Aktuell
Home | Lokales | BBS-Sporthalle wird zur Flüchtlingsunterkunft
Die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen: Handballer und Bogenschützen müssen sich schon in der nächsten Woche nach einer Alternative umsehen. Foto: t&w
Die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen: Handballer und Bogenschützen müssen sich schon in der nächsten Woche nach einer Alternative umsehen. Foto: t&w

BBS-Sporthalle wird zur Flüchtlingsunterkunft

sp Lüneburg. Die Kapazitäten in Lüneburgs regulären Gemeinschaftsunterkünften sind erschöpft. Die Hansestadt hat darum mit Vorbereitungen begonnen, um die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen (BBS) für einige Wochen als Notunterkunft nutzen zu können, um Engpässe zu überbrücken.

Bereits in diesen Tagen wird es konkret: Handwerker werden einen Schutzfußboden verlegen, Bauzäune aufstellen und die Halle einrichten, voraussichtlich am 17. Dezember finden die ersten 35 Flüchtlinge dann in der Halle ein vorübergehendes Dach über dem Kopf. Am Vorabend, Mittwoch, 16. Dezember 2015, bietet die Verwaltung einen Info-Abend an für Nachbarn, Beginn ist um 19.30 Uhr in der Aula (Forum) der BBS I, Spillbrunnenweg 1.  Kurz nach Ende der Weihnachtsferien, ab 11. Januar 2016, soll die Halle wieder dem Sport zur Verfügung stehen.

Die Planung von Unterkünften ist ein Dauerthema in der städtischen Verwaltung – und ein ständiges Bemühen um ein Mindestmaß an Planungssicherheit. So sind die wöchentlichen Zuweisungsquoten von rund 30 pro Woche jüngst sprunghaft auf 70 pro Woche geklettert. Nach dem Jahreswechsel allerdings scheint sich die Lage nach aktuellen Prognosen wieder etwas zu entspannen, da – was zwischenzeitlich strittig war – künftig doch bei den Zuweisungen berücksichtigt werden soll, ob auch das Land schon Flüchtlinge vor Ort untergebracht hat bzw. das noch tut. In Lüneburg ist beides der Fall. Im laufenden Jahr bzw. um den Jahreswechsel herum wird es allerdings eng, darum die Notlösung Sporthalle.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte wiederholt erläutert, dass Turnhallen die allerletzte Möglichkeit sein sollen. „Nach dem Aus für eine Nutzung des ehemaligen Kinder- und Jugendheims in Wilschenbruch sind wir an dem Punkt.“ Hinzu kommt, dass die Vorbereitungen für die Gemeinschaftsunterkunft Böhmsholz noch einige Wochen in Anspruch nehmen werden. Das Haus soll ab dem 11. Januar zur Verfügung stehen, um dann die rund 80 Flüchtlinge aus der Notunterkunft BBS-Sporthalle aufzunehmen.

Was heißt das für die jetzigen Nutzer der Sporthalle? Der Sportunterricht in den Abschlussjahrgängen der beruflichen Gymnasien ist gesichert. „Wir haben bereits Kontakt aufgenommen und Einvernehmen erzielt“, berichtet Thomas Wiebe, Bereichsleiter für Bildung und Betreuung bei der Hansestadt. „Der Schulsport kann auf die Hallen vom Johanneum, Lünepark und Schlieffenpark ausweichen. Und für den Vereinssport haben wir ebenfalls Lösungen gefunden.“ Außerdem sind Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis zum 6. Januar.