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Ihre Attraktivität bezieht die Innenstadt Lüneburg nicht zuletzt durch eine Mischung aus lebendigem Einzelhandel und dem Charme ihrer Gebäude. Foto: t&w
Ihre Attraktivität bezieht die Innenstadt Lüneburg nicht zuletzt durch eine Mischung aus lebendigem Einzelhandel und dem Charme ihrer Gebäude. Foto: t&w

Die Innenstadt Lüneburg ist eine Perle im Einerlei

ahe Lüneburg. Die Innenstadt ist das pulsierende Herz Lüneburgs. Das ist nicht nur in der Weihnachtszeit zu erleben, wenn Zigtausende durch Bäckerstraße, Schröderstraße und über den Weihnachtsmarkt bummeln, auch in der übrigen Zeit des Jahres ist die Fußgängerzone tagsüber selten verwaist. Die Stadt profitiert von ihrer Attraktivität: dem unvergleichlichen Charme der Gebäude, aber auch dem reichhaltigen gastronomischen Angebot und dem Einzelhandel. Diese Attraktivität hat ihren Preis, der sich nicht nur in häufigem Gedränge und Parkplatzmangel, sondern auch in barer Münze niederschlägt: Die Ladenmieten erreichen aktuell Spitzenwerte von 92 Euro pro Quadratmeter für Verkaufsflächen zwischen 80 und 120 Quadratmetern beziehungsweise 62 Euro pro Quadratmeter bei Ladengrößen von 300 bis 500 Quadratmetern. Diese Zahlen nennt der jetzt vorgelegte Städtereport Lüneburg 2015.

Einmal im Jahr nimmt die Hamburger Comfort Holding GmbH, die Geschäftshäuser und Ladenlokale in 1a-Lagen von Innenstädten vermittelt, die benachbarte Hansestadt unter die Lupe. Und einmal mehr stellt die Gesellschaft Lüneburg ein hervorrragendes Zeugnis aus. „Sehr selten weist eine Stadt in dieser Größenordnung eine so starke und stabile Einzelhandelskompetenz auf. Das historische Ambiente sowie die überwiegend autofreie Altstadt bieten zudem eine hohe Aufenthaltsqualität. Der fast schon natürliche Rundlauf mit einem ausgesprochen breiten Angebot lädt immer wieder zum entspannten Einkaufsbummel und erholsamen Pausen bei einem der vielen Gastronomie-Konzepte ein. Das Angebot an namhaften Filialisten ist überdurchschnittlich groß für diese Stadtgröße und wird abgerundet durch eine sehr außerordentliche Vielfalt an individuellen Konzepten“, heißt es da. Kurzum: Lüneburg sei „eine wahre Perle im oftmals vorhandenen Einerlei“.

Neben den je nach Größe binnen eines Jahres um 2,2 bis 3,3 Prozent gestiegenen Ladenmieten nennt der Report weitere Entwickungen. Die Einwohnerzahl hat innerhalb der vergangenen vier Jahre um mehr als 2000 zugelegt (+ 3 Prozent), mehr als 310000 Übernachtungen im Jahr 2014 sprächen für die touristische Anziehungskraft, die herausragende Stellung als wichtigster Arbeitsstandort der Region spiegle sich im positiven Pendlersaldo (+12400) wider. Für den Handel ist die Innenstadt dabei enorm wichtig. Zwar mache sie mit rund 60000 Quadratmetern Verkaufsfläche „nur“ rund 33,5 Prozent der Gesamtverkaufsfläche im Stadtgebiet aus, doch hier würden 47,5 Prozent des gesamten Umsatzes generiert. Denn die Haupteinkaufsmeile strahlt weit über die Stadtgrenzen hinweg, auf rund 251000 potenzielle Kunden schätzt die Studie das Haupteinzugsgebiet.

So haben die Experten auch beobachtet: „Der samstägliche Stadtbummel mit Wochenmarktbesuch ist für viele Lüneburger und Besucher aus dem nahen Umland fast schon ein liebgewordenes Ritual. Hier steht oftmals das persönliche Erleben statt das pure Erledigen von Einkäufen im Vordergrund. So etwas findet man in den Toplagen der Großstädte in der Regel nicht mehr.“ Doch es gebe auch noch Potenzial: „Was die Angebotsseite angeht, dürften die Entwicklungsspielräume der Innenstadt längst noch nicht in vollem Umfang ausgeschöpft sein.“

Am Ende kommen die Macher der Untersuchung zu dem Schluss: Bei den Städten unter 100000 Einwohnern liegt Lüneburg in der Attraktivitätsrangfolge auf Rang zwei in ganz Deutschland, lediglich Konstanz schneide noch besser ab.