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Zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer der Anschläge von Paris entzündeten Lüneburger in der St. Johanniskirche Kerzen. Die Hansestadt, die Kirchengemeinden und die Deutsch-Französische Gesellschaft in Lüneburg hatte zu der Gedenkstunde eingeladen. Foto: hansestadt lüneburg
Zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer der Anschläge von Paris entzündeten Lüneburger in der St. Johanniskirche Kerzen. Die Hansestadt, die Kirchengemeinden und die Deutsch-Französische Gesellschaft in Lüneburg hatte zu der Gedenkstunde eingeladen. Foto: hansestadt lüneburg

Anschläge von Paris: Lüneburg gedenkt der Opfer

sp Lüneburg. Mitglieder der Kirchengemeinden vor Ort, der Deutsch-Französischen Gesellschaft sowie von Rat und Verwaltung der Hansestadt Lüneburg versammelten sich am Dienstagabend (17. November 2015) zu einem Gedenken an die Opfer der Anschläge von Paris in der St. Johanniskirche, darunter Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt. Superintendentin Christine Schmid begrüßte die rund 150 Teilnehmer der Feier, „um ein Zeichen des Zusammenhaltes zu setzen, hier bei uns in Europa sowie unter all denen, die guten Willens sind“. Schmid dankte dem Oberbürgermeister, der die Gedenkfeier initiiert hatte und begrüßte besonders auch die Teilnehmer aus der Lüneburger Moscheegemeinde: „Sie zeigen uns das freundliche, das nachbarschaftliche Gesicht des Islam.“

Egon  Hartwig, ehemaliger langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Lüneburg, rezitierte ein Gedicht des französischen Dichters Jacques Prévert, „Chanson dans le sang“, zunächst einen Auszug auf Deutsch, dann im Original. Prévert beschreibt darin, dass die Erde sich dreht und dreht und dreht – „mit all ihren großen Lachen von Blut“. Organist Joachim Vogelsänger untermalte das besinnliche Beisammensein an der Orgel mit Stücken französischer Komponisten. Schließlich entzündeten die Teilnehmer mit Kerzen auf dem Boden der Kirche die Kombination aus Friedenszeichen und Eiffelturm als Symbol der Solidarität.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat unterdessen einen Kondolenzbrief an seinen französischen Kollegen in Lüneburgs Partnerstadt Clamart, Jean-Didier Berger, verschickt. Darin heißt es: „Angst breitet sich aus bei dem Gedanken, dass es einen vollständigen Schutz vor derartigen feigen Attentaten nicht geben kann. Sie können zu jeder Zeit in jedem Land der Welt passieren. Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns in unseren Wertvorstellungen vom Zusammenleben in der Gesellschaft nicht von der Angst und dem Schrecken, die diese Bilder in uns auslösen, leiten lassen, sondern umso mehr unsere freiheitlichen Werte hochhalten.“ Lüneburg fühle sich Clamart in diesen Tagen ganz besonders verbunden. Die französische Flagge im Rathausgarten weht noch bis Freitag auf halbmast.