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Einbrecher haben Konjunktur:  Ob in Kleingartenanlagen, wie hier auf dem gestellten Foto, oder in Wohnhäusern -- reihenweise muss die Polizei Einbrüche aufnehmen. Foto: t&w
Einbrecher haben Konjunktur: Ob in Kleingartenanlagen, wie hier auf dem gestellten Foto, oder in Wohnhäusern -- reihenweise muss die Polizei Einbrüche aufnehmen. Foto: t&w

Einbrecher haben Konjunktur in Stadt und Landkreis

ca Lüneburg. Es ist ein alltägliches Problem, regelmäßig rückt die Polizei in Stadt und Kreis aus, um Spuren aufzunehmen und sich die Klagen Betroffener über Einbrecher anzuhören. Um rund 25 Prozent dürfte 2016 die Zahl der Taten im Vergleich zu den Vorjahren steigen, berichtet Polizeisprecher Kai Richter. Waren es 2013 und 2014 jeweils gut 300 Taten, sind es nun 350 – und ein Ende ist nicht abzusehen. So haben Täter am Montagvormittag beispielsweise in Bardowick an der Rathmann-Cohrs-Straße erfolglos versucht, eine Tür aufzuhebeln. Ein Bewohner verscheuchte sie.

Die Polizei winkt Autofahrer von der alten B 4 zwischen Lüneburg und Bardowick: Die Kontrolle steht im Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Einbrüche. Foto: be
Die Polizei winkt Autofahrer von der alten B 4 zwischen Lüneburg und Bardowick: Die Kontrolle steht im Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Einbrüche. Foto: be

Mit Kontrollen wie jetzt zwischen Lüneburg und Bardowick versuchen die Ermittler Erkenntnisse zu gewinnen, wer unterwegs ist. Bestimmte Fahrzeuge wirken auffällig, daher bitten Bereitschaftspolizisten um einen kurzen Stopp. Auch wenn die Kontrollen aktuell keinen direkten Erfolg hatten, versprechen sich die Fahnder davon eine Abschreckung sowie Informationen: Manchmal können sie ihre Erkenntnisse erst später nutzen.

Einbrecher in Stadt und Landkreis unterschiedlich motiviert

Die Ermittler im 2. Fachkommissariat erkennen verschiedene Täter. In der Stadt handle es sich oftmals um Beschaffungskriminalität, Süchtige, die in Läden und Wohnungen einsteigen, um Geld und Wertsachen zu stehlen, um damit die nächste Dröhnung zu finanzieren.

Im Landkreis schaut es zumeist anders aus. Zwischen Adendorf, Bardowick und Kirchgellersen gebe es eine Häufung von Taten, für die reisende Gauner infrage kommen dürfen. Das macht die Polizei am Vorgehen fest, aber auch an Beobachtungen von Zeugen, denen Autos mit auswärtigen Kennzeichen auffallen. Zudem gelingt den Beamten auch das ein und andere Mal ein Schlag gegen die Banden. Im Herbst haben sie beispielsweise eine Gruppe hochgenommen, deren Mitglieder aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen. Im Nachbarkreis Harburg gingen kürzlich Chilenen ins Netz.

Die Ergebnisse der Ermittler zeigen, dass Gruppen oft von Hamburg heraus agieren, das gesamte Umland der Metropole abgrasen. So haben die Nachbarkreise Harburg und Stade höhere Deliktszahlen als Lüneburg. Die örtlichen Fachkommissariate arbeiten mit den Nachbardienststellen und denen in Hamburg zusammen. Die in der Hansestadt sitzende Ermittlungsgruppe Castle hat häufig Erfolge. In Harburg hat die Polizei vor Jahren die erfolgreiche Gruppe Wohnhaus eingesetzt. In Lüneburg wurden die Ermittlungen bislang im zuständigen Kommissariat geführt, nun soll auch hier angesichts der Zahlen eine spezielle Truppe eingesetzt werden. Der Vorteil: Die Beamten erkennen besser Strukturen und arbeiten noch enger mit ihren Nachbarkollegen zusammen.

Während im Internet immer wieder von Gaunerzinken, also besonderen Markierungen an Gebäuden die Rede ist, findet die Polizei solche Zeichen selten. Allerdings gehen auch die Ermittler davon aus, dass Täter ihr „Einsatzgebiet“ vorher ausbaldowern.

Die Polizei rät daher, dem sogenannten einfachen Diebstahl aus Wohnungen, der in der Region noch einmal 150 Fälle ausmacht, vorzubeugen: Auf kipp stehende Fenster oder unverschlossene Haustüren seien „eine Einladung“.