Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Apps für mehr Schutz

pet Lüneburg. Hochwasser, Großfeuer, Bombenevakuierung, Chemieunfall, Unwetter es gibt viele Anlässe, die Bevölkerung vor Schadensereignissen zu warnen. Darüber, dass das in der heutigen Zeit mit Hilfe einer „Handy-App“ am effektivsten geht, waren sich die Mitglieder des Kreistagsausschussses für Feuer- und Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten bei seiner jüngsten Sitzung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck einig. Dem Kreisausschuss wurde die Einführung einer entsprechenden „Handy-App“ empfohlen. Die Verwaltung soll prüfen, welche App die sinnvollste ist.

In der Vergangenheit genutzte Mittel, um die Bevölkerung bei Großschadenslagen und im Katastrophenfall zu warnen, etwa Sirenen, verlieren an Bedeutung, berichtete Mirko Dannenfeld vom Fachdienst Ordnung und Kommunales des Landkreises. Die Hälfte der Bevölkerung könne von Sirenen gar nicht mehr gewarnt werden, weil es in ihrer Nähe keine gibt, so Dannenfeld. Außerdem seien Häuser heutzutage so gut gedämmt, dass Sirenen oder auch Lautsprecherdurchsagen von Einsatzfahrzeugen gar nicht mehr wahrgenommen würden.

Um im Notfall mehr Bürger erreichen zu können, eigne sich das Handy besonders gut. Verschiedene Warn-Apps seien bereits auf dem Markt die Empfehlung der Verwaltung ist, die Warnung der Bevölkerung auf mehrere Säulen zu stellen. Neben Sirene, Lautsprecher- und Radiodurchsagen eben künftig auch auf eine eigene „App“. Landrat Manfred Nahrstedt: „Mein Vorschlag, Sie sagen Ja zur App, aber lassen Sie uns erst in der nächsten Ausschusssitzung darüber abstimmen, welche es sein soll.“ Dem folgte der Ausschuss.

Was für den Bürger die „Handy-App“, ist für diejenigen, die mit der Pflege und Instandhaltung der Deiche am westlichen Elbufer zu tun haben und für Einsatzkräfte bei künftigen Elbehochwasserereignissen die „Deich-App“ (siehe Fotos oben), die bereits vom Artlenburger Deichverband eingeführt wurde. Die App zeigt unter anderem die aktuelle Alarmstufe an, dazu offizielle Karten des Deichverbandes mit Deichaufmessungen und Deichkilometrierungen, die Position, sie bietet die Möglichkeit zur Koordination von Helfern, Informationen über Wasserstände und vieles mehr.

Während der Artlenburger Deichverband die Kosten für die App aus eigener Kraft aufgebracht hat, sei der Neuhäuser Deich- und Unterhaltungsverband dazu nicht in der Lage, so Kreisrätin Monika Scherf. Die Ausschussmitglieder gaben einstimmig die Empfehlung, den Neuhäuser Verband bei den Gesamtkosten von rund 30000 Euro mit Mitteln aus dem Strukturentwicklungsfonds zu unterstützen. 5000 Euro sollen von der Gemeinde Amt Neuhaus und dem Neuhäuser Verband getragen werden.

Ebenso einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, bis zu vier gebrauchte, mobile Melkanlagen für den Einsatz bei möglichen Hochwasserereignissen anzuschaffen. Zwar sei es grundsätzlich Angelegenheit der Landwirte, ihre Kühe auch bei Hochwasser zu melken. „Wenn sie es aber nicht schaffen, sind wir dran“, so Scherf.

Für „mehrere Hundert Euro“ seien Anlagen zu bekommen, die dann aber noch instandgesetzt werden müssen, sagte Scherf. Mit Hilfe der Geräte sollen im Hochwasserfall Kühe, die auf fremde Weiden ohne Infrastruktur evakuiert werden mussten, gemolken werden.