auch Flüchtlinge kamen her, um mitzuhelfen, dieses schöne, besondere Gebiet zu erhalten“, berichtete der Rathauschef.

Gäbe es keinen Heidschnucken-Mangel, wären solche Aktionen nicht nötig. Doch Schafe und Bienen gibt es immer weniger — und beide Spezies bedingen einander. Die Schafe zerstören beim Weiden die klebrigen Spinnennetze im Heidekraut — die Bienen haben so freien Flug. Die Bienen wiederum sorgen durch Bestäubung für den Fortbestand der Heide und damit für Schafnahrung.