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Oberbürgermeister Ulrich Mädge sowie die Bürgermeister Eduard Kolle und Andreas Meihsies würdigten Lüneburger Ehrenamtliche in einer Feierstunde im Glockenhaus. Selma Abou-Alfa (vorne, r.) und Fanny Eberhardt (vorne, l.) wurden mit der Lüneburg-Medaille ausgezeichnet. Foto: t&w
Oberbürgermeister Ulrich Mädge sowie die Bürgermeister Eduard Kolle und Andreas Meihsies würdigten Lüneburger Ehrenamtliche in einer Feierstunde im Glockenhaus. Selma Abou-Alfa (vorne, r.) und Fanny Eberhardt (vorne, l.) wurden mit der Lüneburg-Medaille ausgezeichnet. Foto: t&w

Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeichnet 51 Lüneburger für ihr ehrenamtliches Engagement aus

as Lüneburg. Mut und Zivilcourage bewies Lars Claassen, als er im vergangenen April nachts die Rufe einer Nachbarin hörte: „Feuer! Und es ist noch ein Kind im Haus!“ Claassen rannte zum Nachbarhaus, trat kurzerhand die Tür auf und rettete einen achtjährigen Jungen. Nachdem er ihn in die Obhut einer Anwohnerin übergeben hatte, raste er noch einmal ins obere Stockwerk des Hauses, um zu gucken, ob sich dort noch jemand befand. Für seinen selbstlosen Einsatz wurde der 26-Jährige, der sich ehrenamtlich bei der Lüneburger Feuerwehr engagiert, am Freitag Abend im Glockenhaus gewürdigt.

Claassen war einer von 51 Lüneburgern, bei denen sich die Stadt für ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement am bundesweiten Tag des Ehrenamtes bedankte. Zwei von ihnen wurde eine besondere Würdigung zuteil: Fanny Eberhardt und Selma Abou-Alfa erhielten die Lüneburg-Medaille. Es ist die dritthöchste Auszeichnung der Stadt (siehe Info-Kasten unten).

Oberbürgermeister Ulrich Mädge begrüßte die Ehrenamtlichen im Beisein der Bürgermeister Eduard Kolle und Andreas Meihsies sowie von Ratsmitgliedern. Die Auszuzeichnenden stünden für Tausende freiwillige Helfer in Lüneburg, die sich unentgeltlich für ihre Mitmenschen engagieren und so das Miteinander noch lebens- und liebenswerter gestalten. „Ich freue mich sehr, dass wir heute die Gelegenheit haben, unsere Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken“, sagte er. Das Wort Ehrenamt setze sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Ihr „Amt“ würden viele ehrenamtlich Tätige oft über Jahrzehnte ausüben, manche sogar in verschiedenen Bereichen. Als weiteren Bestandteil enthalte die Bezeichnung Ehrenamt den Begriff „Ehre“. Doch Ehrenamtlichen ginge es nicht um das Ansehen, „sondern ihr Einsatz ist getragen von der inneren Haltung, etwas fürs Gemeinwohl zu tun“. Leider werde den freiwillig Tätigen nicht immer die Wertschätzung entgegengebracht, die sie verdienen. Deshalb sei eine Kultur der Würdigung umso wichtiger. Mädge machte auch deutlich, dass das Ehrenamt aber immer nur Ergänzung zum Hauptamt sein dürfe und es müsse Spaß machen. Für das bürgerschaftliche Engagement Danke zu sagen, liege ihm im Namen von Rat und Verwaltung am Herzen. Gemeinsam mit Kolle und Meihsies nahm er dann die Ehrung der einzelnen Bürger vor.

Zu den Geehrten gehörte unter anderem Hanne Klatt, die seit 2001 Vorsitzende der Städtischen Cantorei Lüneburg ist. Sie führe den Chor wie auch den Verein mit großem persönlichen Einsatz, viel Geschick, Freundlichkeit und Organisationstalent, hieß es in der Laudatio. Und weiter: „Es ist ihr Verdienst, dass so viele Menschen dort gerne und auch über so lange Zeit singen. Sie hält im Chor ein großes und gutes Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Engagements und der gegenseitigen Wertschätzung aufrecht.“ Durch ihre Kontakte zur Niedersächsischen wie auch Hamburger Singakademie wurde Chormitgliedern die Teilnahme an spannenden Chorprojekten in Deutschland sowie im Ausland eröffnet. Hanne Klatt ist außerdem Schatzmeisterin der Literarischen Gesellschaft.

Es ist ihre freundliche und zugewandte Art, die Helga Kröger auszeichnet. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich im Besuchsdienst der St. Nicolai-Kirchengemeinde, hat bis heute rund 1000 Besuche und damit vielen Menschen eine Freude gemacht. Über den gleichen Zeitraum hat sie zweimal im Monat den Seniorennachmittag im Gemeindesaal mitgestaltet, ist zudem im Gastgeberteam der Gemeinde tätig. Ihr mitreißendes Lachen tut vielen gut.

Engagiert im Naturschutzbund, Kreisgruppe Lüneburg, ist Helmut Schneider. Seit 1975 hat er an einer Vielzahl von Projekten teilgenommen wie dem Anbringen von Schleiereulennistkästen, der Wartung von Storchennestern und deren Nisthilfen, und er ist zuständig für die Artenerfassungen mit dem Schwerpunkt Vögel. Außerdem organisiert er seit Jahren den Bau von Krötenzäunen und engagiert sich für die Kopfweidenpflege und Landschaftspflege. Hilfsbereitschaft zählt zudem zu seinen vornehmlichen Eigenschaften.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Lüneburger Shanty-Chor, dessen Leiter Klaus Hinrichs ebenfalls ausgezeichnet wurde.

Träger der Lüneburg-Medaille
Die Lüneburg-Medaille ist nach der Ehrenbürgerschaft und dem Ehrenbürgerring die dritthöchste Auszeichnung der Stadt. In diesem Jahr erhielt sie Selma Abou-Alfa für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Kleingärtner-Bezirksverband. Gleich nachdem die ersten Flüchtlinge die Unterkunft am Standort Bleckeder Landstraße bezogen hatten, sorgte sie dafür, dass die Flüchtlinge in die Gemeinschaft der Lüneburger Kleingärtner eingebunden wurden. Sie war die Schlüsselfigur bei ersten gemeinsamen Treffen von Flüchtlingen und Gartenfreunden im Herbst 2013 und trug wesentlich dazu bei, dass Berührungsängste abgebaut wurden.
Eine weitere Medaille ging an Fanny Eberhardt, Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes in Ochtmissen. Mit großem Elan und Freude meistert sie die vielfältigen Aufgaben, die von Blutspende-Aktionen, Ehrungen, über die Planung von Vorträgen und Zusammenkünften bis hin zur Organisation von Urlaubsfahrten geht. Des Weiteren ist sie als Beisitzerin des Vorstands des Kleinkaliberschützenvereins Ochtmissen tätig und engagiert sich als Mitglied des Freundeskreises Theater Lüneburg bei der Ausrichtung von Theaterfesten und Premierenfeiern.
Geehrte
Dr. Klaus Alpers (Bürgerverein Lüneburg), Moritz Arians (Handballverein Lüneburg), Marie Luise Brust (Kneipp-Verein), Lars Claassen (Retter des Kindes bei Brand an der Büttnerstraße), Barbara Dillmann (Freiwilligen-Agentur Paritätischer), Karin Ebert (Stadtteilaktivitäten im Salino), Heidrun Erdmann (Lebenshilfe), Verena Fiedler (Arbeitskreis Lüneburger Altstadt), Marion Fischer (Kindertafel Paul-Gerhardt-Gemeinde), Wolfgang Goralczyk (Pfarramt St. Marien), Garnet Grünhagen (Die Heideentdecker), Dieter Heidorn (Feuerwehr Lüneburg), Hans-Ulrich Hess (Silcher-Chor), Klaus Hinrichs (Shanty-Chor), Till Jacob (Kirchengemeinde Lüne), Victoria Jünemann (Reitclub Hagen), Miriam Kaschel (Förderverein St.-Ursula-Schule), Udo Kijek (Tierheim), Hanne Klatt (Städtische Cantorei), Margret Klaus (Stadtteilaktivitäten im ELMplus), Helga Kröger (Kirchengemeinde St. Nicolai), Jürgen Laufs (Freundeskreis Hospiz), Joachim Leuenberger (Bezirksschützenverband), Franz-Ludwig von Lindeiner-Wildau (Lucia-Pfohe-Studentenstiftung), Kerstin Löding-Blöhs (Alzheimer Gesellschaft), Marianne Ludewig (DRK Häcklingen-Rettmer), Kathrin Meinecke (Kirchengemeinde St. Johannis), Manfred Messer (Bürgerinitiative KZ-Friedhof im Lüneburger Tiergarten), Rosa Miheev (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland), Montserrat Mussons („Den Kindern von Tschernobyl“), Rita Nipkow (Kreisschwimmerverband), May Pause (Mentor Die Leselernhelfer), Hendrik Peters (Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen), Rainer Pörzgen (Literarische Gesellschaft), Susanne Rieß (Förderverein Christianischule), Erika Rudloff (Paulusgemeinde), Jörg-Erich Scheunemann (Netzwerk Leseförderung), Gabriele Schlumbohm (Bahnhofsmission), Helmut Schneider (Nabu), Ingo Schneuing (Lüneburger Tafel), Paul Seegers (Zum Kollektiv), Christian Sommer (Eltern und Freunde der Herderschule), Ernst Suhm (SV Eintracht), Rike Tödter (Kirchengemeinde St. Michaelis), Harald Töwe (Bürgervertreter Kaltenmoor), Regina Transfeld (Freie evangelische Gemeinde Lüneburg), Tobias Warnecke (TuS Erbstorf), Heinz Wesner (Ostpreußisches Landesmuseum), Angelika Wodtke-Urbschat (Grüne Damen).