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Sie können nicht nur gut zuhören: Britta Walper (l.) und Birte Kurtz engagieren sich für Trauerarbeit im Verein Claras Haus und begleiten Angehörige in schweren Stunden. Foto: t&w
Sie können nicht nur gut zuhören: Britta Walper (l.) und Birte Kurtz engagieren sich für Trauerarbeit im Verein Claras Haus und begleiten Angehörige in schweren Stunden. Foto: t&w

Claras Haus: Beistand auch zu Heiligabend

dth Bardowick/St. Dionys. Der Krebs-Tod ihrer damals 19 Jahre jungen Tochter Clara ließ Britta Walper vor zwei Jahren einen neuen Weg beschreiten, von der Leiterin der Sparkassenfiliale in Hohnstorf/Elbe zur Gründerin des Vereins „Claras Haus“ und qualifizierten Trauerbegleiterin. Neuerdings gehört sie zum Team des Palliativzentrums Marianus in Bardowick. „Wir sind froh und stolz, dass Britta Walper unser Netzwerk als Mitarbeiterin erweitert“, sagt Corina Meyer-Garz, Leiterin des Palliativzentrums Marianus. Seit wenigen Wochen ist Walper als Psychoonkologin beim Palliativzentrum in Teilzeit angestellt. Parallel hat sich ihr gemeinnütziger Trauerhilfe-Verein „Claras Haus“ bereits Räume unter dem Dach des Hospizes angemietet (Hospiz Marianus I, Schlöpke-Weg 8). Für Heiligabend veranstaltet der Verein zudem im Pfarrhaus St. Dionys schon zum dritten Mal eine offene Gesprächsrunde für Trauernde, damit niemand mit seinem Schmerz allein bleiben muss.

Auf Selbsthilfe-Basis bietet der Verein ein Forum für Gesprächsgruppen trauernder Angehöriger sowie speziell verwaister Eltern. Zudem gibt es unter dem Arbeitstitel „Sternenkinder“ Gesprächsangebote für Mütter, die eine Fehl- oder Totgeburt erlitten haben. Beispielsweise haben beim jüngsten Treffen verwaister Eltern die Teilnehmer Schwimmkerzen selber gezogen und Papierschiffchen gebastelt und haben sie schließlich auf der Ilmenau ausgesetzt. Walper: „Wir haben zum Jahresende das Schlechte ziehen und das Gute kommen lassen. Das war sehr, sehr bewegend.“

Bei der Vereinsarbeit bei „Claras Haus“ erhält Walper nun Unterstützung von ihrer langjährigen Freundin und ehemaligen Unternehmerin Birte Kurtz (54) aus Bütlingen. Walper: „Als Clara gestorben ist, war Birte ganz nah an meiner Seite, hat mich begleitet, obwohl sie kurz vorher selbst einen persönlichen Verlust erlitten hatte. Ich brauchte jemanden, der das Thema aushält und nicht einknickt.“ Dabei hat sich nicht nur die Freundschaft der beiden Frauen vertieft, sondern hat bei beiden den Impuls geweckt, sich in der Trauerarbeit zu engagieren. Walper hat mit der Vereinsarbeit und verschiedenen Fort- und Ausbildungen — unter anderem zur zertifizierten Trauerbegleiterin und Heilpraktikerin der Psychotherapie — die Basis geschaffen und bildet jetzt auch Kurtz zur Trauerbegleiterin für den Verein aus.

Walper weiß aus eigener Erfahrung: „Familienfeste wie zu Heiligabend sind besonders schwer zu bewältigen, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat. Gerade der Nachmittag ist in der Regel von Partner, Kindern oder Enkeln so belebt worden. Und wenn die nicht mehr da sind, ist es sehr schwer, die Stille und Einsamkeit zu ertragen.“ Deshalb bietet der Verein „Claras Haus“ im Pfarrhaus St. Dionys (Barbarossaweg 2) eine Begegnungsstätte für Trauernde an, die nicht allein sein wollen am Donnerstag, 24. Dezember, von 14.30 bis 16.30 Uhr.

Walper: „Wir erzählen, tauschen Erinnerungen aus oder hören einfach nur zu.“ Außerdem gibt es eine Lesung über „Das Märchen vom Loslassen“. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt und die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist auch nicht erforderlich. Walper: „Manchmal überkommt es einen plötzlich. Und auch für diesen Fall sind wir da.“ Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, am Gottesdienst in der Kirche teilzunehmen.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. 04131/6081656 oder im Internet unter www.clarashaus.info