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Superintendentin Christine Schmid, Superintendent Christian Cordes und Willi Mann (l.), Brot-für-die Welt-Beauftragter, hoffen auf viele Spenden, die in ein Projekt in Peru fließen. Foto: t&w
Superintendentin Christine Schmid, Superintendent Christian Cordes und Willi Mann (l.), Brot-für-die Welt-Beauftragter, hoffen auf viele Spenden, die in ein Projekt in Peru fließen. Foto: t&w

Kirchenkreise starten die 57. Aktion „Brot für die Welt“

as Lüneburg. „Es ist das beste Ergebnis unseres Kirchenkreises und das zweitbeste in unserer ganzen Landeskirche“, freut sich Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid. Rund 83848 Euro kamen bei der 56. Aktion „Brot für die Welt“ 2014/2015 an Spenden zusammen. „Wir sind froh, dass wir trotz vieler Spendenbedarfe das Ergebnis noch einmal steigern konnten.“ Und auch Bleckedes Superintendent Christian Cordes kann eine beeindruckende Bilanz vermelden: Rund 33619 Euro kamen zusammen. „Das sind 500 Euro mehr, als bei der vergangenen Aktion.“ Ihre Hoffnung ist, dass auch die 57. Aktion von vielen Menschen in den beiden Kirchenkreisen getragen wird. Start ist am kommenden Sonntag, 1. Advent. Die Spenden fließen in ein Projekt in Peru.

„Satt ist nicht genug“ lautet das Schwerpunktthema für die Projektjahre 2014 bis 2016, mit dem der Blick darauf gerichtet wird, dass weltweit eine Milliarde Menschen unterernährt und eine weitere Milliarde mangel-ernährt sind. Brot für die Welt unterstützt deshalb Projekte dort, wo Menschen beheimatet sind und die Nahrungsvielfalt im eigenen Anbau ermöglichen. „In diesem Jahr stellt unsere Landeskirche die Wiederentdeckung des Wunderkorns in den Mittelpunkt. In Peru ernährte einst das Wunderkorn, die Quinoapflanze, die Menschen. Unter den spanischen Eroberern wurde der Anbau verboten. Die Bauern wurden gezwungen, Kühe zu halten und Weizen anzubauen. Die fatale Folge war, dass das Ökosystem dem nicht stand hielt und die Bauern in Armut versanken“, berichtet Willi Mann, Brot-für-die-Welt-Beauftragter im Kirchenkreis Lüneburg. Inzwischen sei die Lebensgrundlage neu entdeckt worden. Die Organisation Diaconia, das Sozialwerk der Evangelisch-lutherischen Kirche in Peru, schult 700 Kleinbauernfamilien im Departement Huanuco im Anbau von Quinoa. „Der Erlös der 57. Aktion von Brot für die Welt fließt zu 100 Prozent in das Projekt“, sagt Mann. Die Verwaltung werde über die Kirchensteuer der Landeskirche finanziert.

„Das Quinoa-Projekt ist etwas Besonderes, weil die Peruaner zurück zu ihren Wurzeln gehen und die lokale Landwirtschaft entdecken — ähnlich wie bei uns, wo es ein Rückbesinnen auf regionale Produkte und eine autarke Versorgung vor Ort gibt“, sagt Superintendentin Christine Schmid. Auch mit Blick auf die Flüchtlingsbewegungen sei es wichtig, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. Für Superintendent Christian Cordes ist dieses Projekt „Entwicklungshilfe, die an den ursprünglichen Wurzeln ansetzt und die den Menschen ermöglicht, sich mit einem Lebensmittel der Region gesund zu ernähren“. Den Einzelnen wahrzunehmen in seinen Bedürfnissen und im Kleinen Veränderungen zu schaffen, das sei originär christliches Anliegen und wesentlich für die Aktion Brot für die Welt.

Die zentralen Kollekten für Brot für die Welt sind am 1. Advent, Heiligabend und Silvester. Darüber hinaus sammeln Gemeinden unter anderem bei Basaren. Beim Christmarkt vor St. Johannis kann das Pfandgeld für die Aktion gespendet werden.