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Frau Wasser und Herr Wald, hier beim vergangenen LZ-Pflanzfest in Dachtmissen, verkörpern das, was dem Verein Trinkwasserwald seit 20 Jahren am Herzen liegt. Foto: t&w
Frau Wasser und Herr Wald, hier beim vergangenen LZ-Pflanzfest in Dachtmissen, verkörpern das, was dem Verein Trinkwasserwald seit 20 Jahren am Herzen liegt. Foto: t&w

Trinkwasserwald feiert 20. Geburtstag

emi Lüneburg. 20 Jahre alt ist der gemeinnützige Umweltschutzverein „Trinkwasserwald“ in diesem Jahr geworden. Sein Geburtstag soll aber erst im Frühjahr 2016 gefeiert werden, passend zum nächsten „LZ-Blätterwald“. Zehn Pflanzfeste haben der Verein und die Landeszeitung seit 2007 schon gemeinsam ausgerichtet. 2500 Baumpaten haben dabei vor Ort mitgeholfen und 79000 neue Laubbäume an zehn Standorten zwischen Amelinghausen und Bleckede in die Erde gesetzt, noch mehr Menschen haben gespendet. Wie und wo das kommende Pflanzfest stattfinden soll, lässt Vorsitzender Heiner Rupsch noch offen denkbar sei der Großraum um Barendorf, Scharnebeck oder Bardowick. Der 60-Jährige freut sich aber schon jetzt auf die Feierlichkeiten. Und er blickt mit Stolz zurück auf das, was sein Verein in den vergangenen 20 Jahren erreicht hat.

Alles beginnt im Jahr 1992 mit einem Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, das 172 Staaten in Rio de Janeiro beschließen. Ziel ist es, einer weiteren Verschlechterung der Situation des Menschen und der Umwelt entgegenzuwirken. In dieser Zeit toben auch in Norddeutschland massive Stürme, „die insbesondere die vor 50 bis 100 Jahren einfach aufgebauten Wälder zerstörten“, sagt Rupsch. Der damalige Diplom-Ingenieur für Forstwirtschaft im Großraum Lüneburg macht sich Gedanken: „Was kann man tun, um die Gesellschaft zu motivieren, sich an der ökologischen Waldentwicklung zu beteiligen?“

Seine Idee: „Wir erreichen Menschen nur dann, wenn wir sie emotional bewegen. Wenn sie merken, dass das, was sie im Wald tun, ganz konkret mit ihrem Lebensalltag zu tun hat.“ In dem Forstbeamten Hans Hermann Steiger findet Rupsch einen ersten Mitstreiter. Den entscheidenden Schritt voran bringt die beiden eine wissenschaftliche Erkenntnis: Reine Kiefernbestände verdunsten fast den gesamten Niederschlag, unter Buchenwäldern jedoch sickern mehr als 20 Prozent des Jahresniederschlages in die Tiefe und fließen dem Grundwasser zu. „So kamen wir auf das Thema Wasser“, sagt Rupsch. Die Idee von Trinkwasserwald ist geboren.

Heiner Rupsch und seine Mitstreiter Hans Hermann Steiger und Alexander Pillath gründen 1995 zunächst einen Verein namens „Klimaschutz durch Wald“. Erst seit 2001 heißt er „Trinkwasserwald“ und zählt aktuell rund 200 Mitglieder. Er fördert deutschlandweit unter anderem den standortgerechten Waldbau, um damit langfristig Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern.

Die ersten fünf bis sechs Jahre muss die Gruppe um Heiner Rupsch intensive Basisarbeit leisten. Die Gründungsmitglieder klopfen bei verschiedenen Gremien in ganz Deutschland an, um eine Allianz zu schaffen, die ihre Botschaft mit unterstreicht. Auch die Landeszeitung als Medium, das für seine Produktion selbst Holz und Wasser benötigt, ist seit 2007 mit im Boot. „Sie motiviert die Leserschaft, sich der Ressourcenbildung und des Ressourcenschutzes gemeinsam anzunehmen“, sagt Rupsch. „Das ist eine total großartige und einmalige Geschichte.“

Beim LZ-Blätterwald wird für jeden gespendeten Laubbaum durch die Gemeinschaft ein Baum gepflanzt. Ein Hektar LZ-Blätterwald sichert so langfristig den gesamten Lebens-Wasserbedarf von rechnerisch 20 Personen.

Durch diese und ähnliche Aktivitäten sind bisher insgesamt 2300 Hektar Nadelwald zu „Trinkwasserwäldern“ umgewandelt worden. Rund zwei Milliarden Liter Grundwasser wurden laut Verein zusätzlich generiert. Eine Menge, die den Trinkwasserbedarf von mehr als 1,8 Millionen Menschen sichert lebenslang und generationsübergreifend. „Wir sind unheimlich stolz auf das, was wir erreicht haben“, sagt Heiner Rupsch, ein guter Grund zum Feiern.