Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die fertigen Futtersilos präsentieren die Werkstatt-Teilnehmer Rudolf (v.l.), Martin und David sowie ihre Gruppenleiter Till Stetzler (2.v.l.) und Jeannette Hanert. Auf Wunsch der Werkstattteilnehmer werden die Nachnamen nicht genannt. Foto: t&w
Die fertigen Futtersilos präsentieren die Werkstatt-Teilnehmer Rudolf (v.l.), Martin und David sowie ihre Gruppenleiter Till Stetzler (2.v.l.) und Jeannette Hanert. Auf Wunsch der Werkstattteilnehmer werden die Nachnamen nicht genannt. Foto: t&w

Futterhaus für Vögel bauen

emi Putensen. Mit den bunten Vogelhäuschen im Design der Lüneburger Stadthäuser haben sich die Teilnehmer der „HiPsy“-Holzwerkstatt in Putensen einen Namen gemacht. Acht Jahre sind seitdem vergangen und die Frauen und Männer arbeiten längst an neuen Projekten. Jetzt, da der Winter naht, fertigen Martin, David, Rudolf und die übrigen Mitarbeiter mit Nachdruck Futtersilos für Singvögel. Wie das geht, zeigen sie in der LZ.

Das braucht man zum Nachbauen: Rund 20 Millimeter dicke Lärchenholzplatten, Schrauben (etwa vier Millimeter Durchmesser), Forstnerbohrer und Akkuschrauber. Außerdem: 8er-Dübelstangen, Kappsäge, Leim, Lasur, Aufhängung.Und so geht‘s: Zuerst die Holzplatten zurechtsägen, dann Löcher vorbohren, um die Bretter miteinander zu verschrauben. Foto: t&w
Das braucht man zum Nachbauen: Rund 20 Millimeter dicke Lärchenholzplatten, Schrauben (etwa vier Millimeter Durchmesser), Forstnerbohrer und Akkuschrauber. Außerdem: 8er-Dübelstangen, Kappsäge, Leim, Lasur, Aufhängung.Und so geht‘s: Zuerst die Holzplatten zurechtsägen, dann Löcher vorbohren, um die Bretter miteinander zu verschrauben. Foto: t&w

Für die Teilnehmer steht die Beschäftigung im Vordergrund. Wichtig ist für sie das Gefühl, etwas Hochwertiges geschaffen zu haben. HiPsy, das ist eine gemeinnützige GmbH, die aus dem 1974 gegründeten Verein „Hilfe für psychisch Behinderte“ hervorgegangen ist. Im vergangenen Jahr wurde das 40-jährige Bestehen gefeiert. Zu der Einrichtung im Kreis Harburg gehören unter anderem zwei Wohngemeinschaften, ein Hofladen und drei Werkstätten für Holz, Textilien und Gartenbau im Salzhäuser Ortsteil Putensen.

In der Holzwerkstatt sollen psychisch Erkrankte handwerkliche Fähigkeiten erlernen, Kontakte knüpfen und „durch das fertige Produkt positive Erlebnisse“ erhalten, sagt Gruppenleiter Till Stetzler. Dazu gibt es Angebote von Fußballspielen bis Kegeln. „Als ich vor 23 Jahren angefangen habe, saßen die Teilnehmer nur rauchend und Kaffee trinkend auf den Betten, hatten null Beschäftigung.“ Um das zu ändern, rief Stetzler die Werkstatt ins Leben.

Die Innenansicht: Ein Zwischenboden und ein Dreieck sorgen dafür, dass nicht alle Körner auf einmal durch die seitlichen Löcher rieseln. Dach, eine Seitenwand, die Sitzstangen für die Vögel (Dübel) und die Aufhängung fehlen noch. Wer will, kann am Ende noch eine umweltfreundliche Lasur auftragen. Foto: t&w
Die Innenansicht: Ein Zwischenboden und ein Dreieck sorgen dafür, dass nicht alle Körner auf einmal durch die seitlichen Löcher rieseln. Dach, eine Seitenwand, die Sitzstangen für die Vögel (Dübel) und die Aufhängung fehlen noch. Wer will, kann am Ende noch eine umweltfreundliche Lasur auftragen. Foto: t&w

David arbeitet dort seit rund vier Jahren an vier Tagen in der Woche. „Mir macht das Spaß, die diversen Arbeitsschritte auszuführen“, sagt der 35-Jährige. „Sägen, bohren, ölen: Es ist mir noch nie langweilig geworden.“ Die Werkstatt hilft ihm außerdem, seinen Tag zu strukturieren. „Man hat ein Ziel, weiß, wohin man gehen kann und wo man Leute kennt.“ Auch Rudolf freut sich, beim Arbeiten Freunde zu treffen und etwas Sinnvolles zu tun. „Es gibt eine Mappe mit Zuschnittlisten, und wenn man nicht weiter weiß, kann man jederzeit fragen.“

Die Holzwerkstatt ist für die Bewohner der Wohngemeinschaften, aber auch für Externe jeweils vor- und nachmittags offen. Wer die Einrichtung im Rahmen von WFBM (Werkstatt für behinderte Menschen) zur Eingliederung in das Arbeitsleben besucht, kann dort bis zu 35 Stunden pro Woche arbeiten und erwirbt einen Rentenanspruch. Derzeit sind noch Plätze frei. Interessenten können direkt in der Werkstatt anrufen: Tel. 04172/988948.




Füttern, aber richtig

In den Regalen der Drogerie- und Supermärkte stapelt sich bereits das Vogelfutter. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine 5-Punkte-Liste für Vogelfreunde zusammengestellt.

1. Wer füttert, muss am Ball bleiben
Ein neues Restaurant hat eröffnet. „Singvögel teilen sich die Information durch eine Art Schnabel-zu-Schnabel-Propaganda gegenseitig mit“, sagt Eva Goris. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Nachricht verbreitet. „Und die Gäste kommen in Scharen angeflogen.“ Jetzt ist es wichtig, mit dem Füttern am Ball zu bleiben und die Futterstelle regelmäßig aufzufüllen.

2. Vor dem Wintereinbruch füttern
Die karge Zeit beginnt in der Regel spätestens in der zweiten Hälfte des Winters. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben richten Sie die Futterstelle schon vor dem Wintereinbruch ein.“

3. Für die Gäste nur das Beste
Qualitativ gibt es Unterschiede beim Futter. Eva Goris: „Ein gutes Zeichen ist es meist, wenn viele hochwertige Bestandteile, wie beispielsweise Sonnenblumenkerne und Erdnüsse, enthalten sind.“ Fett und Talg halten die Körner zusammen und spenden viel Energie. Für Insektenfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönige gibt es im Fachhandel Futter mit getrockneten Mehlwürmern. Aufgeschnittene oder aufgehängte ganze Äpfel schmecken Amseln und Wintergästen wie Wachholderdrossel und Seidenschwanz besonders gut. Küchenabfälle wie Kartoffelschalen oder gewürzte Speisen gehören nicht ins Futterhaus.

4. Auf den Standort kommt es an
Das Futterhaus so anbringen, dass es bequem angeflogen werden kann. Es sollte hoch hängen, einen Rundumblick bieten und katzensicher angebracht sein. Im Umkreis von etwa fünf Metern sollte es Büsche oder Bäume geben, in denen sich die Vögel aufhalten können und Deckung finden. Darauf achten, dass sich das Futterhaus leicht säubern lässt. Bei wenig Platz auf dem Balkon sind hängende Futtersilos eine gute Alternative.

5. Hygiene ist wichtig
Das Futter muss trocken und sauber sein. Schalenreste und Kot entfernen. Wichtig ist Trinkwasser im Winter. Die Wasserschalen müssen regelmäßig gereinigt werden, weil sich sonst leicht Krankheitserreger übertragen.