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Carsten Wolter, Molda-Bereichsleiter Sprühtrocknung, begleitet den herbeigesehnten Schwertransport. F.: dth
Carsten Wolter, Molda-Bereichsleiter Sprühtrocknung, begleitet den herbeigesehnten Schwertransport. F.: dth

Schwertransporter bringt 16 Tonnen schweres Sprühturmelement zur Molda AG

dth Dahlenburg. Die Raumkapsel ist in Dahlenburg gelandet. So sieht zumindest der 16 Tonnen schwere Edelstahlkoloss aus, der am Dienstag per Schwerlasttransport vom Bleckeder Hafen auf das Betriebsgelände der Molda AG in Dahlenburg gebracht wurde.
Das rund 14 Meter lange und im Durchmesser sechs Meter große Element ist das neue Herzstück einer der sogenannten Sprühtürme. Sie werden in einem speziellen Verfahren zur Trocknung von Rohstoffen für die Lebensmittelindustrie eingesetzt, beispielsweise für Milchpulver. Bei dem Sprühturm handelt es sich um eine Ersatzbeschaffung, weil das Vorgängermodell seine Lebenszeit von 30 Jahren erreicht hatte. Die Investitionen belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Im kommenden Jahr sind weitere 14 Millionen geplant.
Molda-Vorstand Michael Müller sagt: „Wir sichern damit den Standort der Molda AG in Dahlenburg für die Zukunft.“ Laut Müller solle der erneuerte Turm 5, der am Freitag montiert wird, im Januar 2016 den Betrieb aufnehmen. Und Vorstandskollege Michael Ulrich ergänzt: „2016 werden zudem die Türme 6, 7 und 8 in unterschiedlicher Größe erneuert.“ Turm 6, ein ähnliches Kaliber wie der jetzt angelieferte Sprühturm, war vor Jahren explodiert, das 34 Meter hohe Gebäude ist bis heute in großen Teilen eine Ruine. Doch auch das soll sich im kommenden Jahr ändern. Die Produktionskapazitäten werden dringend benötigt.
„Drei Monate haben wir auf die jetzige Anlieferung gewartet“, sagt Carsten Wolter, Projekt- und Bereichsleiter Sprühtrocknung. Der 16-Tonnen-Zylinder wurde von einem Schweizer Unternehmen in Tschechien gefertigt und wurde nun per Binnenschiff über die Elbe nach Bleckede gebracht. Weil die Elbe aber lange Zeit Niedrigwasser führte, kam es zu der Verzögerung. Auch der folgende Schwertransport kam zunächst auf der Landesstraße 222 zwischen Bleckede und Dahlenburg in den Baumalleen nur zögerlich voran. Millimeterarbeit war zudem auf dem Betriebsgelände gefragt.
Auf dem Molda-Areal mussten die Arbeiter den Edelstahlkoloss zweimal mit einem Kran vom Tieflader hochheben, um an hochstehenden Versorgungsleitungen vorbeizukommen. Am Nachmittag hatte der Tieflader nach fast sechseinhalb Stunden Fahrt sein Ziel erreicht.
Wolter: „Wir freuen uns, die Anlage endlich montieren zu können.“ Der Sprühtrockner hat eine Leistung beispielsweise von 1000 Kilogramm Milchpulver pro Stunde. Wolter: „Der Turm wird nach Inbetriebnahme 365 Tage im Jahr voll ausgelastet sein.“ Bei der Sprühtrocknung wird, vereinfacht ausgedrückt, der flüssige Rohstoff mit Hochdruck von oben in die Kammer gepustet und mit Heißluft in sehr kurzer Zeit getrocknet, sodass das Material als Pulver herunterfällt.
Weitere Spezialgebiete der Molda AG, deren Namen sich von der Molkereigenossenschaft Dahlenburg ableitet, sind heute die Gefriertrocknung sowie die Walzen- und Vakuum-Bandtrocknung. Verarbeitet werden sowohl kleinere Chargen von 20 bis 30 Kilogramm für die Produktentwicklung bis hin zu 300 bis 400 Tonnen für die Lebensmittelindustrie. Auch Vorprodukte für die Pharmaindustrie werden in Dahlenburg hergestellt. Mit den Investitionen stärkt die Döhler GmbH mit Sitz in Darmstadt, seit 2014 Mehrheitseigener der Molda AG, den Standort nachhaltig. Mit 400 Mitarbeitern zählt die Molda AG zu den größten Arbeitgebern in der Region.

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