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Bei Lehrling Daniel Rachow erhält Ministerpräsident Stephan Weil einen Einblick in die Feinmechanik. Er lässt sich erklären, wie der 21-Jährige eine Schraubzwecke geglättet hat. Foto: t&w
Bei Lehrling Daniel Rachow erhält Ministerpräsident Stephan Weil einen Einblick in die Feinmechanik. Er lässt sich erklären, wie der 21-Jährige eine Schraubzwecke geglättet hat. Foto: t&w

Werkstattzentrum der Handwerkskammer eröffnet

mm Lüneburg. Es ist ein großer Tag für das Handwerk auf Lüneburger Grund: Die Einweihung des neuen Werkstattzentrums I am Technologiezentrum des Handwerks (TZH) an der Dahlenburger Landstraße. Zu diesem Anlass ist der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angereist. Und der Landesvater hält eine lange Rede. Er spricht von zentralen Herausforderungen für das Handwerk. Und er hat ein Geldgeschenk dabei. Im Rahmen der Zukunftsvereinbarung zwischen Land, Handwerk, Landwirtschaft und Bauindustrie stellt er 15 Millionen Euro für die überbetriebliche Ausbildung in Aussicht — bis 2020.

Am Treppenaufgang zu den Werkstätten im neuen Gebäude hängt zwischen den Geländern ein rotes Band. Das soll gleich durchtrennt werden — Symbolik für die Eröffnung des Zentrums, das rund zehn Millionen Euro gekostet hat. Etwa ein Viertel hat die Handwerkskammer aus eigenen Mitteln finanziert, die Hälfte kommt vom Bund, 2,7 Millionen steuerte das Land aus EU-Mitteln bei. Wo das Geld verbaut wurde, das will sich Ministerpräsident Stephan Weil nun genauer anschauen.

Er steht am Rednerpult, lobt das Werkstattzentrum in all seinen Facetten und misst der überbetrieblichen Ausbildung am TZH eine immense Bedeutung bei der Bewältigung zweier zentraler Herausforderungen in der Zukunft bei. Das sind für Weil, dass „Handwerksunternehmen auf die gestiegenen Anforderungen in der Ausbildung reagieren und zugleich einem Nachwuchsmangel entgegenwirken müssen“. Der Ministerpräsident ist überzeugt, Flüchtlinge, gerade junge Männer unter 35 Jahren, könnten helfen, den Nachwuchsmangel zu bremsen. Sie müssten qualifiziert werden für handwerkliche Berufe.

„Integration durch Ausbildung“ versteht auch der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) in seiner Rede als Chance für das Handwerk. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) schließt sich dem an, betont, dass Deutschland für sein Modell der dualen Ausbildung, wie sie auch am TZH praktiziert wird, „international hoch angesehen ist“. Das neue Werkstattzentrum ist ein Sinnbild.

In dem zweistöckigen Gebäube sind 14 neue Lehrwerkstätten zu finden, zum Beispiel für die Bereiche Kraftfahrzeuge, Feinwerk, Elektronik und Metall. Bei einem kleinen Rundgang erkundet Ministerpräsident Weil die Hallen. Vorher hat er bereits versprochen, dass das Land die überbetriebliche Ausbildung weiter fördern werde, „mit 15 Millionen Euro in den nächsten Jahren“.

Konkret meint Weil die Zukunftvereinbarung zwischen Land, Handwerk, Landwirtschaft und Bauindustrie. Sie gilt bis 2020. Die Mittel dafür könnten noch mehr werden. Denn noch einmal 15 Millionen Euro könnten aus EU-Mitteln fließen. Für Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, sind das alles „sehr, sehr erfreuliche Nachrichten“ am Geburtstag des neuen Werkstattzentrums.