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Foto: A./ t&w
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Alte Bekannte und eine klare Verliererin bei der Senatswahl

mm Lüneburg. Es dauerte einige Tage bis an der Lüneburger Universität die Ergebnisse der Senatswahl verkündet wurden. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Mitglieder der Hochschule abgestimmt. Am Dienstag war es endlich so weit, die vorläufigen Endergebnisse standen fest. Demnach ziehen in den Senat, das höchste Gremium der akademischen Selbstverwaltung, ab April 2016 viele alte Bekannte ein. Es gibt aber auch neue Gesichter — und eine klare Verliererin: die Wahlbereitschaft der Studenten.

Lediglich 1426 Studenten gaben ihre Stimme ab. Das ergibt gerademal eine Beteiligung von 15,5 Prozent. Gingen vielleicht so wenige Studenten an die Urne, weil ihre Statusgruppe im Senat unterrepräsentiert ist? Bis jetzt gibt es im Senat drei Sitze für Studenten, genauso viele für wissenschaftliche Mitarbeiter als auch Angestellte in Technik und Verwaltung. Die meisten Plätze besetzen die Professoren: insgesamt zehn.

Eine zentrale Forderung der studentischen Vertreter für die Senatswahl lautete deshalb auch: Alle Statusgruppen der Universität sollten gleich viele Sitze im Senat erhalten. Die Studenten wollen mehr Mitsprache erreichen.

Eine der neu in den Senat Gewählten ist die Studentin Ronja Hesse, 21 Jahre alt. Sie hat viele Themen auf dem Zettel, die sie während ihrer einjährigen Amtszeit zusammen mit ihren Mitstreitern angehen möchte. Etwa dass Prüfungen unbegrenzt wiederholt werden könnten, „um sich ohne Druck mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen“, begründet sie. Genauso gehört zu den studentischen Themen die Durchsetzung einer Zivilklausel gegen militärische Forschung oder die Forderungen, dass Geflüchtete „alle Rechte auf Zugang zu Bildung erhalten“ und es keine Gebühren für Langzeitstudenten mehr geben soll. Aber interessiert sich überhaupt das Gros der Studenten für diese Themen? Der geringen Wahlbeteiligung nach zu urteilen nicht.

Johann Basko, einer der Sprecher im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) sieht indes andere Gründe, warum so viele Studenten der Urne fernblieben, er sagt: „Akademische und rein studentische Wahlen sollten zusammenlaufen.“ Erst im Mai kommenden Jahres wählen die Studenten ihr Parlament, stimmen dann auch über das Semesterticket ab. Es gäbe Überlegungen, diese Wahlen mit denen für den Senat zusammenzuführen, sagt Basko. Davon verspreche man sich eine insgesamt höhere Wahlbeteiligung.

Über die brauchen sich die Hochschulprofessoren keine Gedanken zu machen. Die Beteiligung an den Senatswahlen in ihrer Statusgruppe lag am höchsten, bei 75 Prozent. Genügend Stimmen für einen Sitz im Gremium erhielt unter anderem Professor Ferdinand Müller-Rommel, der bis Mitte 2012 auch Vizepräsident der Universität war. Jetzt tritt er seine zweite Amtszeit im Senat an. Er und seine Kollegen fordern von vielem mehr: etwa mehr Transparenz auf allen Ebenen und mehr Möglichkeiten der Partizipation ab der Fakultätsebene. Sie sähen sich als „kritische Begleiter“ des Leuphana-Modells, das sie aber gleichzeitig auch unterstützten. Ein besonders kritisches Augenmerk hätten sie auf bestimmte Maßnahmen in „finanzieller und personeller Hinsicht“. Worauf sie genau schauen wollten, darüber schweigt sich Müller-Rommel auf Nachfrage allerdings aus.

Nicht so Sven Prien-Ribcke. Er ist Vetreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Senat, tritt ebenfalls seine zweite Amtszeit an. Ihn und seine Zunft beschäftigt besonders ein Thema: Arbeitsverträge. Oft sind die für wissenschaftliche Mitarbeiter an deutschen Hochschulen nur befristet. So auch an der Leuphana. Eine „unbefriedigende Situation“, meint Prien-Ribcke. Und weiter: „Da ist in den letzten Jahren etwas aus der Balance gekommen. Vielleicht wirkt hier tatäschlich eine Ideologie, die darauf hinausläuft, dass Arbeitsverträge möglichst flexibel gehalten werden sollen.“ Diese Flexibilität werde den Mitarbeitern „einseitig aufgezwungen“. Daran sollte sich nun endlich etwas ändern.

Wer im Senat sitzt
Im neu gewählten Senat der Lüneburger Universität sitzen ab dem 1. April 2016 aus den verschiedenen Gruppen:

Professoren
Christoph Jamme, Ulrike Vilsmaier, Helmut Faasch, Emer OSullivan, Hans-Heinrich Schleich, Jörg Philipp Terhechte, Jürgen Jacobs, Thomas Wein, Augustin Süßmair, Ferdinand Müller-Rommel

Wissenschaftliche Mitarbeiter
Corinna Dartenne, Julia Webersik, Sven Prien-Ribcke
Mitarbeiter in Technik und Verwaltung
Dorothea Steffen, Simon Burandt, Pia Rudzinski

Studenten
Ronja Hesse, Verena Pintatis, Tobias Hansen

Den Vorsitz hat Präsident Sascha Spoun.

One comment

  1. die studenten haben recht. es betrifft schließlich ihre zukunft und wer sollte da mehr zu sagen haben, als sie?