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Der Lüneburger Tiefkühlfischproduzent Pickenpack ist in schwerer See: Am Mittwoch wurde Insolvenz angemeldet. 420 Beschäftigte sind betroffen. Foto: A/t&w
Der Lüneburger Tiefkühlfischproduzent Pickenpack ist in schwerer See: Am Mittwoch wurde Insolvenz angemeldet. 420 Beschäftigte sind betroffen. Foto: A/t&w

Pickenpack: Tiefkühlfischproduzent meldet vorläufige Insolvenz an

ca Lüneburg. Der Tiefkühlfischproduzent Pickenpack hat am Mittwoch für die ganze Gruppe eine vorläufige Insolvenz angemeldet — 420 Beschäftige in Lüneburg an der Lüner Rennbahn sind betroffen. Doch es gibt Hoffnung.

Donnerstag um 13.30 Uhr trat der vom Amtsgericht bestellte vorläufige Hamburger Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau vor die Belegschaft, um zu verkünden: „Der Geschäftsbetrieb der Pickenpack Gruppe wird in vollem Umfang fortgeführt. Lieferungen an die Kunden gehen ungestört weiter. Das Unternehmen wird seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden uneingeschränkt und in gewohnt hoher Qualität erfüllen.“

Die Mitarbeiter reagierten betroffen, erklärten Betriebsratschef Wolfgang Ries und NGG-Gewerkschaftssekretärin Silke Kettner. Noch wisse man relativ wenig, doch positiv sei aufgenommen worden, dass der Betrieb weitergehe.

Gruppe Pickenpack sind:

  • Pickenpack Holding Germany GmbH
  • Pickenpack Europe GmbH
  • Pickenpack Production Lüneburg GmbH
  • TST The Seafood Traders GmbH

Hergestellt werden an den Produktionsstandorten Lüneburg und Riepe Tiefkühlfischprodukte. An beiden Standorten arbeiten rund 700 Mitarbeiter.

In einer Pressemitteilung von Pickenpack heißt es: „Unmittelbar nach dem Eigenantrag hat das Insolvenzgericht am heutigen Donnerstag den Hamburger Rechtsanwalt Friedrich von Kaltenborn-Stachau aus der Kanzlei BRL Böge Rohde Luebbehuesen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Von Kaltenborn ist zur Stunde mit einem Team von Rechtsanwälten und Betriebswirten vor Ort im Unternehmen und trifft die ersten Maßnahmen zur Sicherung der weiteren Betriebsfortführung. Um 13:30 Uhr fand die erste Betriebsversammlung statt, in der von Kaltenborn die Lüneburger Belegschaft über den Stand des Insolvenzverfahrens und die Fortführung des Geschäftsbetriebes informiert hat. Weiter Betriebsversammlungen am Standort Riepe sind für morgen früh angesetzt.“

Bereits heute habe der vorläufige Insolvenzverwalter erste Gespräche mit Lieferanten, Kunden und Bankenvertretern geführt. Danach gehe von Kaltenborn davon aus, dass mit den beteiligten Gläubigern auch eine langfristige Fortführung und Sanierung des Unternehmens verhandelt werden könne. In den kommenden Tagen werde von Kaltenborn nun die Fortführung des Unternehemens weiter stabilisieren. Er werde mit einem ca. 10 köpfigen Team aus Rechtsanwälten, Insolvenzverwaltern, Betriebswirten und Wirtschaftsprüfern vor Ort sein und die Fortführung des Unternehmens trotz des laufenden Insolvenzverfahrens sichern.

Über Pickenpack:

Als führender Experte für Tiefkühlfisch ist die Pickenpack-Gruppe seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Partner des Lebensmittelhandels, der Außer-Haus-Versorgung, von Catering- Unternehmen, Heimdiensten, Großverbrauchern und der Lebensmittelindustrie in Europa.

Über BRL: BRL ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern mit Büros in Hamburg, Berlin und Hannover. Rund 150 Mitarbeiter und 21 Partner sind in den Bereichen Insolvenz & Sanierung, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung aktiv. Im Bereich Insolvenz & Sanierung werden die Rechtsanwälte Stefan Denkhaus, Friedrich von Kaltenborn-Stachau, und Friedemann Schade regelmäßig von zahlreichen Gerichten in Norddeutschland und Berlin zu Insolvenzverwaltern bestellt.