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Die Eheleute Wiebke und Lars Konrad kommen als erste in den Genuss des kommunalen Breitband-Ausbaus in Drögennindorf. Gemeindedirektor Michael Göbel (Mitte) und Gemeindebürgermeister Carsten Müller (r.) freuen sich über den Fortschritt, genauso wie Michael Mollenhauer (l.) von der LüneCom. Foto: dth
Die Eheleute Wiebke und Lars Konrad kommen als erste in den Genuss des kommunalen Breitband-Ausbaus in Drögennindorf. Gemeindedirektor Michael Göbel (Mitte) und Gemeindebürgermeister Carsten Müller (r.) freuen sich über den Fortschritt, genauso wie Michael Mollenhauer (l.) von der LüneCom. Foto: dth

Amelinghausen treibt Netzausbau voran

dth Drögennindorf. Betzendorf hat den nächsten Meilenstein beim kommunalen Breitbandausbau erreicht, das erste Haus in Drögennindorf ist angeschlossen: Wiebke und Lars Konrad freuen sich über den von der Kommune veranlassten Breitbandausbau, von dem sie nun mit einem schnellen Internetanschluss profitieren. „Noch vor Weihnachten sollen weitere Haushalte folgen“, sagt Michael Mollenhauer vom Lüneburger Netzbetreiber LüneCom. Betzendorfs Gemeindedirektor Michael Göbel sagt: „Wir freuen uns, dass wir einen Partner gefunden haben, der mit uns das Breitbandnetz gut und zügig ausbaut, ohne lange irgendwelche Konzepte schreiben zu müssen.“ Wie berichtet, wird auf Initiative der Samtgemeinde Amelinghausen in den Betzendorfer Ortsteilen Drögennindorf, Tellmer und Glüsingen ein neues Grundnetz (Backbone-Netz) für rund eine halbe Million Euro aufgebaut. 300000 Euro übernimmt die Samtgemeinde, 200000 der Netzbetreiber LüneCom.

Betzendorfs Gemeindebürgermeister Carsten Müller sagt: „Wir freuen uns, dass der Ausbau so zügig vorangeschritten. Schnelles Internet ist ein Teil der Daseinsvorsorge und ein wichtiger Standortfaktor.“ Wiebke und Lars Konrad haben erst vor rund drei Monaten das neue Heim in Drögennindorf bezogen. In Lüneburg waren sie schnelles Internet gewohnt. Wiebke Konrad sagt: „Wenn es das hier nicht gäbe, hätten wir schon sehr gelitten.“ Und ihr Ehemann ergänzt: „Als wir von der Breitbandinitiative der Gemeinde gehört haben, sind wir sofort hingelaufen und haben uns angemeldet.“ Der geplante Breitbandausbau sei für die Entscheidung zum Hausbau maßgebend gewesen.

Konrads wohnen wie viele andere im Kreis in einem Gebiet, das bislang große Telekommunikationsunternehmen als nicht lukrativ genug erachtet haben, um dort schnelles Internet auszubauen. Die Lücke schließt jetzt die Samtgemeinde Amelinghausen für ihren Bereich Schritt für Schritt mit der LüneCom an ihrer Seite.
In den vergangenen Wochen wurden die Kabelverzweiger ertüchtigt. Die letzte Strecke zu den Haushalten läuft oft aber auch hier noch über Kupferkabel. Für Konrads bedeutet das dennoch eine Datenanbindung von gut 50 Mbit im Downstream — vor dem Ausbau stand davon ein Zehntel zur Verfügung. Künftig sollen auch Anbindungen von bis zu 100 Mbit möglich sein. Bei der Anschluss-Premiere tippte Wiebke Konrad zufrieden auf ihr Smartphone, um auf dem Fernseher testweise ein Internetvideo zu starten, den Trailer zum neuen Star Wars-Film.

Aufgrund von beihilferechtlichen Bedenken erfolgte der Ausbau des Grundnetzes nur in den Ortsteilen Drögennindorf, Glüsingen und Tellmer. Betzendorf selbst gilt als relativ gut versorgt. Die jetzt geplante Inbetriebnahme gilt für alle Haushalte im Ortsteil Drögennindorf und die Teile von Tellmer, die über FTTC (Fiber-to-the-Curb), über die ertüchtigten Kabelverzweiger mit Kupferkabel, angebunden sind. Wie berichtet werden im Frühjahr die Haushalte in Glüsingen und die verbleibenden Teile von Tellmer über FTTB (Fiber-to-the-Building) über leistungsfähigere Glasfaserleitungen angeschlossen. „Die Leerrohrtrassen für den FTTB-Ausbau liegen teilweise schon vor. Der restliche Tiefbau und die Bestückung mit Glasfaserkabeln erfolgt im neuen Jahr in Abhängigkeit der Witterung“, berichtet David Abendroth von der Samtgemeinde.

Mit dem Ausbau in der Gemeinde Betzendorf wird neben den Gemeinden Oldendorf/Luhe, Rehlingen und Soders-torf die vierte Gemeinde in Zusammenarbeit mit der LüneCom erschlossen.

Keine Repressionen gegen Gemeinden
… die sich selbst um die Breitbandversorgung kümmern wollen“, fordert die Kreistagsfraktion CDU/Bündnis 21 RRP in einem Antrag, der bei der kommenden Sitzung des Lüneburger Kreistags auf der Tagesordnung steht (Montag, 21. Dezember, ab 14 Uhr in der Lüneburger Ritterakademie). Die Oppositions-Fraktion wirft der Lüneburger Kreisverwaltung vor, eine „Drohkulisse“ gegenüber Kommunen aufzubauen, die sich nicht freiwillig der Breitbandinitiative des Landkreises anschließen wollen, sondern ihren eigenen Weg gehen wollen. In der Antragsbegründung heißt es dazu: „Statt Freiwilligkeit übt der Landrat nun Druck aus. Er droht den Gemeinden, die nicht mitmachen wollen, mit erheblichen Nachteilen, nämlich mit nichts anderem als dem Aus für ihre Förderanträge.“

Erst jüngst gerieten deshalb Südergellersens CDU-Gemeindebürgermeister Steffen Gärtner und Ulrich Mentz vom Landkreis Lüneburg in einer Gemeinderatssitzung aneinander. Dort hatte Mentz für die Breitbandinitiative des Landkreises geworben und zu eigenen Projekten der Kommunen gesagt: „Die Anbieter wollen eine zuverlässige Masse haben. Alleingänge der Kommunen werden von uns sicher nicht positiv begleitet.“ Dazu sagte Gärtner: „Wir haben den Eindruck, uns wird die Pistole auf die Brust gesetzt.“ (LZ berichtete)

Der Kreistag des Landkreises Lüneburg hatte zuletzt beschlossen, die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke für einen Breitbandausbau in seinen ländlichen Gebieten zu fördern. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss, den ein privates Unternehmen bekommt, um in ein schnelles Breitbandnetz zu investieren und dies zu betreiben. Das gilt nur für die Bereiche, die ohne einen solchen Zuschuss nicht wirtschaftlich mit schnellem Breitband zu versorgen sind. Welche Technik eingesetzt wird, ist dabei Sache des Unternehmens, teilt Landkreis-Sprecherin Elena Bartels mit. Als kurzfristiges Ziel werden 50 Mbit pro Sekunde bis 2018 gefordert.