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Eine Junge in Bulgarien freute sich im vergangenen Jahr über ein Weihnachtsgeschenk, das der Verein Geschenke der Hoffnung verteilt hat. Vielleicht war es das erste seines Lebens. Foto: nh/David Vogt
Eine Junge in Bulgarien freute sich im vergangenen Jahr über ein Weihnachtsgeschenk, das der Verein Geschenke der Hoffnung verteilt hat. Vielleicht war es das erste seines Lebens. Foto: nh/David Vogt

„Weihnachten im Schuhkarton“: 10139 Geschenke der Hoffnung

off Lüneburg. Es kostet sie Zeit und Geld. Es bringt sie zum Weinen. Und manchmal an den Rand ihrer Nerven. Trotzdem hat Margret Haider in den vergangenen zwölf Jahren nie ans Aufhören gedacht — und jedes Jahr aufs Neue für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gesammelt. Seit 2004 sind so insgesamt 10139 Geschenkpakete zusammengekommen, 485 allein in diesem Jahr. „Viele dieser Pakete gehen an Kinder, die noch nie in ihrem Leben ein Geschenk bekommen haben“, sagt Haider. Aus Berlin schickt ihr die Dachorganisation jedes Jahr Videoaufnahmen von der Verteilung der Pakete. Bilder, die Margret Haider ans Herz gehen. Und zwar so sehr, „dass ich jedes Mal eine Packung Taschentücher brauche“.

Die Kinder sind auch der Grund, warum die 75-Jährige weitermachen will, solange sie noch fit ist. „Wenn ich diese strahlenden Augen sehe“, sagt sie, „dann weiß ich, warum sich der Einsatz lohnt.“ Verteilt werden die Geschenke größtenteils in osteuropäischen Ländern wie Bulgarien, Polen, der Republik Moldau oder der Slowakei. Regionen, „in denen es zum Teil so aussieht wie bei uns vor 70 Jahren“, sagt Haider. Manchmal fragen Menschen die Lüneburgerin, warum sie sich nicht um deutsche Kinder kümmert. Ihre Antwort: „Weil kein Kind bei uns so arm ist wie diese Jungen und Mädchen.“ Und: „Weil Menschlichkeit keine Ländergrenzen kennt.“

Angefangen hat für Margret Haider alles 2004. Damals machte sie ihre Nichte auf die Aktion aufmerksam, Marget Haider spendete ihre ersten vier Pakete — und kam auf eine Idee. „Ich hatte damals mehr als 600 Mitarbeiterinnen und dachte, wenn nur jede sechste ein Geschenk packt, ist viel erreicht.“ Die Unternehmerin fing an zu sammeln, schickte am Ende ihrer Premieren-Sammelaktion 936 „Geschenke der Hoffnung“ nach Berlin, ihr erstes und bisher drittbestes Ergebnis.

Mit 485 Paketen lief die diesjährige Sammelaktion eher verhalten, das zweitschlechteste Ergebnis der vergangenen zwölf Jahre. Margret Haider ist trotzdem zufrieden, „ich hatte gedacht, dass wegen der Flüchtlingssituation vielleicht noch weniger Resonanz auf diese Aktion kommt“. Statt zu jammern, blickt die Wetzenerin deshalb nach vorne, bereitet sich gedanklich schon mal auf das kommende Jahr vor und möchte zum Abschluss der diesjährigen Sammelaktion nur noch eins loswerden: „Einen ganz, ganz herzlichen Dank an all die Spender, die die Aktion unterstützt haben!“

Weitere Informationen zu der Aktion unter www.geschenke-der-hoffnung.org