Aktuell
Home | Lokales | Bessere Wege für Radfahrer
Eine Holperpiste für Radfahrer ist der Radweg auf der Westseite der Bockelmannstraße. Im kommenden Jahr soll zwischen Ostumgehung und Zufahrt zur AGL/zum Tierheim die Asphaltdecke erneuert werden. Foto: t&w
Eine Holperpiste für Radfahrer ist der Radweg auf der Westseite der Bockelmannstraße. Im kommenden Jahr soll zwischen Ostumgehung und Zufahrt zur AGL/zum Tierheim die Asphaltdecke erneuert werden. Foto: t&w

Bessere Wege für Radfahrer

as Lüneburg. Gute Nachricht für Radfahrer. Rund 700000 Euro will die Stadt Lüneburg im kommenden Jahr in die Verbesserung des Radverkehrs investieren. Das Geld soll in den Neubau und die Unterhaltung von Radwegen fließen. Nicht alle Projekte stehen schon fest, denn zum einen hängt die Umsetzung von Fördermitteln ab und zum anderen will die Verwaltung Empfehlungen des Gutachtens Radverkehrsstrategie Lüneburg 2025 abwarten.

Michael Thöring, Verkehrsplaner für Rad- und Busverkehr, erläuterte jetzt im Verkehrsausschuss, dass für das laufende Jahr 638000 Euro im Etat der Stadt eingestellt waren. Aufgrund der Vielzahl der Projekte, die noch laufen oder gar erst im kommenden Jahr umgesetzt werden, sei eine vollständige Bilanz noch nicht möglich. Da jedoch auch Maßnahmen, die eigentlich für 2014 vorgesehen waren, erst 2015 umgesetzt wurden, „ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr mehr als 800000 Euro für die Verbesserung des Radverkehrs aufgebracht werden konnten“, erklärte Thöring. Eine genaue Aufstellung soll es in einer der nächsten Sitzungen geben.

Für 2016 wurden 590000 Euro für neue Radwege für den Haushalt angemeldet. Mit dem Geld könnte unter anderem die Verlängerung des Weges an der Südseite der Dahlenburger Landstraße finanziert werden. Wie die aussehen soll, steht noch nicht fest. Wie berichtet, hatte die Stadt Anfang Oktober drei Varianten vorgestellt, nachdem es Kritik gegeben hatte an der Verlegung des Radfahrstreifens auf die Fahrbahn im ersten Teilbereich. Verkehrsdezernent Markus Moßmann erläuterte, dass die Planungen eventuell auch mit Blick auf eine schnelle Verbindung in den östlichen Landkreis Richtung Bleckede erfolgen sollen. Möglicherweise komme eine Kooperation mit dem Kreis in Betracht. Details sollen nach den Etatberatungen vorgelegt werden.

Für die Unterhaltung sollen 50000 Euro bereitgestellt werden, umfangreichstes Projekt ist die Deckensanierung des Radweges an der Westseite der Bockelmannstraße zwischen Ostumgehung und AGL. Mit 40000 Euro will die Stadt einerseits ihren Anteil am Fahrradleihsystem StadtRad finanzieren, zum anderen fließt das Geld für die Miete der Treppe Westbahnhof, die zum kostenfreien Fahrradparkhaus führt. Für 25000 Euro soll die Ampelschaltung für Radfahrer entsprechend der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung angepasst werden.

Ulrich Mott vom ADFC wollte wissen, ob die Radwegeführung Vor dem Neuen Tore auch in Angriff genommen werde. Moßmann erklärte, dass mehrere Großbaumaßnahmen in Frage kämen. Deshalb stelle man eine Prioritätenliste auf. Hubert Meißner (SPD) wollte wissen, wie es mit dem Gutachten zur Radverkehrsstrategie 2025 aussieht. Erste Ergebnisse sollen im Frühjahr vorgestellt werden. Eine Erhebung über den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr wird das Gutachten nicht enthalten, aus Kostengründen und da die Gutachter lediglich eine stichprobenartige Befragung vornehmen würden. Aus Sicht von Dr. Gerhard Scharf (CDU) wäre solch eine Zahl aber wichtig. Im Rahmen der Maßnahmen zur Radverkehrsstrategie 2015 war der Anteil bereits über 25 Prozent gestiegen. „Mein subjektives Gefühl ist, dass immer mehr aufs Rad umsteigen. Zahlen wären wichtig, um zu zeigen, wie fahrradfreundlich Lüneburg ist“, sagte Dr. Scharf.

Barrierefreie Bushaltestellen
Bis 2022 müssen sämtliche Bushaltestellen barrierefrei sein. Das ist eine gesetzliche Vorgabe. In Lüneburg gibt es 330 Haltestellen. „Wir nehmen zuerst die dran, die eine hohe Frequenz haben“, erläuterte Michael Thöring im Verkehrsausschuss. Der Umbau kostet pro Haltestelle zwischen 20000 und 50000 Euro, der Großteil der Modernisierung wird aus Mitteln der Landesnahverkehrsgesellschaft gefördert.

Für 2016 hat die Stadt acht Bushaltestellen auf dem Zettel: Scharnhorststraße/Höhe Jugendherberge und am Waldfriedhof sollen barrierefrei werden durch höhere Bordsteine. Aufgepflastert werden die Busbuchten Stadtkoppel stadtauswärts und -einwärts, so dass die Haltestellen an die Fahrbahnkante rücken. Ebenfalls auf der Liste stehen die Haltestellen Zentralfriedhof stadtauswärts, Blücherstraße stadteinwärts, Scharnhorststraße Ost stadtauswärts sowie die Elbinger Straße stadteinwärts.

2 Kommentare

  1. Der beste „Radweg“ ist die Fahrbahn.
    Dort fahren Radler wesentlich sicherer und komfortabler und kommen schneller voran, als auf irgendwelchen separierten Radwegen.
    Deshalb sieht das Straßenverkehrsgesetz das auch als Regelfall seit vielen Jahren (wieder) so vor.
    Dieser Regelfall war von den Nazis abgeschafft worden, um ausländsche „Herrenfahrer“ bei der Olympiade in Berlin durch freie Fahrbahnen zu beeindrucken und so den Propagandawert zu erhöhen)
    Reichlich unsinnig ist z.b.der gemalte Radstreifen auf der Dahlenburger Landstraße.
    Er bringt an Sicherheitsgewinn im besten Falle gar nchts, verhindert aber eine sinnvolle flexible Nutzung der Fahrbahn für ALLE Verkehrsteilnehmer. (Dazu gehört z.b. auch die Haltemöglichkeit am Fahrbahnrand für Lieferfahrzeuge.)
    Auf der Nordseite also bergab erreichen Radler auf der Fahrbahn locker 30km/h. Dort gehört der lebensgefährliche ‚Radwegzwang unverzüglich aufgehoben.

  2. Karlheinz Fahrenwaldt

    Die Fahrradfreundlichkeit einer Stadt bemisst sich nicht an der Anzahl der Radfahrer, sondern an der Qualität der Radwege. Ist die Qualität hoch, steigt auch die Anzahl der Radfahrer. Hier liegt nicht nur an der Bockelmannstraße einiges im Argen. Ich fahre seit über 10 Jahren mehrmals in der Woche die Dahlenburger Landstraße in Lüneburg mit dem Rad rauf und runter und möchte Ihnen einmal im Zeitraffermodus zeigen, was mir in dieser Zeit so alles passiert ist:
    Beim Start an der Stadtgrenze Richtung Innenstadt geht es gemächlich auf einem etwas holprigen Radweg los (die Radwege mit schwarzer Fahrbahn sind mehr oder weniger holprig). Wenn an der Igel Schule Schulschluss ist, hält man als Radfahrer besser an, da man nie weiß, wohin die Kinder laufen und schiebt sein Rad. Dann fährt man weiter und ist wachsam an der Einmündung der Stadtkoppel (Busse, erhöhtes Verkehrsaufkommen, Links- und Rechtsabbieger die einem die Vorfahrt nehmen können oder den Radweg versperren). Wenn ein Bus an der Haltestelle hinter dem Wachholderweg anhält, steigt man besser erneut vom Rad (§1StVO), da es Buspassagiere gibt, die einfach losrennen ohne zu gucken. Und wenn dann viel Verkehr auf der Straße ist, muss man gleich wieder an der Tankstelle absteigen, da 2 Autos den Rad- und Fußweg blockieren und kann danach weiterfahren bis zum Ahornweg. Da der dort vor dem Radweg stehende Bus nach links in die Dahlenburger einfahren möchte, steigt man als Freund und Förderer des ÖPNV erneut ab, drückt die dortige Fußgängerampel und der Bus kann dann gefahrlos einfahren und man kann erneut sein Rad besteigen. Hinter der Kastanienalle beginnt die Schüttelstrecke und vor der Ecke Spangenbergstraße lief mir ein Passant ins Rad, der am Geldautomaten war und sein Auto auf der Straße parkte und einfach losging beim Geldzählen. Und dann kommt Tempo in die Geschichte: Es geht stark bergab! Am ehemaligen Unfallschwerpunkt der Einmündung des Pulverwegs bin ich einer Frau trotz Vollbremsung in die Beifahrertür gefahren und sie behauptete allen Ernstes, ich sei zu schnell gefahren (8-Gang-Damenrad und der ehemals dort angebrachte Geschwindigkeitsmesser zeigte bei mir stolze 25 km/h an)! Durch das blinkende Warnschild und die knallrote Markierung des Radwegs hat sich hier die Situation verbessert. Wohl gemerkt. Das war nicht alles auf einer Fahrt!