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Tablets werden zum Teil bereits im Unterricht genutzt, zum Beispiel an der Herderschule. Damit flächendeckendes Lernen möglich ist, muss die Stadt in ihre WLAN-Infrastruktur investieren. Foto: A/t&w
Tablets werden zum Teil bereits im Unterricht genutzt, zum Beispiel an der Herderschule. Damit flächendeckendes Lernen möglich ist, muss die Stadt in ihre WLAN-Infrastruktur investieren. Foto: A/t&w

Schüler sollen mit Tablets lernen

mm Lüneburg. Die Zahl der Schüler in Lüneburg bleibt rückläufig, doch mehr Geld für die Schulen gibt es trotzdem: Die Stadt plant für 2016 etwas mehr als sechs Millionen Euro für ihre Schulen auszugeben. Das geht aus dem Etatentwurf für den Bereich Bildung hervor, der im jüngsten Schulausschuss vorgestellt wurde. Ein Schwerpunkt: In den nächsten fünf Jahren sollen 250 neue Zugänge für kabellose Internetverbindungen geschaffen werden.

Seit im Schuljahr 2010/11 der erste Jahrgang das Gymnasium nach acht Jahren verlassen hat, sind die Schülerzahlen in Lüneburg gesunken von 8133 Schülern auf jetzt 7793. Die Ausgaben aber sind gestiegen, rechnete Thomas Wiebe, Leiter des Bereichs Bildung und Betreuung, im Schulausschuss vor. Demnach waren es 2015 rund 5,9 Millionen Euro an Aufwendungen, im kommenden Jahr werden es knapp 6,03 Millionen Euro sein, die aus dem städtischen Haushalt abgerufen werden könnten.

Die Pauschalen für Klassen und Schüler sollen sich wie schon in den Vorjahren um zwei Prozent erhöhen. Für eine entsprechende Anhebung sprachen sich die Mitglieder im Schulausschuss aus. In Zahlen hieße das: Jede Klasse, egal welcher Schulform, erhält pro Schuljahr eine Pauschale von 212,20 Euro, für jeden Schüler an Grund-, Ober-, und Gesamtschulen sowie in der Sekundarstufe I am Gymnasium gibt es 17,12 Euro, an Förderschulen 19,10 Euro und in der Sekundarstufe II am Gymnasium 21,23 Euro.

Auch informierte Wiebe über den Start der Ganztagesschulen in Häcklingen und am Hasenburger Berg im kommenden Jahr. Er wies noch einmal darauf hin, dass Unterricht an Ganztagsschulen an drei Nachmittagen in der Woche stattfinde „und nicht an allen“. An den anderen Nachmittagen gebe es andere Betreuungsformen, etwa von freien Trägern, wie Übermittagsbetreuung oder Hort.

Schon gestartet ist zum aktuellen Schuljahr eine „Tablet-Klasse“ an der Herderschule (LZ berichtete) Vorreiter für andere Schulen. Sozialdezernentin Pia Steinrücke sagte: „Wir wollen weg von festen EDV-Plätzen, hin zu mobilen Geräten“. Dafür muss etwas getan werden. Bis 2020 soll deshalb eine WLAN-Infrastruktur an jeder Schule bestehen, etwa 250 neue Zugänge müssen dafür gelegt werden, die Kosten für Anschaffung und Installation eines Geräts lägen bei rund 1000 Euro, hat die Stadt errechnet.

Nach und nach soll an den städtischen Schulen bis 2018 veraltete Hard- und Software ausgetauscht werden. Derzeit laufe auf vielen Schulrechnern noch das Betriebssystem Windows XP, schon seit Frühjahr 2014 gibt es dafür vom Hersteller keine technische Unterstützung mehr. Jetzt hat die Stadt Handlungsbedarf erkannt: Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Stadt und Landkreis soll nun ein neues Konzept zur IT-Ausstattung an den städtischen Schulen erarbeiten.

Ein neues Konzept hat sich die Stadt für die Anmeldung an weiterführenden Schulen zum nächsten Schuljahr einfallen lassen: Es soll wegen des oft großen Ansturms vorgezogene Anmeldetage am 13. und 14. April an den Integrierten Gesamtschulen in Lüneburg und Embsen geben, auf eine frühere Trendabfrage wird verzichtet. Eine Woche später sind Anmeldetage an allen anderen weiterführenden Schulen. Schüler, die gerne auf eine der beiden Gesamtschulen gehen möchten, aber aufgrund der begrenzten Kapazitäten abgelehnt werden, können sich dann noch woanders anmelden.

Millionen-Hilfe von der Sparkassenstiftung

Im Schulausschuss zog Carsten Junge als Geschäftsführer Bilanz für die Sparkassenstiftung: So verfügte die Stiftung 2014 über ein Fördervolumen von 1,9 Millionen Euro, 80 Prozent der Förderanträge wurden angenommen. Auf den Bereich Jugend, Sport, Bildung und Soziales entfielen etwa 520000 Euro. Ingesamt förderte die Stiftung 265 Projekte, 15 weitere wurden selbst realisiert. Als Schwerpunkte der Stiftungsarbeit im Bereich Jugend, Sport, Bildung und Soziales nannte Junge zum Beispiel die Kampagne „Lieber Bunt als Braun“ mit Pate Udo Lindenberg , die nun ausläuft, die Aktion „Familie“ des Kriminalpräventionsrates und ein Pilotprojekt zu Whiteboards, also digitalen Tafeln, an Schulen.