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Schon 2011 wollte Dominik Wehling (r.) für die CDU ins Amelinghausener Rathaus einziehen. Damals scheiterte er an Helmut Völker. Nach dessen Rücktrittserklärung unternimmt Wehling jetzt einen zweiten Anlauf. Die Wahl findet voraussichtlich im September 2016 parallel zur Kommunalwahl statt. Foto: t&w
Schon 2011 wollte Dominik Wehling (r.) für die CDU ins Amelinghausener Rathaus einziehen. Damals scheiterte er an Helmut Völker. Nach dessen Rücktrittserklärung unternimmt Wehling jetzt einen zweiten Anlauf. Die Wahl findet voraussichtlich im September 2016 parallel zur Kommunalwahl statt. Foto: t&w

Wehling wills nochmal wissen

dth Amelinghausen. Der Wahlkampf um den Chefposten im Amelinghausener Samtgemeinde-Rathaus ist eröffnet: Nur wenige Tage nach der Rücktrittsankündigung von Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker (parteilos) für Herbst 2016, bringt sich der CDU-Samtgemeindeverband in Stellung. Dominik Wehling aus Tellmer soll erneut als CDU-Kandidat im Wahlkampf um das kommunale Spitzenamt antreten, das schlägt der Verbandsvorstand der Mitgliederversammlung vor. Damit kommen die Christdemokraten den Grünen zuvor, die angekündigt haben, noch Kriterien erarbeiten zu wollen für die Suche nach einem parteiübergreifenden Kandidaten. Unterdessen legt sich Amelinghausens SPD-Vorsitzender Holger Prange schon jetzt fest: „Wehling ist für uns keine Option.“

Felix Petersen, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbands, schreibt in einer Mitteilung: „Dominik Wehling erfüllt alle Anforderungen, die man an einen Samtgemeindebürgermeister haben kann: Als Vorsitzender der Samtgemeinderatsfraktion kennt er die Situation unserer 21 Dörfer und hat sich in den vergangenen Jahren intensiv in die entsprechenden Thematiken eingearbeitet.“ Die endgültige Entscheidung über die Aufstellung Wehlings treffen die Mitglieder des CDU-Samtgemeindeverbands am Dienstag, 5. Januar, um 19.30 Uhr in Fehlhabers Gasthaus in Amelinghausen.

Auf LZ-Nachfrage sagt Wehling zu der angekündigten Kandidatur: „Ich habe mich nicht nur nicht dagegen gewehrt, sondern ich habe auch Lust darauf.“ Er selber sehe sich als parteiübergreifenden Kandidaten. „Die Grünen haben gesagt, dass das Parteibuch keine Rolle spielt und ich sehe meine Kandidatur auch als Einladung an die anderen.“

Diese Einladung schlägt Sozialdemokrat Holger Prange bereits jetzt aus: „Wir haben noch keinen Kandidaten. Aber wir waren etwas überrascht, dass seitens der CDU so schnell vorgeprescht wird. Da konnte einer offensichtlich die Zeit nicht abwarten.“ Und: „Wir wollen einen Kandidaten finden, der Verwaltungserfahrung hat und politisch nicht so festgelegt ist wie Dominik Wehling.“

„Das Parteibuch ist mir egal“, sagt hingegen Gisela Plaschka, die für die FDP im Samtgemeinderat sitzt. Aus ihrer persönlichen Perspektive sagt sie: „Mit der Bewerbung von Herrn Wehling habe ich gerechnet. Es wundert mich auch nicht, dass das so früh kommt: Der ist ja richtig heiß auf den Job!“ Gleichwohl hofft Plaschka, dass noch mehr Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen. „Je größer die Auswahl, desto besser. Und es gibt ja auch noch in der Verwaltung geeignete Leute, die dafür in Frage kommen.“

Bereits bei der vergangenen Samtgemeinderatssitzung hatte Detlev Schulz-Hendel im Namen der Grünen für die Suche nach einem parteiübergreifenden Kandidaten geworben. „Die Grünen wollen neue Wege gehen, wenn es um die Auswahl einer Kandidatin oder eines Kandidaten zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters geht. Dabei soll auch die Meinung in der Bevölkerung zum Anforderungsprofil eine wichtige Rolle spielen.“ Bis Anfang Januar wollten die Grünen über ein Konzept zur Kandidaten-Suche beraten.

Unentschlossen ist auch noch Roland Waltereit (UWG), dessen Unabhängige Wählergemeinschaft eine Gruppe mit der CDU im Samtgemeinderat bildet. Er sagt: „Wir werden uns noch vor Weihnachten zusammensetzen und uns eine Meinung bilden.“ Das hänge auch von möglichen weiteren Kandidaten ab.

Wehling, Referent für Kommunalpolitik der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestags, trat bereits 2011 zur Wahl um das Amt des Amelinghausener Samtgemeindebürgermeisters an — gegen Amtsinhaber Helmut Völker, der mit 59,8 Prozent den Sieg davontrug. Der parteilose Diplom-Verwaltungswirt Völker kündigte bei der zurückliegenden Samtgemeinderatsitzung an, aus persönlichen Gründen das Bürgermeister-Amt drei Jahre vor Ablauf der regulären Wahlzeit zur Verfügung zu stellen. Die Direktwahl eines neuen Verwaltungschefs könnte dann parallel zur Kommunalwahl am 11. September 2016 stattfinden.