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Der Spannstahl der Wandrahmbrücke ist korrosionsgefährdet, deshalb muss die Querung erneuert werden. Mit dem Abriss wird im Februar begonnen. Die Folge: Über Monate muss der Verkehr umgeleitet werden. Foto: be
Der Spannstahl der Wandrahmbrücke ist korrosionsgefährdet, deshalb muss die Querung erneuert werden. Mit dem Abriss wird im Februar begonnen. Die Folge: Über Monate muss der Verkehr umgeleitet werden. Foto: be

Abriss der Wandrahmbrücke

as Lüneburg. Sie liegt an einer der Hauptverkehrsadern in Lüneburg, dem Stadtring. Täglich fahren 28 500 Fahrzeuge über die Wandrahmbrücke. Da der Spannstahl korrosionsgefährdet ist, wird die Querung im nächsten Jahr abgerissen und neu gebaut. Im Februar sollen die Arbeiten beginnen. Dann fließt über zehn Monate kein Verkehr mehr zwischen der Kreuzung Stresemannstraße und der Kreuzung Altenbrückertorstraße. Die Stadt hat bereits ein Umleitungskonzept in der Schublade. Stockender Verkehr und Staus auf den Einfallstraßen dürften dennoch mehr denn je zum Alltag gehören.

Die Umleitung soll bereits im Januar ausgeschildert werden. Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, erläuterte im Bauausschuss, dass der Verkehr über die Ostumgehung vom Süden sowie vom Norden in die Stadt geleitet werden soll. Innerstädtisch werde eine Umfahrung der Baustelle nicht ausgewiesen.
„Der innerstädtische Verkehr wird sich seine Wege suchen, bestenfalls über Friedrich-Ebert-Brücke, Theodor-Heuss-und Dahlenburger Landstraße, wie es sich in den vergangenen Jahren bei der Sperrung der Ebert-Brücke bewährt hat“, erläuterte Uta Hesebeck. Radfahrer, die aus Richtung Bahnhof kommen und in den Süden der Stadt wollen, werden über den Platz Am Sande, die Rote Straße und die Barckhausenstraße geleitet. Ebenfalls im Januar sollen acht Bäume, die im Böschungsbereich stehen, gefällt werden. Das sei aufgrund der Neubaumaßnahme notwendig.

Mit dem Abriss der Brücke wird im Februar begonnen. Da sie sich im Schutzgebiet befindet, das nach den Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien ausgewiesen wurde, habe die Verwaltung unter Einbindung der Umweltverbände sowie der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde ein Konzept entwickelt. Knapp gesagt soll danach die Ilmenau im Bereich unterhalb der Brücke trockengelegt, die Brücke links und rechts gekappt werden, so dass sie in Teilen ins Flussbett fällt. Danach soll der Neubau erfolgen.
„Von oben wird die Brücke genauso aussehen wie früher“, verdeutlich Uta Hesebeck. Bei der Konstruktion unterscheide sie sich jedoch von ihrer Vorgängerin. Die neue Brücke soll fünf rechteckige Stahlrohrkästen haben, auf denen Fertigteilplatten liegen. Vorteile seien das hohe Maß an Vorfertigung sowie eine größere Durchfahrtshöhe für Radfahrer. Der Neubau wird zwischen März und November laufen. „Ab dem 1. Advent soll der Verkehr darüber wieder fließen“, erklärte Uta Hesebeck.

Im Zuge des Brücken-Neubaus wird die Stadt auch die Fahrbahndecke der Wandrahmstraße sowie die Gehwege erneuern. Das war den Mitgliedern des Bauausschusses bereits im Oktober 2013 vorgestellt worden. Damals hatte die Verwaltung auch erwogen, in der Straße 20 Stellplätze zu errichten. Das wäre mit einem Eingriff in den Park verbunden gewesen und wurde deshalb verworfen. Entstehen werden nun neun auf der Straße markierte Parkplätze. Außerdem werden zusätzliche Radfahrbügel aufgestellt.

Märkte fürs Hanseviertel

Mehrheitlich hat der Bauausschuss dem Bebauungsplan „Lübecker Straße“ zugestimmt. In der neuen Mitte des Hanseviertels soll der Neubau für einen Supermarkt mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein Gebäude für einen Bioladen mit 500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. „Im Obergeschoss sind 64 Wohnungen geplant“, verdeutlicht Stadtbaurätin Heike Gundermann.

Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit habe es keine Stellungnahmen zu dem Projekt gegeben. Lediglich die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg habe darum gebeten, „eine Begrenzung der Randsortimente auf zehn Prozent festzuschreiben“.

Aus Sicht der Stadtbaurätin zeigt sich, dass das Projekt an der Lübecker Straße ein gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel von Wohnen und Märkten ist. Die Bauanträge für die Gebäude liegen der Stadt vor, eine Baugenehmigung soll voraussichtlich noch in diesem Jahr erteilt werden. Oberbürgermeister Ulrich Mädge bewertet das Projekt als „Blaupause“ für die Entwicklung des Lucia- sowie des Postgeländes.