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Bisher kommt die Gemeinde für die Kosten der Unterhaltungsmaßnahmen an den Wirtschaftswegen auf, Grundstückseigentümer bezahlen durch die Grundsteuer A indirekt mit. Jetzt fasst Mechtersen ein Beitragsmodell ins Auge, will die Aufgabe an den Ilmenauverband übertragen. Foto: be
Bisher kommt die Gemeinde für die Kosten der Unterhaltungsmaßnahmen an den Wirtschaftswegen auf, Grundstückseigentümer bezahlen durch die Grundsteuer A indirekt mit. Jetzt fasst Mechtersen ein Beitragsmodell ins Auge, will die Aufgabe an den Ilmenauverband übertragen. Foto: be

Kostenfaktor Wirtschaftswege

emi Mechtersen. Sie erschließen land- und forstwirtschaftliche Flächen, dienen als Rad- und Wanderwege und werden von manchem Autofahrer als Abkürzung benutzt: Wirtschaftswege erfüllen vielfältige Funktionen, doch ihre Unterhaltung und Pflege kostet die Kommunen als Eigentümer viel Geld. Vor zwei Jahren hat Hittbergen als erste Gemeinde im Landkreis Lüneburg diese Aufgaben an den Verband der Ilmenau-Niederung übertragen und das seitdem laut Bürgermeister Alfred Ritters „noch nicht bereut“. Nun denkt auch die Gemeinde Mechtersen über dieses Modell nach. Ihre bisherigen Überlegungen stellen Vertreter der Gemeinde und des Ilmenauverbandes den Grundstückseigentümern am Montag, 30. November, vor.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führe dazu, dass Landwirte heute immer umfangreichere und vielfach weiter auseinander liegende Flächen bewirtschaften müssen, schreibt der Bürgermeister in seiner Einladung an die Grundstückseigentümer. Ausgelöst durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz würden außerdem verstärkt nachwachsende Rohstoffe angebaut. Mit der Vergrößerung der Bewirtschaftungseinheiten gingen auch größere Maschinen einher. Die Konsequenz: Wirtschaftswege würden immer stärker beansprucht und müssten immer früher erneuert werden. Das kostet. Geld, das die Gemeinde Mechtersen laut Uwe Luhmann nicht hat.
„Immer mehr Umlagen müssen an Samtgemeinde und Kreis abgegeben werden“, sagt Mechtersens Bürgermeister. Um mehr Geld einzunehmen, hätten Gemeinden nur eine Möglichkeit: die Realsteuern anzuheben. Aber diese Einnahmen seien nicht zweckgebunden, würden also nicht zwangsläufig in die Reparatur und Pflege der Wirtschaftswege fließen.
Der Vorteil für die Gemeinde, wenn der Ilmenauverband Unterhaltung, Instandsetzung und Neubau der landwirtschaftlichen Wege übernimmt: „Der Verband hätte pro Jahr einen festen Betrag zur Verfügung, der dafür eingesetzt werden muss.“ Finanziert würden die Maßnahmen über Jahresbeiträge an den Ilmenauverband, 60 Prozent der Kosten hätte letztlich die Gemeinde zu tragen, 40 Prozent entfielen auf die Grund­eigentümer. Berechnet wird die Summe nach der Gesamthek­tarzahl der landwirtschaftlichen Flächen in den betroffenen Gebieten. Die Gemeinde Hittbergen bezahlt derzeit laut Alfred Ritters jährlich rund 7000 Euro an den Ilmenauverband.
Der Hittberger Bürgermeister hat mit dem Modell gute Erfahrungen gemacht: „Kleinere Maßnahmen werden preiswert repariert“, sagt Ritters. Außerdem würden die Arbeiten schnell ausgeführt: „Wir nehmen Kontakt auf und zwei Tage später ist die Maßnahme abgewickelt.“ Auch für den Ilme­nauverband selbst ergeben sich Vorteile.
„Wir reinigen, räumen und unterhalten mehr als 1000 Kilometer Gewässer in der Regel vom 1. Juli bis Weihnachten“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes, Johannes Hilmer. Bisher habe sich stets die Frage gestellt: „Was machen wir im Frühjahr?“ Die Unterhaltung der Wirtschaftswege ermögliche dem Verband daher „eine gleichmäßigere Auslastung des Personals übers Jahr gesehen“.
Aus Sicht der Gemeinde und des Verbandes bringt die Aufgabenübertragung also beiden Seiten einen Nutzen. Beschlossen ist aber noch nichts, die Entscheidung trifft der Rat. Die Versammlung der Grundstückseigentümer beginnt am Montag um 20 Uhr im Schützenhaus, Im Dorfe, in Mechtersen.