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Große symbolische Schlüssel überreichen Lüwobau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke (l.) und Projektleiter Henning-Müller Rost an (v.v.l.) Inge Häusler, Magadalene Krüger und Roswitha Beer. Sie gehören zu den ersten Bewohnerinnen im Ursulahaus. Foto: t&w
Große symbolische Schlüssel überreichen Lüwobau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke (l.) und Projektleiter Henning-Müller Rost an (v.v.l.) Inge Häusler, Magadalene Krüger und Roswitha Beer. Sie gehören zu den ersten Bewohnerinnen im Ursulahaus. Foto: t&w

Generationswechsel an der Wallstraße

mm Lüneburg. Das Steigen von 38 Treppenstufen hinauf zu ihrer Wohnung ist für Inge Häusler mit einem künstlichen Kniegelenk fast zu einer Tortur geworden. Und nun sagen die Ärzte, auch ihr anderes Knie müsste beizeiten ersetzt werden. Die 70-Jährige hat Angst, dass sie es nach dieser Operation ohne Fahrstuhl nicht mehr zu ihrer Wohnung schafft.

Die Angst kann sie nun abschütteln. Inge Häusler hat ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit ihrem Mann Peter zieht die Rentnerin um in eine barrierefreie Wohnung, die per Fahrstuhl zu erreichen ist. Und sie ist neu, liegt im Ursulahaus an der Wallstraße. Der innerstädtische Wohnkomplex wurde am Sonnabend eröffnet.
Vor dem Haupteingang wartet Heiderose Schäfke, Geschäftsführerin der Lüneburger Wohnungsbau GmbH (Lüwobau) auf die ersten Bewohner der neuen Wohnanlage, die auf dem Grundstück der ehemaligen St.-Ursula-Schule zwischen Wall- und Ritterstraße steht. Hier läuft ein Generationswechsel. Kinder sind gegangen, Senioren kommen. Vorgehalten sind die Wohnungen für ältere Menschen ab 60 Jahren, mit schmalem Geldbeutel und einem Wohnberechtigungschein. Vier der insgesamt 34 Wohnungen sind behindertengerecht.

Heiderose Schäfke freut sich, dass der Neubau „im Zeitplan und unter Einhaltungen der Kosten“ abgeschlossen wurde. Lediglich eine Mehrleistung von einem Prozent musste die Lüwobau verbuchen. Im Ergebnis macht das rund 2,6 Millionen Euro, die für den Neubau ausgegeben wurden. In den nächsten Wochen ziehen die Bewohner ein. Manche noch vor Weihnachten. Wie Inge und Peter Häusler. Ihr Einzugstermin ist am kommenden Freitag. Die Vorfreude ist riesig. Auch wenn es noch Abschiedsschmerz gibt. Die Häuslers hatten in ihrer bisherigen Wohnung am Kreideberg 15 Jahre lang gelebt. Nun erleben sie einen Tapetenwechsel. Und müssen ihren Hausstand dezimieren. Wie ihren großen Kleiderschrank, der nun um etwa zwei Meter kleiner ausfalle. Viele Möbel ließen sie in ihrer alten Wohnung zurück, manche spendeten sie an das Möbelhaus Sack und Pack.

Auch OB Ulrich Mädge (SPD) kommt zur Schlüsselübergabe, er sagt: „Das Gebäude ist auch ein Baustein, um das Angebot auf dem Lüneburger Wohnungsmarkt für Menschen mit besonderen Anforderungen und schmalem Geldbeutel zu erweitern.“ Mädge, der im Aufsichtsrat des kommunalen Unternehmens Lüwobau sitzt, stellt für 2016 den Neubau „von 100 Wohnungen in diesem Segment“ in Aussicht. Dann könnten sich noch mehr Senioren wie Inge Häusler über eine Wohnung freuen. Für sie und ihren Mann sei das innenstadtnahe Wohnen in ihrem Alter „ein Traum“ — den sie nun leben können. Und das gilt auch für jemanden, der davon bis jetzt noch nichts weiß: Eine der Wohnungen wartet noch auf Interessenten.