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IGS-Schülerin Sophie Baldermann lässt sich von Aylien Furchner die Haare frisieren. Lehrerin Jessica Rauls von der Berufsfachschule Körperpflege schaut ihrem Schützling über die Schulter. Foto: t&w
IGS-Schülerin Sophie Baldermann lässt sich von Aylien Furchner die Haare frisieren. Lehrerin Jessica Rauls von der Berufsfachschule Körperpflege schaut ihrem Schützling über die Schulter. Foto: t&w

14. Berufsfindungsmarkt lockt rund 1000 Schüler an die drei Berufsbildenden Schulen in Lüneburg

emi Lüneburg. Friseurin, ModenähAusbildungsmesseerin oder doch lieber Augenoptikerin? Die 15-jährige Sophie Baldermann ist sich noch nicht ganz sicher, was sie später einmal werden möchte. Beim Berufsfindungsmarkt schnupperte die Neuntklässlerin der IGS Lüneburg einfach in verschiedene Ausbildungsberufe hinein, stellte Fragen — und ließ sich in den Räumen der Berufsfachschule Körperpflege eine neue Frisur verpassen. Nicht nur zuschauen, sondern ausprobieren hieß es jetzt an den Berufsbildenden Schulen (BBS I bis III) in Lüneburg.

Zahlreiche Ausbildungsberufe wurden in Klassenräumen und an Infoständen praxisnah präsentiert und lockten um die Tausend Jugendliche aus Stadt und Landkreis an — laut Mathias Koch, Abteilungsleiter Elektrotechnik an der Georg-Sonnin-Schule, eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Vorgestellt wurde nicht nur das vielfältige Angebot der drei Schulen, auch Mitarbeiter von Innungen, Kammern und öffentlichen Institutionen standen den vielen Interessierten Rede und Antwort.

Sophie Baldermann steht vom Friseurstuhl auf, statt dunkler, glatter Haare fallen ihr nun Löckchen über die Schultern. „Mich hat interessiert, wie die das machen“, sagt die 15-Jährige. Sie selbst frisiert ihrer besten Freundin auch gerne mal die Haare, deshalb liegt der Berufswunsch nahe. Dass man als Friseurin noch mehr machen kann als waschen, schneiden, föhnen, wird ihr an der Georg-Sonnin-Schule (BBS II) vor Augen geführt. Im Raum nebenan werden Handmassagen angeboten und fleißig Nägel lackiert.

Ein anderer Teil des Gebäudes, eine andere Welt. Der 17-jährige Jonas Muschack steht vor einer Automatisierungsanlage und hält einen Vortrag vor einer Schülergruppe. Für den Außenstehenden wirkt der Aufbau mit unzähligen Kabeln, Knöpfen und Maschinen hochkompliziert, aber der angehende Mechatroniker im ersten Lehrjahr kennt sich bestens aus, erklärt den Umstehenden, wie die Bauteile funktionieren und beantwortet Fragen.

Mathias Koch schaut eine Weile interessiert zu. Er ist zufrieden, das Konzept geht auf. „Beim Berufsfindungsmarkt sollen sich Schüler gerne und in erster Linie von Berufsschülern informieren lassen“, sagt der Abteilungsleiter Elektrotechnik. So entwickle sich ein Gespräch auf Augenhöhe, das sei effektiver, als wenn Lehrer Vorträge hielten. „Eine Generation kommt zusammen, der eine weiß schon etwas mehr, der andere sucht noch.“

Doch für die Jugendlichen sei es nicht nur wichtig, von den Erfahrungen Gleichaltriger zu hören. Beim Berufsfindungsmarkt sollen sie vor allem selbst etwas ausprobieren und in die Hand nehmen. „Mauern, kanten, biegen, löten — in jedem Bereich gibt es ein Handlungsangebot“, sagt Mathias Koch. Damit die Interessierten für sich möglichst viel mitnehmen, sind sie selbst gefordert. „Gut ist es, wenn die Lehrer der allgemeinbildenden Schulen ihre Schüler im Vorfeld gründlich über die Möglichkeiten hier informieren“, sagt der 48-Jährige. „Ohne Vorbereitung ist der Tag nicht sinnvoll genutzt, die Schüler sollen gerne Fragen stellen. Dafür ist der Berufsfindungsmarkt die geeignete Plattform.“

Diese Erfahrung hat auch Sophie Baldermann gemacht. Sie geht am Ende nicht nur mit einer neuen Frisur nach Hause, sondern auch mit vielen neuen Erkenntnissen.