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Der Beginn einer Filiale? Im Baugebiet Ilmenaugarten hat die Hamburger Sparkasse eine Kurzzeit-Zweigstelle aufgebaut. Foto: t&w
Der Beginn einer Filiale? Im Baugebiet Ilmenaugarten hat die Hamburger Sparkasse eine Kurzzeit-Zweigstelle aufgebaut. Foto: t&w

Versuchsballon der Haspa?

cec Lüneburg. In seinem unauffälligen Design könnte er glatt als Baucontainer durchgehen — wäre da nicht die Neonschrift, die in leuchtenden Buchstaben verkündet: Hamburger Sparkasse (Haspa). Im zentralen Neubaugebiet Ilme­naugarten direkt an den Gleisen sieht es so aus, als würde das hanseatische Geldinstitut sich anschicken, seine erste Filiale in der Salzstadt auf den Weg zu bringen, in der bislang die Lüneburger Sparkasse Platzhirsch ist. Droht da etwa ein Großangriff aus Hamburg?

Einen solchen hat sich die Hamburger Sparkasse schon einmal geliefert — in den 80er-Jahren mit dem Land Schleswig-Holstein. Damals ging es um Revierkämpfe an den nördlichen Grenzen Hamburgs. In dem langen Rechtsstreit, der auf juristischer Ebene erst vor dem Bundesverwaltungsgericht sein Ende fand, wurde der Haspa zunächst untersagt, weitere Geschäftsstellen in den an Hamburg grenzenden Gemeinden Schleswig-Holsteins zu eröffnen. Die oberste Instanz gab der Haspa schließlich Recht. Sie darf im Hamburger Umland Filialen eröffnen. Hintergrund des Verfahrens war das Regionalprinzip, nach dem eine Sparkasse prinzipiell nur auf dem Gebiet ihrer Träger tätig sein darf. Dies gelte aber nicht für die Haspa, urteilte das Gericht, freie, privatrechtlich organisierte Sparkassen dürften auch außerhalb ihres Gründungsgebietes Zweigstellen errichten.

Wilderei in Lüneburg wäre also — rechtlich — abgesegnet. Bei vereinzelten Absch(l)üssen soll es nach Angaben der Haspa derzeit auch bleiben: „Wir haben für die Bauträger, die zum Teil langjährige Kunden sind, den Erwerb und die Erschließung des Grundstücks finanziert. So liegt es auf der Hand, dass wir diese auch bei der Vermarktung der Wohnungen unterstützen. Deshalb haben wir vorübergehend einen Beratungscontainer im Baugebiet aufgestellt“, sagt Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg.

Die „angegriffene“ Lüneburger Sparkasse, die mit Thomas Piehl einen ehemaligen Haspa-Mann als designierten Vorstandsvorsitzenden hat, gibt sich zumindest nach außen gelassen: „Wir haben den Container und die Aktivitäten der Haspa zur Kenntnis genommen. Für uns ist das Thema nicht neu. Es ist seit Jahren bekannt, dass die Haspa hier sowohl im Kunden- als auch im Immobiliengeschäft tätig ist. Sie definiert ihr Geschäftsgebiet anhand der Grenzen der Metropolregion Hamburg“, sagt Sprecher Frank Elsner. So gehört zum Beispiel auch die am Platz Am Sande ansässige Grossmann & Berger GmbH zur Haspa-Gruppe. Das Lüneburger Geldinstitut fürchte den Wettbewerber nicht: „Wir haben eine sehr starke Marktposition in der Region. Die Menschen in der Region vertrauen uns. Im Bereich der Baufinanzierung hatten wir im vergangenen Jahr das beste Ergebnis unserer Geschichte, bis heute ist es nochmals um 50 Prozent gewachsen“, lauten Elsners Argumente.

4 Kommentare

  1. Zitat von Herr Elsner:

    „Im Bereich der Baufinanzierung hatten wir im vergangenen Jahr das beste Ergebnis unserer Geschichte, bis heute ist es nochmals um 50 Prozent gewachsen“

    Ach – woher das wohl kommt!
    Wie ich durch einige Kommentartoren erfahren habe, ist es ja auch kein Wunder, wenn alle Baugrundstücke
    im sogenannten „Hanseviertel“ ausschließlich durch die Sparkasse Lüneburg vermarktet werden.

    • Die haben die Grundstücke ja auch gekauft und erschlossen. Dadurch halten sie das auch in eigener Hand. Das Risiko mit Bomben etc. hatten sie ja auch.

      • Ja, das stimmt auch!
        Aber als das Gelände vom Bund freigegeben wurde ,warum hat dann ,wie „automatisch“, die Sparkasse den Zuschlag erhalten?
        Etwa weil Hr.Mädge bei denen im Führungszirkel herumgeistert???
        Ich will ja nicht schon wieder mit dem K-Wort anfangen aber ein sehr fader Beigeschmack bleibt doch,oder?

  2. “ Das Lüneburger Geldinstitut fürchte den Wettbewerber nicht: „Wir haben eine sehr starke Marktposition in der Region. Die Menschen in der Region vertrauen uns.“
    Dann kommen Sie am besten gleich mal von Ihrem hohen Ross runter und besuchen schnell Ihre schließenden Filialen im Landkreis Lüneburg. Die Ältere Generation der Bürgerinnen und Bürger ist schon fleißig am kochen, wegen des Null persönlichen Services dann in ihren Dörfern!!! Die heiße Kartoffel bekommen sie dann kostenlos für ihren Staffellauf!