Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Bildung bleibt Großbaustelle
So könnte der Neubau des Johanneums aussehen: Der Entwurf gliedert das Gebäude in einzelne Einheiten, je ein Heimatbereich pro Klassenstufe mit zentralem Gemeinschaftsbereich. Fünf Unterrichts- und je zwei Gruppenräume mit zugeordnetem WC-Kern und Medienraum bilden eine Einheit. Grafik: Architektur- und TGA Planungsbüro Grobe Passivhaus
So könnte der Neubau des Johanneums aussehen: Der Entwurf gliedert das Gebäude in einzelne Einheiten, je ein Heimatbereich pro Klassenstufe mit zentralem Gemeinschaftsbereich. Fünf Unterrichts- und je zwei Gruppenräume mit zugeordnetem WC-Kern und Medienraum bilden eine Einheit. Grafik: Architektur- und TGA Planungsbüro Grobe Passivhaus

Bildung bleibt Großbaustelle

ahe Lüneburg. Es sind drei große Themen, die Oberbürgermeister Ulrich Mädge aktuell als Kernarbeitsfelder neben dem Tagesgeschäft für seine Verwaltung ausgemacht hat: die Unterbringung von Flüchtlingen, die Schaffung von benötigtem Wohnraum sowie die Investition in Bildung, die Ertüchtigung und Erweiterung der Schulen und Kitas. Für den dritten Punkt hat die Stadt, nachdem sie 2014 alle Schulen gründlich untersucht hatte, einen Bildungsfonds aufgelegt und Investitionsbedarf von rund 85 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre ermittelt. In einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Schulausschuss stellten Mädge und Stadtbaurätin Heike Gundermann nun die geplante Marschrichtung für die ersten fünf Jahre vor.

„In allen Eltern- und Schulelternräten, in denen wir vorgestellt haben, was wir in den Schulen vorhaben, hat nie einer gesagt: Das ist aber eine Sauerei, dass Sie uns dafür ins Portemonnaie greifen.“
Ulrich Mädge

Lüneburg investiert in Bildung

Rund 38,7 Millionen Euro sollen bis 2019 verbaut werden. Etwa 9,3 Millionen Euro davon erhofft sich die Stadt aus Fördermitteln und der Kreisschulbaukasse, für den großen Rest müssen vor allem Kredite aufgenommen werden. Außerdem müssen Eigenheim-Besitzer künftig mehr bezahlen, der Rat hatte deshalb jüngst eine Erhöhung der Grundsteuer B beschlossen (LZ berichtete), das spült pro Jahr etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Euro mehr in die Stadtkasse. Aus eben diesem Grund verweigerten CDU und FDP auch ihre Zustimmung zum vorgestellten Vorgehen in den Schulen. „Es sind ohne Zweifel wichtige Maßnahmen, aber die Finanzierung durch eine Steuererhöhung halten wir für nicht sachdienlich, deshalb müssen wir uns enthalten“, begründete Dr. Gerhard Scharf (CDU), während SPD und Grüne ein klares Bekenntnis für den vorgestellten Weg ablegten. Mädge entgegnete: „In allen Eltern- und Schulelternräten, in denen wir vorgestellt haben, was wir in den Schulen vorhaben, hat nie einer gesagt: Das ist aber eine Sauerei, dass Sie uns dafür ins Portemonnaie greifen. Und wenn Sie sich in der Frage enthalten, erwarte ich Vorschläge für eine Gegenfinanzierung.“

Die Verteilung der Investitionen bis 2019:

  • Grundschulen: 18,9 Millionen Euro
  • Gymnasien: 14,1 Millionen Euro
  • Oberschulen: 4,0 Millionen Euro
  • Kitas: 1,6 Millionen Euro

Größte Einzelposten sind die Grundschule Hasenburger Berg, das Johanneum, die Wilhelm-Raabe-Schule und die Grundschule Häcklingen, für sie hat die Verwaltung externe Architekten mit der Planung beauftragt. Auch deshalb, weil die eigenen Mitarbeiter durch die zeitnahe Schaffung von Flüchtlingsunterkünften arg eingespannt seien. „Wäre es nicht billiger, drei oder vier Architekten zusätzlich einzustellen?“, fragte Rainer Petroll (Die Linke). Heike Gundermann antwortete: „Ich halte es durchaus für sinnvoll, dass man nicht immer nur im eigenen Saft schmort, sondern einen gesunden Mix aus eigenen und externen Fachleuten hat. Und wenn man zusätzliche Kräfte einstellt, muss man die nach dem Ende eines Projektes auch weiterbezahlen.“

Für die Erweiterung des Johanneums auf dem Feld zwischen Sporthalle und Theodor-Heuss-Straße musste ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, der wird nun ausgelegt.

Lehrervertreter Stefan Tretow-Zimmermann bedauerte, dass wohl weiterhin viel Unterrichtszeit für den Schülertransport von der Oberschule am Wasserturm zu Turnhallen verloren gehe. Denn die Stadt plant eine neue Zwei-Feld- oder Drei-Feld-Sporthalle im Hanseviertel, die dann die aktuell auf dem dortigen Kasernengelände zur Verfügung stehenden alten Hallen ersetzen soll. Mädge begründete: „Wir haben leider keine anderen Flächen dafür zur Verfügung. Das Areal an der Wittenberger Bahn war zu teuer, und eine Halle im Clamartpark dürfte wohl kaum durchzusetzen sein.“

Ein Dauerthema bleiben die Sporthallen in Kaltenmoor. Längst wollte die Stadt dort tätig geworden sein, denn die beiden Hallen sind spürbar in die Jahre gekommen. Seit Jahren ist mal ein Abriss und Neubau, mal eine Sanierung in der Diskussion, bis heute hat sich noch immer nichts getan. Nun stehen für das laufende Jahr 40 000 Euro Planungskosten bereit. Derzeit prüft die Stadtverwaltung, ob sie für eine mögliche Sanierung Geld aus einem neuen Förderprogramm bekommen könnte, von bis zu vier Millionen Euro ist die Rede. Die Alternative, ein Neubau, würde mehr als neun Millionen Euro kosten. Der Weg ist ungewiss, das Ziel aber klar: Auch künftig soll es zwei Hallen mit jeweils drei Feldern geben.

Wo wie viel Geld verbaut wird

  • Grundschule Hasenburger Berg: 5,3 Millionen Euro
  • Johanneum: 5,1 Millionen Euro
  • Wilhelm-Raabe-Schule: 3,1 Millionen Euro
  • Grundschule Häcklingen: 2,8 Millionen Euro
  • Schule Lüne: 2,7 Millionen Euro
  • Oberschule Kreideberg: 2,3 Millionen Euro
  • Igelschule 1,6 Millionen Euro
  • Herderschule: 1,5 Millionen Euro
  • Hermann-Löns-Schule: 1,4 Millionen Euro
  • Schule Im Roten Felde: 1,2 Millionen Euro
  • Grundschule Kreideberg:; 641 000 Euro
  • Integrierte Gesamtschule: 440 000 Euro
  • Oberschule am Wasserturm: 289 000 Euro
  • Anne-Frank-Schule: 205 000 Euro
  • Heiligengeistschule: 112 000 Euro
  • Schule am Sandberg: 85 000 Euro
  • Kita Hanseviertel III: 3,3 Millionen Euro (inklusive Jugendheim und Jugendhilfeeinrichtung)
  • Awo-Kita-Kaltenmoor: 829 000 Euro
  • Kita Heidkamp: 30 000 Euro
  • Kita Schützenstraße: 25 000 Euro