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Bei der Sanierung der Sporthalle am Gymnasium Oedeme vor fünf Jahren wurde offensichtlich gepfuscht, unter den Folgen leiden jetzt Schüler und Sportvereine. Foto: t&w
Bei der Sanierung der Sporthalle am Gymnasium Oedeme vor fünf Jahren wurde offensichtlich gepfuscht, unter den Folgen leiden jetzt Schüler und Sportvereine. Foto: t&w

Oedeme: Einsturzgefahr in der Umkleidekabine

ahe Lüneburg. Pfusch am Bau: Weil die Decken in den Umkleideräumen, Fluren und Duschen des Erdgeschosses einsturzgefährdet sind, hat der Landkreis Lüneburg die große Sporthalle am Gymnasium Oedeme gesperrt. Zwar drohe in der Halle selbst keine Gefahr, doch Schüler und Sportler müssten durch den gefährdeten Bereich hindurchgehen, um in die Halle zu gelangen. Die Vereine, die die Halle nutzen, seien informiert worden.

Eine Ausnahmeregelung hat der Kreis für den HVL gefunden: Die Handballer sollen zumindest ihre für dieses Wochenende anstehenden Heimspiele in der Halle austragen können — mit einem provisorischen Zugang über das Obergeschoss, so dass keine Gefahr drohe. Schließlich ist der Verein durch den Wegfall der BBS-Halle, die zur Unterbringung von Flüchtlingen umfunktioniert wird, eh schon arg gebeutelt.

Vor fünf Jahren war die Oedemer Sporthalle saniert worden. „In der Folge haben wir Risse in der Decke des Erdgeschosses entdeckt“, sagt Hans-Richard Maul, Fachbereichsleiter Service beim Landkreis. Für den Kreis war klar: Die Baufirma hatte nicht korrekt gearbeitet. Offenbar waren falsche Dübel verwendet worden. Die ganze Sache landete vor Gericht, im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens habe sich ein Gutachter die Halle genau angesehen. Sein Urteil: „Deckenabsturzgefahr“, die Baumängel seien „nicht heilbar“. Maul sagt: „Als wir diese Einschätzung erhalten haben, blieb uns nichts anderes übrig, als den betroffenen Bereich aus Gründen der Sicherheit umgehend zu sperren.“

Es gebe nun zwei Möglichkeiten, um die Halle auch kurzfristig wieder nutzen zu können: „Entweder ziehen wir Stützen ein, oder wir entfernen die Rigipsplatten und hätten dann den nackten Beton freiliegen.“ Die Betondecken selbst seien statisch unbedenklich. Der Kreis werde alles daran setzen, damit Schüler und Sportler wieder regelmäßig und ungefährdet Sport in der Halle treiben können. „Wie lange das dauern wird, lässt sich noch nicht abschätzen“, sagt Maul. Auch die Kosten für die Nachbesserung, wenn neue Decken eingezogen werden, dürften aktuell noch nicht zu beziffern sein.

Umdisponieren heißt es zunächst für das Gymnasium Oedeme. Direktor Dieter Stephan erklärt: „Teilweise kann Sportunterricht zwar weiterhin stattfinden, weil die Zwei-Feld-Halle im Obergeschoss weiter genutzt werden kann, aber die ist für unsere Klassen eigentlich zu klein. Teilweise findet also erstmal anderer Unterricht als Sport statt. Wir hoffen, dass nach den Weihnachtsferien wieder beide Hallen komplett zur Verfügung stehen.