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Lothar Käding (hinten links), Ausbilder am Schiffshebewerk, seine Schützlinge aus dem zweiten Lehrjahr und die Schüler der Schule am Schiffshebewerk freuen sich, dass ihre Schulzeitmaschine jetzt einen festen Platz in der Schule gefunden hat. Foto: t&w
Lothar Käding (hinten links), Ausbilder am Schiffshebewerk, seine Schützlinge aus dem zweiten Lehrjahr und die Schüler der Schule am Schiffshebewerk freuen sich, dass ihre Schulzeitmaschine jetzt einen festen Platz in der Schule gefunden hat. Foto: t&w

Kooperation zwischen Schule und Schiffshebewerk in Scharnebeck trägt Früchte

cec Scharnebeck. Manche Uhren gehen langsamer als andere — besonders gemächlich unterwegs ist die neue an der Schule am Schiffshebewerk in Scharnebeck. Von Schneckentempo kann hier schon gar nicht mehr die Rede sein. Ganze sechs Jahre braucht der große — und einzige — Zeiger, bis er das Zifferblatt einmal umrundet hat. Eigentlich ist es aber auch gar keine Uhr, sondern eine „Schulzeitmaschine“ und das Ergebnis der Kooperation der Schule mit dem Schiffshebewerk Scharnebeck, bei der Schüler Gelegenheit bekommen, Einblicke in die Berufswelt zu erhalten. In einem gemeinsamen Projekt konstruierten die Jungen und Mädchen gemeinsam mit Auszubildenden des benachbarten Arbeitgebers am Elbe-Seitenkanal den etwas anderen Zeitmesser, der jetzt in einer kleinen Feierstunde in den Dienst genommen wurde. Sechs Jahre braucht er für eine Umrundung, da die durchschnittliche Verweildauer der Schüler an der Schule sechs Jahre beträgt.

Bereits früher habe es die Zusammenarbeit gegeben, die dann nach einer Zeit des Brachliegens 2012 wiederbelebt wurde, und deren Abläufe sich mittlerweile fest im Schulalltag etabliert hätten, berichtete Schulleiter Rainer Griebel. So statten beispielsweise zu Beginn eines jeden Schuljahres die neuen Schüler der fünften Klassen dem Schiffshebewerk einen Besuch ab, und die Webseiten von Schule und Schiffshebewerk sind miteinander verlinkt.

Kernstück aber ist die regelmäßige gemeinsame Projektarbeit, die bereits einmal ein Modell des Schiffshebewerkes zum Ergebnis hatte, das seinen Platz in den Räumen der Schule gefunden hat, und in der die Schüler und Auszubildenden jetzt in ungezählten Arbeitsstunden die Schulzeitmaschine entwickelt haben. Sie sei der sichtbare Beweis, dass Engagement sich lohne, „und mit euch entgegen aller Vorurteile doch etwas anzufangen ist“, sagte Griebel in Richtung seiner Schüler: „Ich bin sehr stolz auf euch und die Auszubildenden.“

Über die Maßen eingesetzt hätten sich auch seine Mitarbeiter, die Ausbilder Lothar Käding und Arne Möller, lobte Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen: „Ihr Engagement ging weit über den normalen Job hinaus, eine Einstellung, die man nicht verordnen kann.“

Lothar Käding selbst, für den dieses Projekt das letzte war, da er sich in den Ruhestand verabschiedet, erzählte, dass ihn die Unendlichkeitsmaschine zu der Projektidee inspirierte, die in der TV-Sendung „Galileo“ vorgestellt wurde.

Mit ihr verglichen tickt die Scharnebecker Schulzeitmaschine in einem Affenzahn: Das unterste, in den Boden eingelassene Zahnrad der Unendlichkeitsuhr benötige 3,5 Millionen Jahre für eine Umdrehung, so Käding. Zeit ist eben relativ.