Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Eisbrecher für Hamburger Hafen absolvieren letzten Probelauf vor Lauenburg
Am Montag haben sich die Tore der Hitzler-Werft geöffnet für die letzten Testfahrten der beiden Eisbrecher Johann Reinke und Christian Nehls auf der Elbe. Foto: tja
Am Montag haben sich die Tore der Hitzler-Werft geöffnet für die letzten Testfahrten der beiden Eisbrecher Johann Reinke und Christian Nehls auf der Elbe. Foto: tja

Eisbrecher für Hamburger Hafen absolvieren letzten Probelauf vor Lauenburg

tja Lauenburg. Väterchen Frost hat am Montagmorgen schon mal für die richtige Einstimmung gesorgt: Während auf einigen Dächern der Stadt noch Raureif lag, starteten die Experten der Lauenburger Hitzler-Werft in der Neubauhalle die leistungsstarken Motoren von zwei ganz besonderen Neubauten: Zwei Eisbrecher für die Hamburger Hafenbehörde (HPA) absolvierten passend zum Wetter auf der Elbe vor Lauenburg ihre finalen Tests. In den nächsten Tagen sollen die beiden Spezialschiffe an die HPA übergeben und in Dienst gestellt werden.

Seit zwei Monaten haben die beiden blau, beige und rot lackierten Boliden bereits Wasser unterm Kiel. Mit großen Kränen waren sie bei einem Stapelhub ins Wasser gehievt worden. „Wir haben seitdem schon für Teilbereiche der Technik verschiedene Tests absolviert und sind mit deren Ergebnissen sehr zufrieden“, erklärte Wolfgang Knupper von der HPA. „Der Winter kann kommen“, ist er zuversichtlich, dass sich die beiden Eisbrecher bewähren werden. „Noch ist aber längst kein Eis in Sicht, da reicht so ein bißchen Frost wie vergangene Nacht auch noch lange nicht aus“, sagte Knupper.

15 Millionen Euro lässt sich die Hamburger Hafenbehörde den Bau von insgesamt vier neuen Eisbrechern bei Hitzler kosten. „Johann Reinke“ und „Christian Nehls“ sind jetzt fast fertig, zwei weitere Eisbrecher befinden sich im Rohbaustadium in der Neubauhalle. Sie sollen in etwa einem Jahr ausgeliefert werden.

800 PS starke Dieselmotoren sind an Bord der 18 und 20 Meter langen Spezialschiffe im Einsatz. „Die machen die Schiffe richtig schön wendig“, sagte Kapitän Markus Reich. Er steuerte die beiden Schiffe am Montag während der Probefahrt, bei der auch Experten der Schiffsuntersuchungskommission (SUK) aus Mainz für ihre Prüfungen und Abnahmen an Bord waren. Die beiden noch im Rohbau befindlichen Eisbrecher sind 23 und 30 Meter lang.

„Die kleineren Eisbrecher sollen im Hafen auch Fleete freihalten, die großen sind für den von der Nordsee beeinflussten Bereich zuständig“, weiß Werner Büker, Technischer Leiter der Hitzler-Werft. „Es sind richtig anspruchsvolle Schiffe“, schwärmt er von dem Auftrag. Die HPA-Eisbrecher haben extrem runde Bäuche, sodass sie gut ihre Kraft aufbringen können, um bei Eisgang im Hafen für freie Fahrt zu sorgen. Zuletzt hatte es 2010 und 2012 zwei starke Eiswinter an der Elbe gegeben.