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„What are you hiding?“ – „Was versteckt Ihr?“, wollen die Demonstranten am Rande der Klimaverhandlungen wissen. Foto: malte groß
„What are you hiding?“ – „Was versteckt Ihr?“, wollen die Demonstranten am Rande der Klimaverhandlungen wissen. Foto: malte groß

Klimawandel: Lüneburger kämpft in Paris

lz Paris/Lüneburg. Wenn in diesen Tagen bei der UN-Klimakonferenz die Repräsentanten aus knapp 200 Nationen Rahmen und Regeln der internationalen Klimapolitik für die nächsten Jahrzehnte abstecken, ist ein Lüneburger vor Ort dabei: Malte Groß hat als Mitglied der BUNDjugend gemeinsam mit jungen Menschen anderer Jugendorganisationen in der französischen Hauptstadt protestiert, um auf die „Intransparenz des Verhandlungsprozesses“ hinzuweisen. Die Aktivisten kritisierten vor allem, dass den Beobachtern von Umweltschutzorganisationen der Zugang zu den sogenannten „Spin-Off-Verhandlungen“ verwehrt bleibt.

Im Kampf gegen den Klimawandel

Malte Groß aus Lüneburg hat an der Leuphana Nachhaltigkeitswissenschaften studiert.
Malte Groß aus Lüneburg hat an der Leuphana Nachhaltigkeitswissenschaften studiert.

Die jungen Aktivisten hielten ein Banner mit der Aufschrift „What are you hiding?“ (Was versteckt Ihr?) hoch und wiesen in einem kurzen Theaterstück darauf hin, dass aus ihrer Sicht die Lobbygruppen der Unternehmen einen viel zu großen Einfluss auf die hinter verschlossenen Türen stattfindenden Verhandlungen nehmen. Sie forderten, dass ein neues Klimaabkommen die historische Verantwortung der Industriestaaten für den Klimawandel und die Bedürfnisse armer Länder berücksichtigen müsse.

Der 27-jährige Malte Groß ist Absolvent der Leuphana im Fach Nachhaltigkeitswissenschaften und als Beobachter in Paris, um sich für Klimagerechtigkeit einzusetzen. „Hinter verschlossenen Türen versuchen die Industriestaaten, den Klimadeal zu schwächen. Sie wollen die Aspekte streichen, die für Entwicklungsländer besonders wichtig sind, wie Anpassungsmaßnahmen und eine gerechte Verteilung der Lasten. Das können wir nicht zulassen“, findet er.

Als Grund für den Ausschluss der Zivilgesellschaft in den Spin-Off-Verhandlungen werden auf der offiziellen Konferenz-Internetseite „logistische Gründe“ und „Platzmangel in Verhandlungsräumen“ genannt. Einige Länderdelegationen hätten für die Zugangsbeschränkung plädiert, um „schnellere Entscheidungen im Verhandlungsprozess zu ermöglichen“. Vom französischen Außenminister Laurent Fabius, der den Vorsitz auf der Pariser Klimakonferenz innehat, werde die Meinung zwar nicht geteilt, jedoch respektiert.

„Die demokratische Legitimierung der Klimakonferenz ist ernsthaft gefährdet, weil sich Großunternehmen der Kohle-, Öl- und Atomindustrie durch gesponserte Gelder in die UN-Klimakonferenz einkaufen“, wertet der Lüneburger. „Durch die Lobbyarbeit der Unternehmen könnten die Verhandlungsergebnisse beeinflusst werden. Was wir wirklich brauchen, ist ein ambitioniertes, verbindliches und faires Klimaschutzabkommen, das die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius begrenzt.“ Auf der Liste der offiziellen Sponsoren der UN-Klimakonferenz stünden unter anderem die Energiekon­zerne EDF und Engie/GDF-Suez, die Fluggesellschaft Air France und der Automobilkonzern Renault-Nissan.