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Erst Anfang des Jahres ist der Friedwald bei Barendorf (Archivfoto) erweitert worden. Überlegungen, einen Bestattungswald auch bei Diersbüttel nahe Amelinghausen einzurichten, stoßen jedoch auf Kritik.
Erst Anfang des Jahres ist der Friedwald bei Barendorf (Archivfoto) erweitert worden. Überlegungen, einen Bestattungswald auch bei Diersbüttel nahe Amelinghausen einzurichten, stoßen jedoch auf Kritik.

Bestattungswald Diersbüttel: Bürger äußern Bedenken

emi Amelinghausen. Ein neuer Bestattungswald auf einer rund zehn Hektar großen Privatfläche im Landschaftsschutzgebiet bei Neu Diersbüttel – noch ist das ein Gedankenspiel in der Samtgemeinde Amelinghausen. Doch je mehr die Idee Form annimmt, desto mehr kritische Stimmen werden laut. Das Vorhaben wurde jetzt von der Samtgemeinde zusammen mit den Grundstückseigentümern und der Landwirtschaftskammer bei einer Informations-Veranstaltung rund 70 Interessierten vorgestellt. Auch in der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Samtgemeinde Amelinghausen am Dienstagabend wurde darüber diskutiert.

Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat hatte Ende 2013 den Anstoß gegeben, die Planungen für einen Bestattungswald anzugehen. Der Wunsch nach Bestattungsmöglichkeiten im Wald sei da. Zurzeit ist im Gespräch, dass die Grundstückseigentümer die Waldbestattung mit der Landwirtschaftskammer sowie dem Anbieter „RuheForst GmbH“ umsetzen. Die Samtgemeinde wäre dann Trägerin. Doch über dieses Modell ist der SPD-Fraktionsvorsitzende nicht glücklich.
Oskar Bauer im Bauausschuss: „Uns ist wichtig: Baumbestattung ja, aber unter Regie der Samtgemeinde, nicht von privater Hand!“ Dieses Anliegen hatte die SPD-Fraktion zur Verdeutlichung noch einmal in Form eines Antrags in die Sitzung eingebracht. Ihre Forderungen: Die Schaffung eines privaten Bestattungswaldes soll nicht weiter betrieben, vielmehr sollen Flächen für Waldbegräbnisse an die vorhandenen Friedhöfe, etwa in Oldendorf und Soderstorf, angegliedert werden. Die Verwaltung soll in kommunaler Hand bleiben.

Für Dominik Wehling (CDU), der Norbert Thiemann im Ausschuss vertrat, kam dieser Vorstoß überraschend: „Als wir uns auf die Idee der Grundstückseigentümer eingelassen haben, kam kein Nein von euch“, sagte er. Und weiter: „Ihr solltet nicht versuchen, den Trend aufzuhalten. Ich möchte zuerst alle Fakten und Kosten auf dem Tisch haben.“ Erst, wenn ein fertiges Konzept vorhanden sei, könne darüber diskutiert werden, wie es weitergehen solle.

Die Bauausschuss-Mitglieder einigten sich schließlich darauf, den Antrag der SPD-Fraktion zunächst zurückzustellen. Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker kündigte an: „Wir werden die Ergebnisse der Informations-Veranstaltung jetzt abwägen, auswerten und offene Fragen klären.“ Im ersten Quartal 2016 sollen sich die Gremien dann wieder mit der Angelegenheit – und auch mit dem SPD-Antrag – befassen.

Eines zeichnet sich aber schon jetzt ab: Ohne Widerstand wird das Projekt wohl nicht umsetzbar sein. Die Anwohner der Siedlung „Neu Diersbüttel“ befürchten, dass mit dem Anlegen des Ruheforstes der Durchgangsverkehr zum geplanten Parkplatz stark zunehmen wird. Sie schlagen stattdessen als eine Alternative vor, den Zufahrtsweg über einen ehemaligen Parkplatz an der Landesstraße 234 einzurichten. Sorge gibt es auch, dass die kommunalen Friedhöfe durch einen Ruheforst weniger genutzt werden und so langsam verkümmern könnten. Dazu kommen Bedenken, weil sich der geplante Bestattungswald in einem Wasserschutzgebiet befindet.
Ein Hofbesitzer sagte in der Bauausschuss-Sitzung aufgebracht: „In Neu Diersbüttel gibt es niemanden, der für den Bestattungswald wäre. Wir kriegen demnächst die Windmühlen in unmittelbarer Nachbarschaft. Was wollen Sie den Menschen noch zumuten?“

Samtgemeindechef Völker betonte: „Die Planungen stehen noch ganz am Anfang, nichts ist beschlossen.“ Die Öffentlichkeit werde bei allen weiteren Schritten mit einbezogen.

One comment

  1. „Windmühlen in unmittelbarer Nachbarschaft“, die Drei-Armigen-Banditen der „Energiewende“ zur Ablenkung von den ausländischen Umsätzen mit den Kohlekraftwerken; so viel zur Umnsatz- bzw. Umweltpolitik und nun noch Pendelverkehr zu den Waldgräbern. Gut, dass Tourismus bald keine Rolle mehr spielt. Arbeitsplätze auch nicht. Flüchtlingsheime schon eher. Heide ade und Deutschland geht gleich mit.