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Auf diesem Areal an der Hamburger Straße soll Gewerbe angesiedelt werden sowie eine  Unterkunft für Flüchtlinge mit bis zu 150 Plätzen. Foto: be
Auf diesem Areal an der Hamburger Straße soll Gewerbe angesiedelt werden sowie eine Unterkunft für Flüchtlinge mit bis zu 150 Plätzen. Foto: be

Flüchtlinge in Lüneburg: Stadt rückt an die Landwehr ran

as Lüneburg. Zwei Dinge will die Stadt mit dem Bebauungsplan „Papenburg/Landwehr“ auf den Weg bringen: Einerseits soll eine Fläche für Gewerbe ausgewiesen, andererseits die Voraussetzung geschaffen werden, dass eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge entstehen kann. Der Bauausschuss votierte einstimmig für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans – im Beisein des Ortsrates Ochtmissen, auf dessen Gebiet sich die Fläche befindet.

Rund 21 Hektar ist das Areal groß, das zwischen der Hamburger Straße, der Autobahn 39 und der ehemaligen Landwehr liegt. An der Hamburger Straße gibt es bereits das Autohaus Krüll nebst Werkstätten sowie eine ältere Wohnbebauung, für diese Fläche galt bisher der Bebauungsplan „Papenburg“. Im ehemaligen Hotel Landwehr sind bereits heute Flüchtlinge untergebracht. Der Ausschuss sprach sich für die Aufhebung des bestehenden Bebauungsplans auf.

Durch die Aufstellung des neuen und die Änderung des Flächennutzungsplanes soll es nun möglich werden, dass landwirtschaftliche Flächen anders genutzt werden, nämlich als Gewerbegebiet und in einem kleinen Teilbereich für Wohnen. In Anbetracht der steigenden Flüchtlingszahlen plant die Stadt dort eine weitere Unterkunft. War im Ortsrat Ochtmissen noch die Rede von 70 Plätzen, hieß es nun im Bauausschuss, dass voraussichtlich bis zu 150 Plätze in einer mobilen Anlage entstehen sollen. Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, stellte Eckdaten der Planung im Ausschuss vor und machte dabei deutlich, dass laut Forstgesetz ein Mindestabstand zur Landwehr von mindestens 30 Metern gegeben sein müsse.

Jens-Peter Schultz, Ochtmissens Ortsbürgermeister, sprach sich für die Planung aus, da sie eine positive Entwicklung ermögliche. Er machte auch deutlich: In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden, „werden wir uns der Diskussion um weitere Standorte und Plätze nicht verschließen“. Eins sei ihm allerdings wichtig: der Schutz der Biotope an der Landwehr. Auch Christian Burgdorff, der für den Arbeitskreis Lüneburg Altstadt als beratendes Mitglied im Ausschuss sitzt, richtete den Blick darauf. „2009 waren wir überhaupt nicht einverstanden, dass Bardowick an die Landwehr heranrückt“, denn es handle sich um ein erlebbares Naturdenkmal. Damals habe es geheißen: 50 Meter Abstand. „30 Meter kommt mir jetzt inakzeptabel vor.“ Eberhard verwies auf die Festlegung im Forstgesetz. Natürlich werde die Stadt die Landesdenkmalbehörde beteiligen, ein größerer Abstand sei durchaus möglich.

Bernd Hufenreuther (SPD), Mitglied des Ortsrates Ochtmissen, wollte wissen, wie die Eigentumsverhältnisse sind. Stadtbaurätin Heike Gundermann erklärte, dass es viele Eigentümer gebe, mit denen die Stadt erste Gespräche geführt habe. Sie erläuterte auch auf die Frage von Klaus-Dieter Salewski (SPD), dass vorrangig Gewerbegebiet entstehen solle und nur in den Randbereichen Wohnen. Ulrich Löb (Grüne) plädierte da für verdichtetes Bauen.