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Durch die Anlage von Kleinst-Plaggflächen mit dem Minibagger werden unter anderem Tiere wie das Birkhuhn geschützt. Foto: vnp/nh
Durch die Anlage von Kleinst-Plaggflächen mit dem Minibagger werden unter anderem Tiere wie das Birkhuhn geschützt. Foto: vnp/nh

Naturschutzpark Lüneburger Heide: Ein landschaftlicher Pflegefall

lz Niederhaverveck. „Der Lebensraum Heide ist ein Pflegefall“, sagt Steffen Albers vom Verein Naturschutzpark (VNP). Die Erhaltung und Pflege der größten zusammenhängenden Calluna-Heiden Mitteleuropas im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide erfordern für die VNP-Stiftung Naturschutzpark Jahr für Jahr einen enormen Aufwand: Für das kommende Jahr hat die VNP-Stiftung unterschiedliche Pflegemaßnahmen auf rund 4000 Einzelflächen unterschiedlicher Größe geplant.

Bei der Heidepflege nimmt die Entnahme von Kiefern, Birken und anderen Gehölzen aus der Offenlandschaft einen großen Raum ein: über 280 Hektar sollen durch Entkusselungsmaßnahmen erhalten werden. Auf knapp 110 Hektar Heideflächen sollen Birken mit dem Minibagger oder per Hand gerodet werden. Albers weiter: „Die Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche soll auf knapp 190 Hektar eingedämmt werden, da sich diese nicht standortheimische Art sonst weiter massiv ausbreitet.“ Eine wichtige Maßnahme zur Heidepflege und zur Humusentnahme auf Heideflächen sind zudem das Plaggen auf knapp zwölf Hektar und das Schoppern auf geplanten 67 Hektar. Kleinstplaggflächen sind vor allem in Birkhuhn-Lebensräumen auf insgesamt acht Hektar vorgesehen.

Die Mahd von Altheiden ist auf über 80 Hektar geplant, in ähnlicher Größenordnung soll Heide abgebrannt werden — so wie es früher schon die Heidebauern machten. Auch im Pietzmoor-Komplex bei Schneverdingen sind wieder zahlreiche Landschaftspflegemaßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung dieses Moores vorgesehen. Dort gilt es Dämme in ehemaligen Torfstichen auszubessern, Torfstiche und Moorbereiche von Gehölzen zu befreien und damit möglichst offene Moorflächen zu schaffen.

Albers sagt: „Die genannten Arbeiten dienen dem Schutz, dem Erhalt und der Verbesserung der Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Denn die historische Kulturlandschaft des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide ist durch Menschenhand entstanden und muss durch Menschenhand erhalten werden.“ Die VNP-Stiftung Naturschutzpark kann diesen großen Aufwand in der Landschaftspflege nur mit Förderung des Landes Niedersachsen, der Europäischen Union, der Landkreise und anliegenden Kommunen meistern. Eine große Unterstützung sind dabei ehrenamtliche Helfer aus der Region, die dem VNP mit zahlreichen Entkusselungsaktionen bei der Landschaftspflege helfen, diese einmalige Landschaft kommenden Generationen zu erhalten.

One comment

  1. Denn die historische Kulturlandschaft des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide ist durch Menschenhand entstanden und muss durch Menschenhand erhalten werden.“
    Warum?