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Im Gebäude 40 der Schlieffenkaserne sollen ab April 2016 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen. 28 Plätze werden dafür zur Verfügung stehen. Foto: A/boldt
Im Gebäude 40 der Schlieffenkaserne sollen ab April 2016 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen. 28 Plätze werden dafür zur Verfügung stehen. Foto: A/boldt

Schlieffenkaserne wird Haus für Kinder

mm Lüneburg. Im Gebäude 40 der Schlieffenkaserne sollen ab April 2016 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen. Jetzt steht fest: Es gibt 28 Plätze. Im selben Haus plant die Stadt, eine Kindertagesstätte und eine Krippe in Eigenregie oder freier Trägerschaft. Den aktuellen Stand der Planungen stellte Angela Lütjohann als Leiterin des Jugendamts im Jugendhilfeausschuss vor, dessen Mitglieder auch die neue Gebührensatzung für Kitas auf den Weg brachten.

Als die Schlieffenkaserne noch militärisch genutzt wurde, wurde im Gebäude 40 gekocht und gegessen. Lange stand es danach leer. Ab April 2016 zieht mit den Flüchtlingen wieder Leben ein. Bis jetzt sind die jungen Menschen, meist 16 bis 17 Jahre alt, die ohne Eltern nach Lüneburg kommen, im Kinder- und Jugendhaus an der Altenbrückertorstraße untergebracht. Die Zimmer dort seien zurzeit schon doppelt belegt, sagte Angela Lütjohann. Eigentlich gibt es nur 13 reguläre Plätze. Doch die Zahl der Ankommenden hat schon die Aufnahmequote überschritten. In Lüneburg bleiben können unbegleitete minderjährige Flüchtlinge daher nicht mehr, es sei denn, sie kommen bei Verwandten unter. Sonst werden sie nach der vorläufigen Inobhutnahme weiterverteilt. Das Verfahren werde gerade beschleunigt.

Nach aktuellem Verteilschlüssel muss Lüneburg 50 Personen aufnehmen. Im Kasernengebäude gibt es so viel Platz nicht für die Flüchtlinge. Für sie stünden nach einem Umbau 28 Plätze auf der ersten Etage bereit, im Notfall könne man auch noch mehr unterbringen, sagt Angela Lütjohann. Eine Zahl nannte sie nicht. Manche kämen auch in Gemeinschaftsunterkünfte oder zu Verwandten. Zur Schule gehen können viele nicht, auch hier sei das Problem in Lüneburg: „Es gibt zu wenig Plätze“.

Im Erdgeschoss des Gebäudes sollen eine Kindertagesstätte und ein Krippe einziehen. Die beiden Einrichtungen sollen einen separaten Eingang bekommen. Bis zum Start im Sommer 2016 hofft die Stadt einen freien Träger zu finden.

Schon früher wird an der Preisschraube für Kita-Gebühren gedreht. Wie berichtet, sollen die Beiträge zum Jahreswechsel sinken, allerdings nicht für Eltern mit Jahreseinkommen ab 55 000 Euro. Für sie steigen die Beiträge. Demnach zahlen Eltern in dieser Einkommensklasse beispielsweise 321 Euro pro Monat für einen Ganztagsplatz in der Kindertagesstätte. Am teuersten ist ein Krippenplatz für Kinder von Eltern, deren Jahreseinkunft über 60 000 Euro liegt, für sie werden 450 Euro für die Ganztagsbetreuung fällig. Von Gebühren befreit sind Eltern mit geringen Jahreseinkommen bis 15 157 Euro.

Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe von Verwaltung und Kita-Stadtelternrat hatte die Neuregelung erarbeitet, die auch vorsieht, dass Beitragszahler insgesamt 20 Prozent der Kosten, die zur Betreuung ihrer Kinder notwendig sind, stemmen. Die Mitglieder im Ausschuss stimmten der neuen Gebührensatzung zu.