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Ein Grund für die Gebührenerhöhung sind steigende Betriebskosten bei der AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH), die nicht nur das Abwasser der Stadt, sondern auch der Umlandgemeinden reinigt. Foto: A/kwl
Ein Grund für die Gebührenerhöhung sind steigende Betriebskosten bei der AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH), die nicht nur das Abwasser der Stadt, sondern auch der Umlandgemeinden reinigt. Foto: A/kwl

Abwassergebühren steigen

dth Reppenstedt/Lüneburg. Die Überschüsse der vergangenen Jahre sind aufgebraucht, jetzt wird wieder eine Gebührenerhöhung fällig für die Abwasserbeseitigung in der Samtgemeinde Gellersen. Ein Grund dafür sind steigende Betriebskosten bei der AGL (Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH), die nicht nur das Abwasser der Stadt, sondern auch der Umlandgemeinden reinigt. Adendorf beispielweise hat bereits darauf reagiert. Und auch die Gebührenanpassung in Gellersen wird nicht die letzte bleiben. Ebenso steht in der Hansestadt Lüneburg selbst eine Erhöhung in Aussicht.

Zuletzt galt in Gellersen eine Abwassergebühr von 1,57 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Samtgemeinderat Gellersen einstimmig, die Gebühr ab 1. Januar 2016 auf 1,83 Euro zu erhöhen — ein Plus von 16,6 Prozent. Dennoch betonte Ratsherr Dr. Hinrich Bonin (SPD), dass die Gebühr im Vergleich „immer noch sehr günstig“ sei, was auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Lüneburg zurückzuführen sei.

Die AGL ist zuständig für die Behandlung des Abwassers der Hansestadt Lüneburg (5,34 Millionen Kubikmeter in 2014) und der umliegenden Randgemeinden (3,18 Millionen Kubikmeter). Insgesamt entfielen nach Angaben der Stadt rund 37 Prozent der Abwassermengen 2014 auf Adendorf (550000 Kubikmeter), Samtgemeinde Bardowick (730000), Samtgemeinde Scharnebeck (670000), Gellersen (570000), Ilmenau (480000) und teilweise Ostheide (180000).

Seit 2007 hatten es die Gellerser geschafft, die Abwassergebühr unter einem Preis von 1,70 Euro zu halten, obwohl die Gebührenbedarfsberechnung zuletzt einen höheren Kostenendpreis von 1,72 angezeigt hatte. Allerdings zehrten die Gellerser zuletzt noch von Überschüssen aus den Vorjahren, die an den Gebührenzahler zurückgegeben werden mussten. Diese Überschüsse sind mit der Gebührenbedarfsberechnung für das Haushaltsjahr 2016 aufgebraucht.

Laut Ratsherrn Jürgen Hövermann (CDU) käme den Gellersern außerdem zugute, dass die Trinkwasserversorgung über einen eigenen Wasserbeschaffungsverband organisiert wird und nicht wie bei der Stadt Lüneburg in die Hände eines privaten Unternehmens gelegt wurde. Hövermann: „Im kombinierten Kubikmeterpreis Wasserbeschaffung und Abwasserbeseitigung kommen wir günstiger weg als die Stadt.“

Auch für die Stadt Lüneburg steht eine Erhöhung der Abwassergebühren an. Dort gilt seit Juli 2005 eine getrennte Abwassergebühr, aufgeteilt in Schmutzwasserbeseitigung je Kubikmeter nach Frischwassermaßstab und Niederschlagswasserbeseitigung je Quadratmeter befestigter Fläche. Laut Sitzungsvorlage für die Stadtratssitzung am Donnerstag um 17 Uhr soll die Abwassergebühr von 0,95 Euro auf 1,15 Euro pro Kubikmeter (plus 21 Prozent) erhöht werden. Die Niederschlagswasserbeseitigungsgebühr soll bei 0,39 Euro je Quadratmeter stabil bleiben.

Auch die Adendorfer hatten jüngst beschlossen, die Abwassergebühren von derzeit 1,20 Euro pro Kubikmeter auf 1,29 zu erhöhen. Auch sie nutzen das Lüneburger Klärwerk. Zum Vergleich: Die Samtgemeinde Amelinghausen, die für ihre 21 Dörfer ein eigenes Klärwerk betreibt, erhebt derzeit eine Abwassergebühr von 2,90 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. Die Abwasserbeseitigung war jetzt auch Thema im Rat der Stadt Bleckede (siehe Seite 7).