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Rolf Sauer (r.), Geschäftsführer der PKL, und Jürgen Schmitz, Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, stehen dort, wo die neue Sporthalle gebaut werden soll. Foto: be
Rolf Sauer (r.), Geschäftsführer der PKL, und Jürgen Schmitz, Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, stehen dort, wo die neue Sporthalle gebaut werden soll. Foto: be

Klinik baut neue Sporthalle

as Lüneburg. Es ist ein besonderes Projekt, das im kommenden Jahr auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL) umgesetzt werden soll. Direkt neben dem sogenannten Maßregelvollzug soll eine Sporthalle entstehen. Sie soll vorrangig von den dort untergebrachten Patienten genutzt werden, in den Abendstunden aber auch Vereinen zur Verfügung stehen. Wie das im Detail aussehen soll, steht derzeit noch nicht fest. Das Land hat jedoch bereits grünes Licht für die Übernahme eines Großteils der Kosten gegeben.

Seit 1999 ist auf dem Gelände der Klinik Am Wienebütteler Weg der Maßregelvollzug. Korrekt gesagt, die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. „Untergebracht sind hier zu zwei Dritteln psychisch Kranke, die eine Straftat begangen haben und bei denen festgestellt wurde, dass sie für die Zukunft gefährlich sind“, erläutert Chefarzt und Vollzugsleiter Jürgen Schmitz. Ziel sei es, durch die Behandlung die Gefährlichkeit zu reduzieren. Einmal pro Jahr wird übers Gericht geprüft, ob der Maßregelvollzug fortgesetzt werden muss. Außerdem sind drogenabhängige Straftäter dort mit demselben Ziel untergebracht, allerdings ist dies auf zwei Jahre befristet. Die Gebäude sind von hohen Zäunen, die mit Natodraht gesichert sind, umgeben und werden ähnlich wie bei einer Justizvollzugsanstalt überwacht. Zwischenfälle habe es seit Bestehen nicht gegeben, verdeutlicht der Chefarzt.

Aktuell sind dort 117 Patienten untergebracht. Im Hofgarten gibt es für sie jeden Tag eine Stunde die Möglichkeit, frische Luft zu tanken und sich zu bewegen. Aus Sicht des Mediziners und Therapeuten zu wenig, um „Körpererfahrungen zu machen“. Deshalb bestand schon seit längerem der Wunsch, dass eine Sporthalle gebaut wird. Rolf Sauer, Geschäftsführer der PKL, erläutert: „Diese soll nun direkt neben dem Maßregelvollzug entstehen. Herr Schmitz hat mit seinen Kollegen ein therapeutisches Konzept für die Halle formuliert. Wir haben eine Untersuchung in Auftrag gegeben, wie die Halle konzipiert sein muss, damit sie von Patienten des Maßregelvollzugs genutzt werden kann, aber auch von den anderen Patienten sowie von externen Gruppen.“ Im Gesellschaftshaus treffe sich heute schon regelmäßig eine Tanzgruppe von außerhalb. In der neuen Sporthalle könnten zum Beispiel Basketball, Volleyball oder Badminton möglich sein.

Die inzwischen geplante Kleinfeldhalle wird 31 Meter lang und 20 Meter breit sein. „Es wird zwei Zugänge geben sowie zwei Sanitär- und Umkleidebereiche, die durch eine Sicherheitstür getrennt sind“, erläutert Sauer. Die Halle wird ausbruchssicher gebaut mit entsprechender Verglasung wie alle Gebäude im Maßregelvollzug und der Zaun an das Gebäude herangezogen. „Der Zugang für den allgemeinen Sport erfolgt an der Seite zur ehemaligen Gärtnerei.“ Wie berichtet, wird auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei im kommenden Jahr ein Gebäude errichtet, das die PKL zuerst an die Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen vermietet und das nach fünf Jahren als Ersatz für das Pflegeheim in Ebstorf genutzt werden soll.

Laut Sauer hat das Land das Geld für das Hallenprojekt bereits im Etat 2015 bereitgestellt. Insgesamt soll das Gebäude rund 2,3 Millionen Euro kosten. „Wir stellen das Grundstück zur Verfügung und werden alle Kosten tragen, die nicht mit dem Maßregelvollzug zu tun haben.“ Wie viel die PKL beitragen wird, wird zurzeit noch ausgehandelt. Der Bauantrag ist inzwischen bei der Stadt gestellt. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr die Genehmigung erhalten.“ Geplant ist, dass die Halle im Herbst 2016 eingeweiht werden kann. Spätestens dann soll auch ein Nutzungskonzept stehen. „Wir sind Teil dieser Kommune. Das dokumentieren wir auch dadurch, dass wir das PKL-Gelände vor Jahren bereits geöffnet haben. Insofern stehen wir auch der Hallennutzung durch Dritte offen gegenüber.“