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Die Tage des Dahlenburger Schützenhauses sind gezählt: Einstimmig hat der Fleckenrat jetzt für den Abriss gestimmt, sich zudem für den Bau des Kultur- und Bürgerhauses im Dorn ausgesprochen. Foto: A/be
Die Tage des Dahlenburger Schützenhauses sind gezählt: Einstimmig hat der Fleckenrat jetzt für den Abriss gestimmt, sich zudem für den Bau des Kultur- und Bürgerhauses im Dorn ausgesprochen. Foto: A/be

Fleckenrat Dahlenburg besiegelt das Ende des Schützenhauses

ki Dahlenburg. Das Votum im Fleckenrat im Gasthaus Trapp in Ellringen unter Leitung von Bürgermeister Ullrich Rambusch fiel einstimmig: Das in die Jahre gekommene Dahlenburger Schützenhaus, das vom Landkreis seit längerem wegen verschiedener Mängel stillgelegt wurde, wird für den Neubau eines multifunktionalen Kultur- und Bürgerhauses im Dorn abgerissen. Der Rat beauftragte weiterhin die Verwaltung entsprechende Haushaltsmittel von bis zu 1,65 Millionen Euro in den kommenden Haushalt und entsprechende Verpflichtungsermächtigungen für 2017 einzustellen.

20 Zuhörer verfolgten die Diskussion um das Schützenhaus. Die Gruppe SPD/aktive Bürger hatte einen entsprechenden Antrag auf Abbruch des Schützenhauses und Neubau eines multifunktionalen Dorfgemeinschaftshauses Ende Oktober gestellt, denn, so die Begründung von Gruppensprecher Franz-Josef Kamp, „nur mit einem Neubau können die spezifischen Anforderungen an ein zukunftsfähiges Dorfgemeinschaftshaus erfüllt werden“. Zudem sei ein Neubau wirtschaftlicher.

Die Dahlenburger Architektin Uta Kraake stellte einen ersten Entwurf für das „Kultur- und Bürgerhaus im Dorn“ vor. Danach wird das Haus am historischen Platz, an dem 1906 erstmals ein Schützenhaus gebaut worden war, eine Grundfläche von 671 Quadratmetern haben mit einem Theatersaal für 270 Plätze. Zudem sind Nebenräume für kleinere Veranstaltungen vorgesehen, die so konzipiert sind, dass der Theatersaal für Großveranstaltungen auf 344 Plätze erweitert werden kann. Vorgesehen ist der Bau eines Giebelhauses, um ein gutes Raumklima bei Veranstaltungen zu erhalten. Die Kosten für den Neubau inklusive Abriss sind mit 1,65 Millionen Euro veranschlagt. Im Vorfeld hatte die Architektin Unternehmen und Vereine befragt, demnach ist jährlich mit 53 Veranstaltungen zu rechnen. Auch hat bereits eine Theatergruppe Interesse angemeldet, das neue Gebäude als Spielort zu nutzen.

„Wir haben schon einen Förderantrag an den Bund auf den Weg gebracht“, sagte Gemeindedirektor Christoph Maltzan zur Finanzierung, „denn die Frist für das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur lief am 13. November ab“. Den Ratsbeschluss wird Maltzan nachreichen. Sollte der Antrag Erfolg haben, ist eine Förderung von bis zu 90 Prozent der Investitionskosten möglich. Im Februar fällt die Entscheidung. Sollte der Antrag scheitern, sprach sich der Rat für Plan B aus. Der ist allerdings mit vielen Unsicherheiten behaftet:

Vorgesehen ist, EU- und Landesmittel in Höhe von 200000 Euro einzuwerben. Zudem will der Flecken bei Samtgemeinde und Landkreis Lüneburg Zuschüsse von jeweils 300000 Euro einwerben. Rund 130000 Euro könnten laut Gemeindedirektor Maltzan aus Versichungszahlungen fürs Schützenhaus fließen. Damit bliebe für den Flecken ein Eigenanteil von 720000 Euro. Viel Geld für die klamme Kommune.

„Etwas Neues ist besser für Dahlenburg, das neue Gebäude flexibler zu nutzen und günstiger in der Unterhaltung“, warb Franz-Josef Kamp (SPD) für ein positives Votum. Henner Jacobs (CDU) wollte jedoch zunächst die Frage nach einer Bewirtung geklärt wissen. Über ein Konzept, wie das Schützenhaus gut vermarktet werden könne, müsse man sich noch Gedanken machen, sagte Maltzan. Ein Betrieb habe sich bereits vorgestellt. Doch zunächst müsse ein Konzept entwickelt werden. Karl May (SPD) sprach sich dafür aus, dass in dem neuen „Bürger- und Kulturhaus“ eine feste Bewirtschaftung stattfindet, wohlwissend, dass es sehr schwierig wird einen Betreiber zu finden.

Einstimmig gab der Rat grünes Licht für die Übertragung der Breitbandversorgung an die Samtgemeinde Dahlenburg nach einer lebhaften Aussprache. Ebenfalls einstimmig wurde Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan zum Gemeindewahlleiter für die Kommunalwahl 2016 berufen und Samtgemeindeoberamtsrat Mathias Dorn zum Stellvertreter. Aufgrund der neuesten Rechtsgrundlage wurde die Satzung des Fleckens über die Erhebung einer Vergnügungssteuer aktualisiert, darüber informierte der Kämmerer der Samtgemeinde Stefan Mondry. Einstimmig fiel der Beschluss zur Annahme der Satzung.