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Den feffa-Vorstand bilden Vorsitzende Helga Erhorn (r.), Stellvertreterin Anne Dudeck (l.) und Geschäftsführerin Brigitte Kaminski. Foto: nh
Den feffa-Vorstand bilden Vorsitzende Helga Erhorn (r.), Stellvertreterin Anne Dudeck (l.) und Geschäftsführerin Brigitte Kaminski. Foto: nh

Verein feffa feiert 25. Geburtstag

lz Lüneburg. Mit Mut und feministischer Energie hat alles angefangen, und wer heute über die Gründungszeit des Vereins feffa spricht, wähnt sich in ein anderes Zeitalter versetzt — so viel hat sich in Gesellschaft und Politik in den 25 Jahren seines Bestehens verändert. Das Jubiläum nutzten die Gründerinnen, um mit mehr als 60 Gästen zu feiern, sich zu erinnern und nach vorne zu blicken. Der Verein habe vieles bewegt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Nordostniedersachsen — und noch viel vor.

Frauen, Emanzipation, Feminismus, Freiheit und Autonomie — das sind die Worte, für die die Buchstaben des Vereinsnamens stehen. Anne Dudeck, Brigitte Kaminski und Christa Cremer-Renz, die zu den Gründerinnen gehören, erinnerten an das erste Landesprojekt, gestartet 1990: die „Mobile Weiterbildungsberatung für Frauen“. Mit einem Bus rollten die Lüneburgerinnen durch die Landkreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg und informierten Frauen über Wiedereinstieg und Weiterbildung. „Damals hatten viele Mütter auf dem Land noch Angst, dass die Nachbarn das merken und reden“, erzählte Brigitte Kaminski aus den Anfangsjahren „Warum will sie arbeiten? Was wird aus den Kindern?“

Die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze (SPD) kennt den Verein seit seinen Anfangsjahren. „Die Gründerinnen hatten eine Vision: dass Frauen alle Karrierewege offen stehen, sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten und Kinder ihnen keinen Nachteil bescheren.“ Beruf und Familie würden auch heute noch größtenteils von Frauen gemanagt. Die Folgen: Teilzeitarbeit, weniger Aufstiegschancen, niedrigere Rente. „feffa sorgt mit Herzblut, Durchhaltevermögen und Professionalität mit dafür, dass Chancengleichheit kein Randthema bleibt. Die Region kann nicht darauf verzichten, gut qualifizierte Frauen zu beschäftigen.“

Jürgen Enkelmann, Geschäftsführer der Lüneburger Wirtschaftsförderung und seit 2002 Ko-Finanzierer der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft, sagte dem Verein auch für die Zukunft Unterstützung zu. „Es braucht nicht nur Gesetze und Quoten, es braucht vor allem Basisarbeit, wie der Verein sie macht. Es ist noch viel zu tun, das Thema wird sich nicht erledigen. Nicht zuletzt werden die Erfahrungen des Vereins bei der Integrationsarbeit von Flüchtlingsfrauen dringend gebraucht werden.“

Langjähriger Kooperationspartner des Vereins ist die Volkshochschule. Seit zehn Jahren organisiert die VHS gemeinsam mit der Koordinierungsstelle den Lehrgang „Neu starten in den Beruf“ — und passt die Inhalte regelmäßig an, machte die stellvertretende Leiterin Claudia Kutzick deutlich. „Heute brauchen wir den Frauen keine Grundlagen in EDV mehr zu vermitteln. Heute geht es um Selbstvermarktungsstrategien und Online-Bewerbungen.“