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Mit der Kamera dokumentiert der Bleckeder Jens Lohmann den Abriss der alten Sparkasse. Dieses Foto entstand am Dienstag, es wurde mit dem Abdecken des Daches begonnen. Foto: lohmann
Mit der Kamera dokumentiert der Bleckeder Jens Lohmann den Abriss der alten Sparkasse. Dieses Foto entstand am Dienstag, es wurde mit dem Abdecken des Daches begonnen. Foto: lohmann

Alte Sparkasse Bleckede: Abrissgegner geben nicht auf

off Bleckede. Der Kampf gegen den Abriss der alten Bleckeder Sparkasse geht in die nächste Runde. Während die Zerstörung des Gebäudes weiter voranschreitet, Bauarbeiter das Dach inzwischen zu Teilen abgedeckt haben, hat die Initiative „Bürger gegen den Abriss der alten Sparkasse“ sich weiter organisiert und eine Unterschriftenaktion vorbereitet. „Wir werden alles versuchen, um den Abriss doch noch zu verhindern“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Thomas Weiseth. Sollte das nicht gelingen, will die Initiative dennoch ihre Schlüsse daraus ziehen – und sich „mit aller Kraft dafür einsetzen, dass so etwas in Bleckede nicht noch einmal passieren kann“.

Zusammengeschlossen haben sich in der Initiative rund 20 Bleckeder Bürger, darunter etliche Gewerbetreibende und Hausbesitzer aus der Innenstadt. Die meisten von ihnen seien geschockt, dass der Abriss des historischen Gebäudes einfach so möglich ist, berichtet Weiseth. „Damit das nicht wieder passiert, wollen wir für eine Gestaltungssatzung kämpfen.“ Kern des Regelwerks soll der Erhalt der historischen Innenstadt sein, „das heißt, Hauseigentümer sollen gehindert werden, einfach so historische Gebäude abzureißen.“

Tatsächlich geht das „einfach so“ bei vielen Gebäuden der Innenstadt auch jetzt schon nicht, da ein Großteil der Häuser unter Denkmalschutz steht. Die alte Sparkasse hingegen – 1984 als Denkmal ausgewiesen – ist 2000 vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) wieder gestrichen worden. Warum, darüber gibt es beim NLD keine Aufzeichnungen. „Weder die Gründe für die Aufnahme des Gebäudes in die Denkmalliste noch die Streichung wurden dokumentiert“, sagt Denkmalpfleger Dr. Gernot Fischer. Für die Bleckeder Abrissgegner steht allerdings fest: Die Aufhebung des Denkmalschutzes hätte niemals geschehen dürfen.

In den Archiven hat der Bleckeder Jens Lohmann nach Informationen zur Bewertung der Bedeutung des Gebäudes gesucht – und ist in dem Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung der Stadt Bleckede vom Mai 1988 fündig geworden. Dort geht es vor allem um das Ensemble aus der alten Sparkasse, der noch älteren Sparkasse schräg gegenüber (Lauenburger Straße 2) und dem ehemaligen Hotel zum Löwen. Der Architekt stellte damals fest: „Den räumlichen Abschluss der Friedrich-Kücken-Straße bildet das dreigeschossige Gebäude (ca. 1820 erbaut) einer ehemaligen Gaststätte. Dieses Fachwerkgebäude ist wegen seiner Stellung und Lage für das Ortsbild bedeutend. Hinzu kommt noch, dass es mit zwei weiteren mächtigen Gebäuden, die 1899 und 1933 errichtet wurden, korrespondiert.“ Diese drei Gebäude, die eng beieinanderstehen, zeigten die Gestaltungsprinzipien verschiedener Stil-Epochen und seien darum ortsbildbedeutend.

Doch auch das Ensemble steht nicht unter Schutz – rechtlich ist der Inhaber des Gebäudes auf der sicheren Seite, der Landkreis Lüneburg hat den Abriss genehmigt. Entstehen soll auf dem Gelände der alten Sparkasse laut Eigentümer ein Parkplatz – ein Plan, der offenbar nicht nur bei den Mitgliedern der Initiative auf Widerstand stößt. Die Facebook-Gruppe der Initiative „Alte Sparkasse in Bleckede – für den Erhalt“ (erstellt am 2. Dezember) wurde bis gestern Abend von 151 Nutzern mit „Gefällt mir“ markiert. Die Initiative ist überzeugt, Hunderte Unterschriften gegen den Abriss sammeln zu können. Übergeben wollen sie die Liste an Kreis, Stadt und Hauseigentümer – auch um zu zeigen, dass nicht nur sie, sondern ein Großteil der Bleckeder gegen den Abriss der alten Sparkasse sind.

Satzung bereits in Vorbereitung

Mit dem Vorschlag, für die Bleckeder Innenstadt eine Gestaltungssatzung zu erlassen, stoßen die „Bürger gegen den Abriss der alten Sparkasse“ in der Bleckeder Stadtverwaltung auf offene Ohren.

Wie berichtet, ist die Stadt Bleckede in diesem Jahr in die Städtebauförderung des Landes aufgenommen worden, gestern haben sich Bürgermeister Jens Böther und das beauftragte Fachbüro „BauBeCon“ über das weitere Vorgehen verständigt. „Dabei haben wir vereinbart, eine Gestaltungs- und Erhaltungssatzung vorzubereiten“, informierte der Verwaltungschef. Ende Januar des kommenden Jahres wird die Verwaltung den Bauausschuss bei seiner Sitzung über den Stand der Dinge informieren.