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IHK-Präsident Olaf Kahle (l.) und Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert laden anlässlich des 150-jährigen Bestehens zu zwölf Veranstaltungen der Reihe GedankenGut ein. Foto: ihk/wege
IHK-Präsident Olaf Kahle (l.) und Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert laden anlässlich des 150-jährigen Bestehens zu zwölf Veranstaltungen der Reihe GedankenGut ein. Foto: ihk/wege

IHK Lüneburg: Mit der Wirtschaft für die Wirtschaft

rast Lüneburg. Eine Verordnung des Königlichen Innenministeriums in Hannover vom 26. Mai 1866 war Grundlage für die konstituierende Sitzung der Lüneburger Industrie- und Handelskammer am 28. Dezember 1866 im Traubensaal des Lüneburger Rathauses. Der Staat hatte den IHKs eine Vielzahl hoheitlicher Aufgaben übertragen, die diese als Organisation der Unternehmer schneller, besser und preiswerter erbringen können als staatliche Behörden. „Das ist auch heute noch der Grundgedanke, der die Kammer ausmacht“, sagt Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Diese hoheitlichen Aufgaben umfassen beispielsweise Prüfungen in der beruflichen Bildung sowie das Ausfertigen von Dokumenten in der Außenwirtschaft. Einen großen Festakt zum 150-jährigen Bestehen gibt es 2016 nicht, dafür aber die mit hochkarätigen Referenten wie dem ehemaligen Handball-Bundestrainer Heiner Brand besetzte öffentliche Netzwerkabend-Reihe „GedankenGut“ und das Sommerfest mit Ministerpräsident Stephan Weil am Stichtag 26. Mai auf dem Leuphana-Gelände.

Die IHK ist laut ihrem Präsidenten Olaf Kahle zeitgemäß: „Mehr denn je. Denn das Konzept von Teilhabe und Mitbestimmung, von jeher Basis der IHK-Organisation, erhält in vielen anderen Bereichen erst in den letzten Jahren Einzug. Mit der Wirtschaft für die Wirtschaft dieser Ansatz ist bei uns gelebte Wirklichkeit.“ Der Austausch mit den 65000 Mitgliedern sei elementar für die Arbeit der IHK, daher auch kein großer Festakt, sondern die zwölf Netzwerkabende, die in allen sieben Landkreisen des IHK-Bezirks und in der Stadt Wolfsburg stattfinden.

Nicht nur vor dem Hintergrund der VW-Krise erwartet die IHK Lüneburg-Wolfsburg ein spannendes Jahr 2016, nachdem sie laut ihrem Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert 2015 bereits ein „ereignisreiches Jahr, gespickt mit vielen Unsicherheiten“, erlebte. Zeinert nennt für das ablaufende Jahr die Stichworte Ukraine-Krise, Euro-Schuldenkrise, Flüchtlinge und die wachsende Terrorgefahr: „Die Investitionszurückhaltung der Unternehmen spüren wir deutlich, obwohl die Rahmenbedingen wie etwa das Konsumverhalten der Verbraucher, die Auslandsgeschäfte und die niedrigen Zinsen positiv sind.“ Noch bei einer Umfrage im dritten Quartal hätten sich die Betriebe „bärenstark“ präsentiert: „Dann brach die VW-Krise aus, die sich stimmungsmäßig auswirkt.“ Finanziell allerdings habe die Krise beispielsweise auf Zulieferer in der Region noch keine Auswirkungen gehabt.

Welche finanziellen Auswirkungen der Wolfsburger Abgas-Skandal auf die IHK selbst hat, ist laut Zeinert noch nicht absehbar: „Wir gehen davon aus, in den nächsten drei Jahren nur den Grundbeitrag von VW zu erhalten. Die Einbußen sind erheblich, aber unsere IHK ist gut aufgestellt und kann einen Großteil durch Rücklagen ausgleichen. Außerdem haben wir im Haushalt 2016 erheblich eingespart.“

Hintergründe dafür seien neben dem VW-Skandal auch die Absatzkrise bei der Erdöl- und Erdgasindustrie im Kreis Celle und die derzeitige Niedrigzinsphase: „Diese sorgt für ein schwaches Finanzergebnis und dafür, dass unsere IHK deutlich mehr Geld für Pensionsrückstellungen aufbringen muss.“ Vor diesem Hintergrund rechne er bis 2018 mit negativen Jahresergebnissen.

Als eine der größten He­rausforderungen nicht nur im nächsten Jahr sieht die IHK die Fachkräftesicherung und Werbung um neue Fachkräfte, hatte dazu in diesem Jahr beispielsweise über ihre Zukunfts­initiative „hierjetztmorgen“ 20 Projekte an den Start gebracht. Durch die weiter strömenden Flüchtlinge ist das Thema Fachkräftemangel laut Zeinert längst nicht erledigt: „Das gibt nur eine neue Facette.“ Denn die Flüchtlinge würden größtenteils ohne Qualifizierung hier ankommen, müssten erst qualifiziert werden. Und darin wie auch in der späteren Etablierung auf dem Arbeitsmarkt sieht die IHK, die bereits mit der Arbeitsagentur Projekte gestartet hat, eine ihrer künftig größten Aufgaben.

Netzwerkabende vermitteln „GedankenGut“

Die Netzwerkabende zum 150. Geburtstag der IHK sind für alle Interessierten offen, finden im monatlichen Wechsel in allen sieben Landkreisen des Bezirks und in Wolfsburg statt. Ausführliche Informationen dazu gibt es auf ihklw/gedankengut.de, auf dieser Internetseite sind ab sofort auch Anmeldungen möglich. Die Lüneburger Termine:

3. März: Im Kloster Lüne ist die „Moderne Hirnforschung“ das Thema des Hirnforschers, Journalisten und Führungskräftetrainers Sebastian Purps-Pardigol.

26. Mai: Beim IHK-Sommerfest mit Ministerpräsident Stephan Weil auf dem Areal der Universität Lüneburg stehen die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt.

18. August: Der Ex-Bundesliga-Profi Benjamin Adrion (FC St. Pauli) berichtet im Kunstsaal Lüneburg über die „Geschichte des Vereins Viva con Agua“. Der von ihm mitgegründete Verein setzt sich u.a. ein für einen menschenwürdigen Zugang zu sauberem Grundwasser.

November (genauer Tag steht noch nicht fest): Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner erzählt im Filmpalast unter dem Motto „Passion 8000er Visionen leben“, was sie zu ihren Gipfelstürmen inspirierte.

5 Kommentare

  1. Die IHK ist laut ihrem Präsidenten Olaf Kahle zeitgemäß: „
    seit wann sind Zwangsbeiträge denn zeitgemäß?

    • Klaus, schon wieder muss ich sagen – denken Sie, oh fast hätte ich das böse Wort wieder geschrieben, also dann so – think big, Klaus.

      Mit der IHK-Steuer hat das schon gut geklappt, jetzt die GEZ-Steuer und dann schaun wir mal was als nächstes geht.

      • Bundeskasper
        ich weiß ja nicht, was ihr versteckenspiel eigentlich soll, aber ,dass ich kein freund von zwangsabgaben jeglicher art bin, sollte sich auch bei ihnen rumgesprochen haben. und wenn die arbeit so besteuert werden würde, wie kapitalerträge und die kapitalerträge so besteuert würden, wie heutzutage die arbeit, wäre ich ganz zufrieden.

  2. Bundeskasper , sie spielen gern? wie ist es, wollen wir es hier mal tun? sie vertreten ihre meinung mit argumenten, die nicht irgendwo hergeholt wurden, sondern aus dem geschäftsleben erwachsen sind und ich mache das gleiche? argumente außerhalb der geschäftswelt sind erlaubt, müssen aber begründet werden. na wie ist es?

  3. Klaus, keine Aufregung, Sie merken doch ich bin ja auf Ihrer Seite.
    Schon vor 30 Jahren habe ich mich geweigert friedlich diese dumme IHK-Abgabe zu zahlen.
    Ich war und bin der Meinung, was nötig ist und sich gut für etwas verwenden lässt was mir nachweislich nützt, das sollte ich auch freiwillig bezahlen. Aber diese Entscheidung ist meine Entscheidung. Ich habe mit der IHK keinen Vertrag – es sei denn, ich unterschreibe ihn freiwillig. Verträge zu Lasten Dritter – geht nicht.
    Genau so verhält es sich mit der GEZ. Staatlich aufoktroyierte Abgaben nennt man Steuern. Dann soll der Gesetzgeber so ehrlich sein und das Kind beim Namen nennen.
    Auch das Kapitalerträge steuerlich besser gestellt sind als harte körperliche Arbeit hat noch nicht einmal die Gewerkschaft bemerkt, geschweige denn eine Sozialdemokratische Partei.

    Sie sehen, hier stehen wir auf der gleichen Seite, also kein Spielchen. Wobei ich schon seit Jahren nicht mehr zocke, die Zeiten sind zu ernst.