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Die prächtige Kulisse ins richtige Licht gesetzt, davor der traditionelle Weihnachtsmarkt – das lockt viele Besucher in der Adventszeit nach Lüneburg. Foto: be
Die prächtige Kulisse ins richtige Licht gesetzt, davor der traditionelle Weihnachtsmarkt – das lockt viele Besucher in der Adventszeit nach Lüneburg. Foto: be

Vorweihnachtszeit: Lüneburgs Tourismus-Geschäft boomt

mm Lüneburg. Verstopfte Straßen, volle Hotels und Scharen von Menschen, die in die Innenstadt strömen: Der Trubel der Vorweihnachtszeit hat Lüneburg fest im Griff und ist für die Tourismusbranche, den Handel und die Gastronomie eine schöne Bescherung. Einziger kleiner Dämpfer im Weihnachtsgeschäft: Die Bekleidungsläden haben bisher noch nicht allzuviele Winterjacken und -schuhe verkauft – es war schlicht nicht kalt genug.

Zwischen 40 und 60 Fernbusse kommen allein an jedem Adventswochenende am Marktplatz an. Jeder ist gefüllt mit etwa 60 Reisenden. Das ergebe schon mindestens 2400 Besucher jedes Wochenende, sagt Ines Utecht von der Lüneburg Marketing GmbH, die auch die Tourist-Info betreibt. Diese Zahl könne man „locker verdoppeln“, meint sie. Denn nicht nur nahe der Tourist-Info kommen Busse an, auch in anderen innerstädtischen Bereichen.

Voll sind auch die Züge aus Hamburg, Lübeck und Uelzen, hinzu kommen die vielen Besucher, die mit dem Auto anreisen. Und natürlich die zahlreichen Lüneburger selbst. Ines Utecht schätzt, dass in der Vorweihnachtszeit „deutlich mehr als 100 000 Menschen“ die Stadt besuchen. Um durch die Weihnachtsstadt zu schlendern, einzukaufen, zu essen und eventuell auch über Nacht zu bleiben. Doch wer jetzt noch ein Hotelzimmer reservieren möchte, könnte leer ausgehen. Zumindest an den Wochenenden. Da seien die Lüneburger Hotels „ausgebucht“, sagt Ines Utecht. Aber mit Glück gebe es wohl noch die eine oder andere freie Ferienwohnung zu mieten.
Auch Martin Zackariat, Vorsitzender im Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga), spricht von „belegten Hotels“. Die allerdings in der zweiten Dezember-Hälfte wieder vereinzelt freie Zimmer hätten: „Es gibt dann weniger Tagungen.“ Dafür noch Weihnachtsfeiern. Von denen profitieren die Gas­tronomen. Es gebe „höhere Einnahmen“, sagt Zackariat. Aber nicht nur durch die Festgesellschaften, auch die übrigen Gäste geben in der Weihnachtszeit schon mal mehr Geld für ein Menü aus, lassen sich Ente und Gans schmecken, doch auch Grünkohl und Wildgerichte seien beliebt.

Außer den Gastronomen freuen sich auch die Händler über stärkere Umsätze während der Vorweihnachtszeit. „Wir stehen noch am Anfang des Weihnachtsgeschäfts und sind hoffnungsfroh, eine Steigerung des Umsatzes um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreichen zu können“, sagt Heinz Georg Frieling, Geschäftsführer im Einzelhandelsverband Harz-Heide. Für Lüneburg allein könne er keine Zahlen nennen, bundesweit aber erwarte der Einzelhandel ein Umsatzvolumen von 86,7 Milliarden Euro. Aufgrund des eher warmen Wetters hinke die Nachfrage nach Winterjacken oder -schuhen allerdings noch dem Angebot hinterher. Besser laufe der Verkauf von Unterhaltungselektronik, Uhren und Schmuck. Um das Verkaufsgeschäft weiter anzukurbeln, gibt es seit Oktober eine neue Idee: Das „Late Night Shopping“ am dritten Freitag eines Monats bis 22 Uhr.

Es gibt aber auch Konkurrenz für den stationären Handel: das Internet. Die vielen Online-Käufe mit zweistelligen Zuwachsraten sieht Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagements (LCM), naturgemäß nicht so gern. Für die Innenstadt-Läden könne das „auf Dauer Probleme geben“, wenn Kunden ihren Geschäften vor der Haustür nicht die Treue halten.

Alternativ müssten noch mehr von außerhalb kommen. Dafür würden zumindest zu Spitzenzeiten zusätzliche Parkplätze benötigt, vor allem an den Adventswochenenden sind Stellplätze rar. Die Stadt öffnet deshalb stets die Sülzwiesen, die dann zum Großparkplatz mit 1800 Stellplätzen werden. Zusätzlich öffnen sonnabends die Parkplätze am Behördenzentrum Auf der Hude und am Finanzamt ihre Schranken, dort können rund 500 bis 600 Autos parken. Die Parkhäuser am Bahnhof, am Lünepark, am Rathaus, am Klinikum und Stadtmitte halten zusammen rund 2600 Stellplätze bereit.

Beliebt bei Lüneburg-Besuchern, egal ob sie mit Auto, Zug oder Bus kommen, sind aktuell auch spezielle Stadtführungen wie „Hansespuren und Lichterglanz“ und „Giebel im Licht“. Für das zweite Angebot wünscht sich Ines Utecht „noch mehr Beteiligung der Hauseigentümer“. Damit die Stadt noch schöner leuchtet für ihre vielen Besucher. Schließlich sollen sie mal wiederkommen.

2 Kommentare

  1. Unstrittig ist dies für die Stadt ein erfreuliches Ergebnis, weil es dem Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie ordentliche Umsätze beschert.
    Für den Lüneburger Bürger wird indes die Innenstadt immer unattraktiver, wer hat den schon Lust nahezu ganzjährig mit Unmengen von Touristen durch die Innenstadt zu schieben, um die ganz normalen Einkäufe zu erledigen oder um Tische im Restaurant oder Kaffee zu wetteifern. Ich empfinde diesen stetigen Touristenstrom als zunehmend unangenehm und fühle mich in meiner eigenen Stadt als Tourist.

  2. Das passt jetzt vielleicht nicht ganz zum Artikel, aber wenn immer mehr Leute den Weihnachtsmarkt besuchen wollen und/oder sollen.
    Wäre es nicht ENDLICH mal angebracht die Stände etwas weiter auseinander zu ziehen, und den frei werdenen Platz nicht mit neuen Ständen zuzustellen, damit man ohne Panik über den Markt schlendern kann, vielliecht dann auch mal mit Kind und Kegel, ohne bedrängt und gedrückt zu werden.
    Oder ist das Gedränge gewünscht – „…weil es so schön heimelig ist!!!“.