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Laut eines Statusberichts, den der Haushaltsausschuss des Wissenschaftsministeriums am Mittwoch in Hannover bekannt gab, ist beim Libeskind-Bau mit  15 Prozent Mehrkosten zu rechnen. Foto: t&w
Laut eines Statusberichts, den der Haushaltsausschuss des Wissenschaftsministeriums am Mittwoch in Hannover bekannt gab, ist beim Libeskind-Bau mit 15 Prozent Mehrkosten zu rechnen. Foto: t&w

Libeskind-Bau: 15 Prozent höhere Kosten

lz Lüneburg. Das Wissenschaftsministerium in Hannover geht beim Libeskind-Bau an der Uni Lüneburg nun offiziell von 15 Prozent Mehrkosten aus. Das hat Mittwoch das Wissenschaftsministerium in Hannover nach einer Sitzung des Haushaltsausschusses mitgeteilt. Dort wurde vertraulich über den aktuellen Sachstand zum Neubau des Zentralgebäudes der Leuphana Universität Lüneburg unterrichtet. Laut LZ-Informationen stehen die neuen Ist-Kosten bei rund 81 Millionen Euro.

Schon im Juni hatte das Ministerium in einem vertraulichen Bericht aufgelistet, dass die Ist-Kosten von 77,8 Millionen Euro prognostiziert um 7,6 Millionen Euro steigen könnten und weitere Risiken von fast vier Millionen Euro schlummern. Die Finanzierungsvorschläge der Uni wurden in dem Papier als Junk-Bonds und „bloße Hoffnungsoptionen“ eingestuft. Nun muss die Uni liefern. Sie muss jetzt für die Nachtragsbau-Unterlage neue Finanzierungsvorschläge vorlegen.

In einer Pressemitteilung heißt es jetzt: Der dritte Statusbericht zur Entwicklung des Bauvorhabens zeige, dass die vom MWK ergriffenen Maßnahmen zur Baubegleitung und zum Monitoring des Bauablaufs greifen und konsequent und transparent weiter geführt würden. Wie berichtet, ist es nicht der erste Preisschub beim Audimax. Ursprünglich war einmal von 57 Millionen Euro die Rede, mittlerweile nähern sich die Baukosten in Intervallen langsam der 90 Millionen-Euro-Grenze. Wie drückte das ein Insider in Hannover jetzt überspitzt aus: Beim Leuphana-Bau die Prognosen werden zu Ist-Kosten, die Risiken zu Prognosen, fragt sich, wie es mit den neuen Risiken aussieht.

Schon vor Zeiten ging der Landesrechnungshof im schlimmsten Fall von 125 Millionen Euro aus. Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, sagte Mittwoch: „Die von uns eingeführte enge interne und externe Begleitung des Bauprojekts zeigt Wirkung. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass der Bauablauf derzeit stabil ist und Schwierigkeiten im Vorfeld erkannt werden. Wir werden das Projekt weiterhin mit der notwendigen Sorgfalt und Transparenz begleiten.“

Nach Vorlage der ersten Nachtragsplanung hatte das MWK gemeinsam mit der Oberfinanzdirektion eine Kosteneinsparung von rund 3,7 Millionen Euro identifiziert, die in den Planungen berücksichtigt wurde. Seit 2013 wird das Bauprojekt eng begleitet, ein externer Projektsteuerer wurde in Absprache mit der Universität eingesetzt. Dieser steuert Bauablauf, Kosten, Termine und Mittelanforderungen gemeinsam mit der Universität. Das Vorhaben wird weiterhin eng durch das MWK begleitet. Wie vom MWK auf der Grundlage der Prüfungen der Oberfinanzdirektion Niedersachsen bereits 2014 dargestellt, bleiben weitere Risiken bestehen. „Laut dem jetzt vorgelegten Statusbericht  ist absehbar, dass eine weitere Nachtragsplanung vorgelegt wird“, sagt Ministerin Heinen-Kljajić. Hintergrund seien bereits in der Risikobewertung angenommene Kostensteigerungen im Ablauf der Baumaßnahme, die in den kommenden Wochen die zuletzt genehmigten Kosten um mehr als 15 Prozent überschreiten könnten. Damit liegen zu Beginn 2016 belastbare Zahlen für eine zweite Nachtragsbauunterlage (Nachtrags-Z-Bau) vor, die voraussichtlich im Frühjahr erarbeitet wird.

4 Kommentare

  1. ach, die rechenkünstler werden auch immer kreativer. die ausreden der politik auch. ob kommunalpolitiker alles unterschreiben werden? ein herr pauly´hat ja schon seine unterschrift zugesagt. die anderen lämmer werden bestimmt folgen. grenze überschritten und jetzt heißt es: führer befehl, wir folgen. im stillgestanden durch diese tür.
    Im Formaldienst werden diese Formen eingeübt. Ihre Beherrschung und einheitliche
    Anwendung schult Sicherheit im Auftreten und trägt so zur äußeren Disziplin des Politikers
    und der Politik bei.
    Haltung und Auftreten jedes einzelnen Politiker`s prägen das Ansehen der
    Politik in der Öffentlichkeit mit.
    Vom äußeren Erscheinungsbild wird oft auf den inneren Zustand der Politik geschlossen.
    Nicht zuletzt deshalb muss jeder Politiker auf ein tadelfreies Verhalten achten und seine Parteifreunde
    auf Nachlässigkeiten hinweisen.

  2. Ach! Wer hätte das gedacht. Wurde anfangs nicht von rund 55 Millionen geredet. Aber es gab schon damals mehrere weitsichtige Kommentatoren hier, die das zu bezweifeln wagten. Zu der Leitung der Uni und deren Kalkulation erübrigt sich jeder Kommentar. Ich frage mich nur, warum sie dennoch weiter hofiert und gelobt werden.

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    Auch wenn es bis zur Nutzung unseres Bauwerks in Lüneburg noch eine ganze Weile dauern wird, erweitert es jetzt schon jeden Geldbeutel, das Wissen der Fakultät für Mathematik und die Horizonte des Wissenschaftsmysteriums in Hannover um Jahrzehnte:
    Die Spoun-Formel der Hintereinanderschaltung mehrerer Preiserhöhungen.
    Erst werden 10 % additiert, dann noch einmal 10 %.
    Insgesamt werden 21 % addiert, nicht etwa 20 %.
    Beweis: x mal 1,10 mal 1,10 = x mal 1,21

  4. Libeskind-Bau: 63 Prozent höhere Kosten

    Ursprünglich (offiziell bis Mitte Oktober 2013) war einmal von 57 Millionen Euro die Rede, im vergangenen Jahr wurden dann rund 72 Millionen genehmigt. Werden auch Prognosen und Risiken einkalkuliert, rechnet das Ministerium nun mit möglichen Gesamtkosten in Höhe von 92,6 Millionen Euro.

    Nach Adam Riese ist ein Anstieg von 57 auf 92,6 Millionen Euro ein Anstieg um 62,46 Prozent, also rund 63 Prozent.

    Sollten die 125 Millionen erreicht werden, würde es sich um eine Steigerung von 119, 3 Prozent handeln.

    Und wofür das alles? Damit die sogenannte „Universität“ ihre „Räumlichkeiten“ in dieser überflüssigen und geschmacklosen Protz-Architektur an Waffenhersteller und politische Extremisten vermieten kann?

    Wie viele Elbbrücken oder Sozialwohnungen hätten Manfred Nahrstedt und Ulrich Mädge allein für die Differenz von rund 70 Millionen Euro in Kreis und Stadt bauen lassen können?

    Ottmar Karschunke