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Justus (M.) und Emil schauen gespannt, ob Nigel Isle den kleinen Spielzeughubschrauber reparieren kann. Am Ende klappt es zwar leider nicht  aber sonst gibt es nur Erfolgserlebnisse zu vermelden. Foto: be
Justus (M.) und Emil schauen gespannt, ob Nigel Isle den kleinen Spielzeughubschrauber reparieren kann. Am Ende klappt es zwar leider nicht aber sonst gibt es nur Erfolgserlebnisse zu vermelden. Foto: be

Reparatur-Café macht Schule

emi Adendorf. Leonie kuschelt glücklich mit ihrem kleinen, gefleckten Plüschhund. Auf Knopfdruck kann „Luna“ mit dem Schwanz wackeln — und daran hat Jürgen Burmeister großen Anteil. Der ehemalige Elektrotechniker für Radio- und Fernsehtechnik brauchte nicht lange, um herauszufinden, dass die Batteriehalterung kaputt war. Ein Handgriff, und „Lunas“ neunjährige Besitzerin strahlt. Nur eine Erfolgsgeschichte, die beim jüngsten Reparatur-Café in Adendorf geschrieben wurde.

Zum ersten Mal hat jetzt eine komplette Adendorfer Grundschulklasse die ehrenamtlichen Tüftler im Gemeindesaal der Adendorfer Emmauskirche besucht. In der Schule hatten die Jungen und Mädchen der Klasse 4b einen Reparatur-Detektiv­ausweis erhalten und waren damit zu Hause auf die Suche nach defekten Gegenständen gegangen. Ihr lädiertes Spielzeug sowie kaputte Fahrräder und Kleidung hatten sie dann dem Team rund um Manfred Nitschke überreicht. Ziel der Aktion: zu vermitteln, dass es sich lohnt, Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen.

Die Aktion hatte noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: „Es ist gut, wenn die Generationen interaktiv zusammenfinden“, sagt Nitschke, der das Adendorfer Reparatur-Café im Mai 2015 ins Leben gerufen hat. Alle 17 Reparatur-Spezialisten sind schon im Ruhestand, haben Zeit, vor allem aber viel Lust und Ehrgeiz, defekte Gegenstände wieder funktionstüchtig zu machen. Und sie beantworten geduldig alle Fragen.

Einer von ihnen ist Jürgen Burmeister. Mit Blick auf Plüschhund „Luna“ sagt der 76-Jährige: „Das ist so ein typischer Fall, wo es zu teuer wäre, das Spielzeug professionell reparieren zu lassen. Wenn Mama und Papa handwerklich nicht so geschickt sind, landet so etwas schnell auf dem Müll.“ Dass es auch anders geht, beweist der Ruheständler zusammen mit seinen Kollegen beim Reparatur Café. Die Erfolgsquote kann sich sehen lassen.

Von rund 100 mitgebrachten Gegenständen können nur zwei am Ende nicht wiederhergestellt werden. Die meisten Kinder gehen zufrieden nach Hause, so wie Bente. „Man denkt, dass das Spielzeug weg muss“, sagt die Neunjährige. „Hier bekommt man es wieder.“ Manfred Nitschke und seine Helfer denken nun darüber nach, das Reparatur-Café für alle vierten Klassen der Adendorfer Grundschule anzubieten. Auch die Konfirmanden der Emmauskirche könnten bald schon in den Genuss kommen.

Das nächste Reparatur-Café für jedermann findet am Mittwoch, 9. Dezember, von 15 bis 18 Uhr im Gemeindesaal, Bültenweg 18, in Adendorf statt.