Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Sie machen gemeinsame Sache für das Bilderbuchprojekt: (hinten, v.l.) Theresa Kocaer, Sabi Heumann, Anne Bauer, (vorne, v.l.) Christoph Hagner, Lisa Meyer, Frida Hopp, Romy Schultz und Adrian Neißner. Foto: t&w
Sie machen gemeinsame Sache für das Bilderbuchprojekt: (hinten, v.l.) Theresa Kocaer, Sabi Heumann, Anne Bauer, (vorne, v.l.) Christoph Hagner, Lisa Meyer, Frida Hopp, Romy Schultz und Adrian Neißner. Foto: t&w

Projekt Bilderbuch: Igelschüler spielen Lektor

jdr Lüneburg. Als Apfel hat Kurt es nicht leicht: Lange schon wartet er darauf, dass die Bäuerin ihn vom Baum pflückt, zu gerne wäre er endlich ein leckerer Kuchen. Aber Tag um Tag geht sie an ihm vorbei, denn er sieht nicht so schön aus wie die anderen – seine Nase ist zu groß. In Form eines Bilderbuchs möchten Theresa Kocaer (23) und Anne Bauer (21) Kurt jetzt eine Plattform geben, sein Schicksal soll Kinder und Eltern erreichen. Mit 22 weiteren Studenten der Lüneburger Universität nehmen die beiden an einem gemeinsamen Projekt der Leuphana, des Netzwerks Leseförderung und der Igelschule teil. Ihr Leitfaden: die Vermittlung von Nachhaltigkeit.

Auf vier Gruppen verteilt und mit Unterstützung ihres Dozenten Ekhard Ninnemann und der Illustratorin Sabi Heumann erarbeiteten die Studenten während des Semesters eine Geschichte sowie die entsprechende Bebilderung. Nun präsentierten sie den Entwurf der Klasse 4c an der Igelschule. Der Initiator des Projekts und Leiter des Netzwerks Leseförderung, Jörg Scheunemann, erklärt: „Es gibt auf dem Buchmarkt wenig Stoff, der Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen näher bringt. Da lag die Idee nahe, das selbst umzusetzen und sich von der Zielgruppe direkt Feedback einzuholen.“

Scheunemanns Plan geht auf. Die Kleinen üben sich in Kritik, erzählen den Großen, ob die Bilder verständlich sind und überhaupt zum Text passen, oder ob die Geschichte eher für jüngere oder auch für ältere Kinder sinnvoll wäre. Christoph Hagner (10) hat Anne beim Vorlesen gespannt zugehört und ist nachher voll des Lobes. „Das würden auch Ältere mögen“, ist er sich sicher. Am besten habe ihm neben den Bildern das Happy-End gefallen. Scheunemann: „Man muss Kinder und auch ihre Eltern über Emotionen an das Thema he­ranführen. Das haben Anna und Theresa mit ihrer Geschichte sehr schön realisiert.“

Zum Semesterende im Frühjahr sollen die Entwürfe aller Gruppen fertig sein, dann gehen sie in den Druck. In Umlauf gebracht werden sie schließlich in der Initiative „Bücherstarttaschen“– eine Idee des Netzwerks Leseförderung, das über Kinderarztpraxen Lesestoff an Kinder und Eltern verteilt.

Übrigens: Auch die Mädchen und Jungen der 4c entwickelten kleine Bildergeschichten und stellten sie ihrerseits den Studenten vor, bekamen viel Lob für kreative Geschichten und auch mal Tipps zur Verbesserung. Zwar werden diese nicht gedruckt. Aber wer weiß – unter dem einen oder anderen Tannenbaum finden sie sich bestimmt wieder.