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Nick Malack hat ein Rikscha-Projekt umgesetzt. Es soll seine Visitenkarte sein für eine Chance auf einen Job. Foto: nh
Nick Malack hat ein Rikscha-Projekt umgesetzt. Es soll seine Visitenkarte sein für eine Chance auf einen Job. Foto: nh

LüProWerk kann wohl weitermachen

ca Lüneburg. Der Bildungsträger LüProWerk hat gute Chancen auf einen Neuanfang. Wenn es klappt, könnte das Projekt unter leicht veränderten Bedingungen von Februar an weiterlaufen. 15 überwiegend junge Leute, die bislang keinen Erfolg auf dem regulären Arbeitsmarkt hatten, könnten dann mit dem individuell zugeschnittenen Angebot Chancen auf eine Ausbildung haben. Das Bundesverwaltungsamt hatte alles gestoppt, nachdem der Träger Insolvenz anmelden musste.

Die Teilnehmer probieren sich zunächst nach ihren Neigungen aus. Am Ende legen sie ein Ergebnis vor, das sind unter anderem ein Hörbuch, Internetseiten, aber auch die Wandmalerei einer Lüneburg-Ansicht in der Jugendherberge. Im zweiten Schritt folgen Praktika und damit — wenn es gut läuft — das Entrée in einen Betrieb.

Der Hintergrund ist ein wenig kompliziert: Hinter LüProWerk steht die neue arbeit, eine Tochter des Herbergsvereins, die unter anderem Sozial-Unternehmen wie Sack&Pack betreibt. Die neue arbeit musste Insolvenz anmelden. Obwohl die Gesellschaft fortgeführt wird, hielt die Behörde sie nicht mehr für zuverlässig und strich die Förderung. Auch mit der Begründung, dass der Herbergsverein das Amt zu spät über die Insolvenz informiert habe.

Nun glätten sich die Wogen. Die beiden Lüneburger Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze (SPD) und Eckhard Pols (CDU) haben sich im zuständigen Arbeitsministerium ebenso eingesetzt wie Juliane Bauer vom Europa-Büro. Ergebnis: Der Geschäftsführer von Herbergsverein und neuer arbeit, Michael Elsner, führte im Ministerium ein Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern. Nun soll ein anderer Trägerverein LüProWerk quasi übernehmen. Der kann einen Neuantrag auf Förderung stellen. Dieser Träger soll Job.sozial sein, wiederum eine Tochter von Herbergsverein und Arbeiterwohlfahrt.

Ein Neubeginn könnte im Februar liegen, dann sollen auch die Beschäftigten zurückkehren. Aktuelle Teilnehmer könnten mit Praktika starten und die nächsten 15 in die sogenannte Maßnahme einsteigen. Angelegt ist das Projekt, koordiniert von Michael Raykowski, auf vier Jahre, die Finanzierung mit mehr als einer Million Euro veranschlagt.

Weiter geht es auch mit der neuen arbeit. Der Herbergsverein hat eine neue Gesellschaft gegründet, die den Vorgänger voraussichtlich zum Jahreswechsel übernimmt. Die wesentlichen Fragen seien mit dem Insolvenzverwalter geklärt, berichtet Michael Elsner. Die neue arbeit betreibt mehrere Sozial-Unternehmen. Sie hat sich von einem Zweig in Bad Bevensen getrennt, in Lüneburg die Bewirtschaftung im Kurpark und im Museum aufgegeben. Auch ein Teil der Mitarbeiter musste gehen.